{"id":15261,"date":"2016-06-15T10:18:03","date_gmt":"2016-06-15T09:18:03","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=15261&#038;lang=de"},"modified":"2016-06-15T10:18:49","modified_gmt":"2016-06-15T09:18:49","slug":"chanel-monsieur-de-chanel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/technik-n-de\/banc_essai-3\/chanel-monsieur-de-chanel.html","title":{"rendered":"Chanel : Monsieur de Chanel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Hinter dem seit 16 Jahren ununterbrochen anhaltenden Erfolg der J12 sowie der Lancierung der Uhr Monsieur de Chanel k\u00f6nnte sich durchaus eine langfristig lohnende und weitsichtige Strategie verbergen. Dies gilt gleichermassen f\u00fcr den aktuellen Kontext, die Relevanz der Positionierung sowie die Achtung der Identit\u00e4t dieser Sparte bei Chanel. Um uns zu helfen, die Bedeutung der Markteinf\u00fchrung dieses neuen Modells besser zu verstehen, hat Chanel uns die Ehre erwiesen, eines der ersten Exemplare in Weissgold f\u00fcr unseren Pr\u00fcfstand zu verwenden. Wir m\u00f6chten darauf hinweisen, dass es sich um das erste vollst\u00e4ndig von Chanel selbst entwickelte und gefertigte Modell handelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>AUSSTATTUNG:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man erkennt auf den ersten Blick, dass bei dieser Monsieur de Chanel nichts dem Zufall \u00fcberlassen blieb und alles bis ins Detail durchdacht wurde. In das Design wurde viel Energie gesteckt. Die erst f\u00e4lschlicherweise klassisch wirkende \u00c4sthetik ist k\u00fchn und l\u00e4sst niemanden gleichg\u00fcltig. Die wenigen Menschen, die bisher das Gl\u00fcck hatten, diese von uns hier im Pr\u00fcfstand analysierte Uhr n\u00e4her zu betrachten, haben alle, egal nach welchem ersten Eindruck, systematisch unz\u00e4hlige Fragen gestellt, was von Interesse zeugt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-15244\" src=\"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Chanel-3-300x283.jpg\" alt=\"Chanel 3\" width=\"275\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Chanel-3-300x283.jpg 300w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Chanel-3.jpg 584w\" sizes=\"(max-width: 275px) 100vw, 275px\" \/>Wie in dieser Rubrik bereits oft vermerkt, ist und bleibt es wohl die schwierigste Aufgabe f\u00fcr einen Designer, ein \u00abklassisches\u00bb Geh\u00e4use zu entwerfen. Das der Monsieur de Chanel besitzt einen Durchmesser von 40 Millimetern, und die gestauchten Bandanst\u00f6sse verweisen auf den Stil der 60er- oder 70er-Jahre. Damit die Uhr an gr\u00f6sseren Handgelenken jedoch nicht zu klein scheint, hat die Zifferblatt\u00f6ffnung die maximale Gr\u00f6sse. \u00dcber der L\u00fcnette thront ein \u00fcberraschend flaches, abgeschr\u00e4gtes und massives Glas. Ein k\u00fchner, retro-futuristischer Stil, der uns ausnehmend gut gefallen hat! Zifferblatt sowie Minuten- und Sekundenzeiger spielen bei der Identit\u00e4t des Zeitmessers eine tragende Rolle und scheiden auch die Geister. Die Anzeige ist auf das Minimum beschr\u00e4nkt. Die springende Stunde im Fenster bei 6 Uhr ist mit einer retrograden Minute sowie einer kleinen Sekunde gekoppelt. Neben dem imposanten aufgelegten quadratischen Fenster der springenden Stunde ziert die gek\u00f6rnte Oberfl\u00e4che des Zifferblatts sonst nur ein schwarzer Aufdruck. Die Schrift von Ziffern und Indexen ist zart und eckig und ebenso schlicht wie die Profile der zwei Zeiger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese stilistischen Entscheidungen m\u00fcnden zwangsl\u00e4ufig in Diskussionen. Ohne das imposante Fenster k\u00f6nnte man das Zifferblatt fast mit einem Arbeitszifferblatt verwechseln. Gleichzeitig springen die Ausgewogenheit und die Richtigkeit eines makellosen Designs f\u00f6rmlich ins Auge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige finden das skandal\u00f6s, andere halten es f\u00fcr einen Geniestreich. Wir haben unsere Entscheidung getroffen, doch jeder muss sich seine eigene Meinung bilden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>WERK:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein zu 100% eigenes Chanel-Werk ist eine sch\u00f6ne \u00dcberraschung \u2013 vor allem speziell f\u00fcr diese Uhr gemacht. Chanel hat \u00fcbrigens angek\u00fcndigt, dass jedes neue Modell der Kollektion Funktionen erhalten wird, und vor allem ein spezifisches Kaliber. Auch wenn Chanel den Vertretern der hohen Uhrmacherkunst noch nicht das Wasser abzugraben versucht, stellt die Marke durchaus unter Beweis, dass sie die Grundregeln beherrscht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-15247\" src=\"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Chanel-2-300x300.jpg\" alt=\"Chanel 2\" width=\"275\" height=\"275\" srcset=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Chanel-2-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Chanel-2-270x270.jpg 270w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Chanel-2-80x80.jpg 80w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Chanel-2-114x114.jpg 114w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Chanel-2.jpg 673w\" sizes=\"(max-width: 275px) 100vw, 275px\" \/>Bei der ersten Inspizierung dieses Calibre 1 wirken Architektur und Vollendungen des Werks fast \u00fcberraschend. Obwohl auch hier Schlichtheit vorherrscht, ist das Kaliber deutlich weniger n\u00fcchtern als das Gesicht (Zifferblattseite). Alle Bestandteile scheinen \u00fcber der wundersch\u00f6n gek\u00f6rnten Platine von nur einer einzigen runden Br\u00fccke getragen. Br\u00fccken und Platine sind schwarz beschichtet, alle beweglichen Teile hingegen rhodiniert. Diese Farbkombination bringt die Volumen nicht immer besonders gut zur Geltung, ist in diesem Fall aber \u00fcberaus gut gelungen. Bei der Technik liefern zwei in Serie montierte Federh\u00e4user gen\u00fcgend Energie, um die 28 800 Halbschwingungen pro Stunde der Spiralunruh w\u00e4hrend 72 Stunden zu garantieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Vollendungen liegen weit \u00fcber dem Standard dieses Segments, und das Kaliber f\u00fcllt das gesamte Geh\u00e4usevolumen aus. Eine Herausforderung, mit der sich auch heute noch viele der\u00a0grossen Marken schwertun. Genau das erwartete man von der Monsieur de Chanel. Diesbez\u00fcglich sowie in Sachen Relevanz, Architektur und Vollendungen ist dieser Zeitmesser beeindruckend gelungen. Wie steht es nun aber um die Leistung?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>TESTS:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl die Uhr \u00abnur\u00bb Stunden, Minuten und Sekunden anzeigt, ist eine springende Stunde in Kombination mit einer retrograden Minute nicht unbedingt die leichteste \u00dcbung, die sich Chanel f\u00fcr ein erstes eigenes Modell ausgesucht hat. Beide Komplikationen sind an sich noch relativ einfach, werden durch ihre Kombination aber deutlich komplexer. Der Sprung der Stundenscheibe muss mit dem des Minutenzeigers perfekt synchronisiert sein, um \u00e4rgerliche Anzeigefehler zu vermeiden. Und doch braucht jeder Bestandteil beider Mechanismen ein gewisses Spiel (Freiheit). Spiel um Spiel ist die Gefahr jedoch gross, dass genau beim Sprung jeder Funktion signifikante Unterschiede entstehen. Es ist folglich kein Zufall, dass nur sehr wenige Marken eine Kombination dieser zwei Komplikationen anbieten. Chanel scheint eine gute L\u00f6sung gefunden zu haben (laufendes Patentgesuch), denn beim Gang sowie bei der Zeiteinstellung sind beide im Bruchteil einer Sekunde synchron, und dies trotz einer in beide Richtungen m\u00f6glichen Zeiteinstellung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-15250 size-full\" src=\"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Chanel-4-e1465980959436.jpg\" alt=\"Chanel 4\" width=\"275\" height=\"417\" \/>Bei den traditionellen Messungen erreichte das Calibre 1 unfehlbare Ergebnisse: Gangreserve, Amplituden und Gang sind chronometrisch und von sehr hohem Niveau. Wir haben uns vor allem f\u00fcr die jede Stunde beim Sprung der Stunden- und Minutenanzeige verbrauchte Energie interessiert. Die Werksbauer des Calibre 1 haben sich f\u00fcr einen Sofortsprung entschieden, den wir als sehr schnell und knackig empfinden. Der Minutenzeiger muss einer extrem schnellen Be- und Entschleunigung standhalten. Eine weitere zu treffende Entscheidung betrifft den Kompromiss zwischen Dauer der Energieaufnahme und Amplitudenverlust. Die Amplitude sinkt sp\u00e4t (weniger als f\u00fcnf Minuten vor dem Sprung), aber daf\u00fcr recht stark ab (bis 35\u00b0). Wir bef\u00fcrworten diese Entscheidung voll und ganz, denn die Anzeige sowie die Spr\u00fcnge erfolgen klar und sicher, und durch die zwei Federh\u00e4user und die Gangreserve dieses Kalibers bleibt die Ganggenauigkeit \u00fcber die gesamte Autonomiedauer beispielhaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da es sich noch um einen Prototyp handelt, werden zahlreiche Anpassungen diese Ergebnisse f\u00fcr die 300 Werke, die in diesem Jahr gefertigt werden, sicherlich noch weiter verbessern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>FAZIT:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz unserer Begeisterung ist es schwer, die Zukunft der Monsieur de Chanel vorauszusagen und zu beurteilen, ob sie die Uhrmacherei nachhaltig pr\u00e4gen wird. Wie dem auch sei, Sie haben sicherlich unschwer erkennen k\u00f6nnen, dass wir nach diesem Pr\u00fcfstand zur \u00dcberzeugung gekommen sind, dass alle an der Entwicklung und Fertigung dieses Modells beteiligten Personen nichts h\u00e4tten besser machen k\u00f6nnen. Sie mussten zwangsl\u00e4ufig Entscheidungen treffen, die vielleicht dem Verkauf nicht f\u00f6rderlich sind und vielleicht auch nicht allen gefallen, aber die f\u00fcr ein so gutes Ergebnis unerl\u00e4sslich waren. Eine wirklich sch\u00f6ne Premiere.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinter dem seit 16 Jahren ununterbrochen anhaltenden Erfolg der J12 sowie der Lancierung der Uhr Monsieur de Chanel k\u00f6nnte sich durchaus eine langfristig lohnende und weitsichtige Strategie verbergen. Dies gilt gleichermassen f\u00fcr den aktuellen Kontext, die Relevanz der Positionierung sowie die Achtung der Identit\u00e4t dieser Sparte bei Chanel. Um uns zu helfen, die Bedeutung der Markteinf\u00fchrung dieses neuen Modells besser zu verstehen, hat Chanel uns die Ehre erwiesen, eines der ersten Exemplare in Weissgold f\u00fcr unseren Pr\u00fcfstand zu verwenden. Wir m\u00f6chten darauf hinweisen, dass es sich um das erste vollst\u00e4ndig von Chanel selbst entwickelte und gefertigte Modell handelt.<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":15242,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[56],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15261"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15261"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15261\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15262,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15261\/revisions\/15262"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15242"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15261"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15261"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15261"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}