{"id":1249,"date":"2011-03-16T16:44:54","date_gmt":"2011-03-16T15:44:54","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=1249"},"modified":"2012-10-16T16:46:38","modified_gmt":"2012-10-16T15:46:38","slug":"mysterioser-opal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/lady-de-2\/joaillerie-3\/mysterioser-opal.html","title":{"rendered":"Mysteri\u00f6ser Opal : Kurzer R\u00fcckblick\u2026"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Das grosse Comeback des Opals oder die Rehabilitation eines lange in Vergessenheit geratenen Schmucksteins.<\/p>\n<p>Genau wie die Mode bleibt auch die Juwelierkunst nicht von Comebacks, \u00abIns\u00bb und \u00abOffs\u00bb verschont. Die Vorliebe f\u00fcr weisse oder schwarze Opale in den j\u00fcngsten Kollektionen der hohen Juwelier- und Uhrmacherkunst deutet darauf hin, dass dieser Schmuckstein wieder ganz gross im Kommen ist.<\/p><\/blockquote>\n<div class=\"contenu_article\">Die Geschichte sowie der aus dem Sanskrit stammende Name Upala \u2013 edler Stein \u2013 f\u00fchren uns nach Indien. Der Opal wurde im Orient schon immer verehrt und sp\u00e4ter sogar als Anker der Hoffnung bezeichnet. Die indische Form wurde auf Griechisch zu \u00ab\u2009opallios\u2009\u00bb und auf Latein zu \u00ab\u2009opalus\u2009\u00bb. Dem Stein mit geheimnisvollen Lichtreflexen wurden in den verschiedenen Zivilisationen erstaunliche Tugenden angedichtet. Die R\u00f6mer verwendeten den \u00ab\u2009ophtalmos\u2009\u00bb, also den Augenstein, als Allheilmittel gegen Augenleiden. Mark Anton habe Kleopatra einen Opalring als Liebesbeweis schenken wollen, doch der Besitzer, Senator Nonius, wollte sich lieber verbannen lassen als sich von seinem nussgrossen Opal zu trennen. Im Mittelalter sowie in der r\u00f6mischen Antike galten Opale als Verst\u00e4rker der Sehkraft. Einige glaubten sogar, dass sie den Tr\u00e4ger unsichtbar machten. Kaiser Napoleon schenkte seiner Gattin Josephine einen Opal, der aufgrund seiner leuchtenden Farbschattierungen \u00ab\u2009Feuer von Troja\u2009\u00bb genannt wurde. Der Arch\u00e4ologe Louis Leakey fand in einer H\u00f6hle in Kenia ein 6000 Jahre altes Geschmeide. Die alten Griechen glaubten, der Stein k\u00f6nne die Zukunft voraussagen. Die R\u00f6mer sch\u00e4tzten den Opal als Symbol f\u00fcr Reinheit und Hoffnung sowie als Schutz gegen Epidemien. Die asiatischen V\u00f6lker erachteten ihn als Symbol f\u00fcr die Wahrheit. Die alten Araber waren \u00fcberzeugt, dass er aus dem Paradies stamme und durch den Blitz gef\u00e4rbt w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Im 19. Jahrhundert machte ein durch die von Walter Scott verfasste Novelle \u00ab\u2009Anna von Geierstein\u2009\u00bb gestreutes Ger\u00fccht die Runde, wonach dieser Stein Ungl\u00fcck bringe, was seine Beliebtheit deutlich senkte. Wie andere hochrangige Pers\u00f6nlichkeiten hatte auch K\u00f6nigin Viktoria als Staatsoberhaupt von Australien, der Heimat der sch\u00f6nsten Harlekin- und Schwarzopale, Zugriff auf die sch\u00f6nsten Edelsteine. Sie liess nicht nur ihre k\u00f6nigliche Krone mit Opalen schm\u00fccken, sondern auch f\u00fcr all ihre T\u00f6chter und Enkelinnen Opal-Schmuck anfertigen. Die Opale in der Schatzkammer der Wiener Hofburg sind ber\u00fchmt. Darunter befindet sich auch die grosse Schmucksammlung von Prinzessin Stephanie von Belgien.<\/p>\n<p>Laut Patrick Voillot, dem grossen Steinspezialisten und Erbauer des unl\u00e4ngst in Chatenay Malabry \u00f6ffneten Gemmologiemuseums, glaubte man lange, der Opal bringe Ungl\u00fcck. Dem sei jedoch nicht so, und dieser ungerechtfertigt schlechte Ruf sei nur auf seine Zerbrechlichkeit zur\u00fcckzuf\u00fchren. Durch die hohe Konzentration von Kieselgel in ehemaligen ausgetrockneten Meeren entstand ein Sedimentierungsprozess, der dazu f\u00fchrte, dass das Gesamtgewicht von Opalen immer zu 3-10\u2009% aus Wasser besteht. Aus diesem Grund muss er gegen Hitze und starkes Licht gesch\u00fctzt werden, da sonst das in ihm enthaltene Wasser verdunsten und der Stein somit br\u00fcchig werden kann. Der Kontakt mit Ultraschallwellen, S\u00e4uren und starken L\u00f6sungsmitteln ist ebenfalls zu vermeiden. Die meisten Opale stammen aus Australien. Van Cleef &amp; Arpels verwendet aber auch Opale aus \u00c4thiopien, wo unl\u00e4ngst Vorkommen entdeckt wurden. Cartier hat in diesem Jahr wundersch\u00f6ne Schmuckst\u00fccke entworfen, bei denen der Opal auf neuartige und \u00fcberraschende Weise ins Rampenlicht ger\u00fcckt wird.<\/p>\n<p>Das Farbspiel des Opals entsteht durch die Brechung des Lichts an den transparenten K\u00fcgelchen aus dem Siliziumdioxid Cristobalit und den Hohlr\u00e4umen zwischen diesen Teilchen. Die mikroskopisch kleinen K\u00fcgelchen haben einen Durchmesser von rund einem Zehntausendstel Millimeter. Opale werden in drei Arten unterteilt\u2009: Schwarzopal, Weissopal und Kristallopal. Abgesehen davon gibt es je nach Qualit\u00e4t und Farbspiel zahlreiche Unterarten. Die ber\u00fchmtesten davon heissen Harlekin, Flash, Feuer und Katzenauge. Einige Opalarten verf\u00fcgen nicht \u00fcber ein Farbspiel. Es handelt sich dabei um die meisten orangefarbenen Opale, die sogenannten Feueropale, die gr\u00fcnen Prasopale sowie eine aus Peru stammende blaue Opalart. Der geheimnisvolle, tausendfach glitzernde Schmuckstein ist immer f\u00fcr \u00dcberraschungen gut und feiert ein geb\u00fchrendes Comeback.<\/p><\/div>\n<p><\/br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte sowie der aus dem Sanskrit stammende Name Upala \u2013 edler Stein \u2013 f\u00fchren uns nach Indien. Der Opal wurde im Orient schon immer verehrt und sp\u00e4ter sogar als Anker der Hoffnung bezeichnet. Die indische Form wurde auf Griechisch zu \u00ab\u2009opallios\u2009\u00bb und auf Latein zu \u00ab\u2009opalus\u2009\u00bb. Dem Stein mit geheimnisvollen Lichtreflexen wurden in den verschiedenen Zivilisationen erstaunliche Tugenden angedichtet. Die R\u00f6mer verwendeten den \u00ab\u2009ophtalmos\u2009\u00bb, also den Augenstein, als Allheilmittel gegen Augenleiden. Mark Anton habe Kleopatra einen Opalring als Liebesbeweis schenken wollen, doch der Besitzer, Senator Nonius, wollte sich lieber verbannen lassen als sich von seinem nussgrossen Opal zu trennen. Im Mittelalter sowie in der r\u00f6mischen Antike galten Opale als Verst\u00e4rker der Sehkraft. Einige glaubten sogar, dass sie den Tr\u00e4ger unsichtbar machten. Kaiser Napoleon schenkte seiner Gattin Josephine einen Opal, der aufgrund seiner leuchtenden Farbschattierungen \u00ab\u2009Feuer von Troja\u2009\u00bb genannt wurde. Der Arch\u00e4ologe Louis Leakey fand in einer H\u00f6hle in Kenia ein 6000 Jahre altes Geschmeide. Die alten Griechen glaubten, der Stein k\u00f6nne die Zukunft voraussagen. Die R\u00f6mer sch\u00e4tzten den Opal als Symbol f\u00fcr Reinheit und Hoffnung sowie als Schutz gegen Epidemien. Die asiatischen V\u00f6lker erachteten ihn als Symbol f\u00fcr die Wahrheit. Die alten Araber waren \u00fcberzeugt, dass er aus dem Paradies stamme und durch den Blitz gef\u00e4rbt w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Im 19. Jahrhundert machte ein durch die von Walter Scott verfasste Novelle \u00ab\u2009Anna von Geierstein\u2009\u00bb gestreutes Ger\u00fccht die Runde, wonach dieser Stein Ungl\u00fcck bringe, was seine Beliebtheit deutlich senkte. Wie andere hochrangige Pers\u00f6nlichkeiten hatte auch K\u00f6nigin Viktoria als Staatsoberhaupt von Australien, der Heimat der sch\u00f6nsten Harlekin- und Schwarzopale, Zugriff auf die sch\u00f6nsten Edelsteine. Sie liess nicht nur ihre k\u00f6nigliche Krone mit Opalen schm\u00fccken, sondern auch f\u00fcr all ihre T\u00f6chter und Enkelinnen Opal-Schmuck anfertigen. Die Opale in der Schatzkammer der Wiener Hofburg sind ber\u00fchmt. Darunter befindet sich auch die grosse Schmucksammlung von Prinzessin Stephanie von Belgien.<\/p>\n<p>Laut Patrick Voillot, dem grossen Steinspezialisten und Erbauer des unl\u00e4ngst in Chatenay Malabry \u00f6ffneten Gemmologiemuseums, glaubte man lange, der Opal bringe Ungl\u00fcck. Dem sei jedoch nicht so, und dieser ungerechtfertigt schlechte Ruf sei nur auf seine Zerbrechlichkeit zur\u00fcckzuf\u00fchren. Durch die hohe Konzentration von Kieselgel in ehemaligen ausgetrockneten Meeren entstand ein Sedimentierungsprozess, der dazu f\u00fchrte, dass das Gesamtgewicht von Opalen immer zu 3-10\u2009% aus Wasser besteht. Aus diesem Grund muss er gegen Hitze und starkes Licht gesch\u00fctzt werden, da sonst das in ihm enthaltene Wasser verdunsten und der Stein somit br\u00fcchig werden kann. Der Kontakt mit Ultraschallwellen, S\u00e4uren und starken L\u00f6sungsmitteln ist ebenfalls zu vermeiden. Die meisten Opale stammen aus Australien. Van Cleef &amp; Arpels verwendet aber auch Opale aus \u00c4thiopien, wo unl\u00e4ngst Vorkommen entdeckt wurden. Cartier hat in diesem Jahr wundersch\u00f6ne Schmuckst\u00fccke entworfen, bei denen der Opal auf neuartige und \u00fcberraschende Weise ins Rampenlicht ger\u00fcckt wird.<\/p>\n<p>Das Farbspiel des Opals entsteht durch die Brechung des Lichts an den transparenten K\u00fcgelchen aus dem Siliziumdioxid Cristobalit und den Hohlr\u00e4umen zwischen diesen Teilchen. Die mikroskopisch kleinen K\u00fcgelchen haben einen Durchmesser von rund einem Zehntausendstel Millimeter. Opale werden in drei Arten unterteilt\u2009: Schwarzopal, Weissopal und Kristallopal. Abgesehen davon gibt es je nach Qualit\u00e4t und Farbspiel zahlreiche Unterarten. Die ber\u00fchmtesten davon heissen Harlekin, Flash, Feuer und Katzenauge. Einige Opalarten verf\u00fcgen nicht \u00fcber ein Farbspiel. Es handelt sich dabei um die meisten orangefarbenen Opale, die sogenannten Feueropale, die gr\u00fcnen Prasopale sowie eine aus Peru stammende blaue Opalart. Der geheimnisvolle, tausendfach glitzernde Schmuckstein ist immer f\u00fcr \u00dcberraschungen gut und feiert ein geb\u00fchrendes Comeback.<\/p>\n","protected":false},"author":53,"featured_media":1245,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[62],"tags":[235],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1249"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/53"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1249"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1249\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1245"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1249"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1249"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1249"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}