{"id":2085,"date":"2012-06-15T10:43:12","date_gmt":"2012-06-15T09:43:12","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=2085"},"modified":"2012-12-05T14:27:38","modified_gmt":"2012-12-05T13:27:38","slug":"kunst-und-wissenschaft-aus-florentinischer-sicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/art-n-de\/12e_art-3\/kunst-und-wissenschaft-aus-florentinischer-sicht.html","title":{"rendered":"Kunst und Wissenschaft  : Panerai taucht ins Museo Galileo ein"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong>Jupiterium Panerai <\/strong>(1532 Bestandteile)<\/p>\n<p>Die Planetenuhr mit ewigem Kalender in geozentrischer Perspektive (wie zur Zeiten Galileos) gibt die Positionen von Sonne, Mond und Jupiter sowie der Medici-Planeten des Himmelszelts an (damals die vier gr\u00f6ssten Jupitermonde, sp\u00e4ter Io, Europa, Ganymed und Kallisto genannt), die Galileo 1610 dank der Erfindung des Teleskops beobachtete. Alle Himmelsk\u00f6rper mit Ausnahme der Erde bewegen sich durch einen auf das Werk der Uhr abgestimmten Mechanismus innerhalb der Himmelskugel und kreisen in Echtzeit auf ihren Umlaufbahnen: Der Mond kreist in 29,53 Tagen um die Erde, die Sonne braucht daf\u00fcr 365,26 Jahre, Jupiter dreht sich in 11,87 Jahren um die Sonne, w\u00e4hrend seine Satelliten f\u00fcr eine Umrundung 1,8 (Io), 3,6 (Europa), 7,2 (Kallisto) bzw. 16,7 Tage (Ganymed) in Anspruch nehmen.<\/p>\n<div><\/div>\n<\/blockquote>\n<div class=\"contenu_article\"><strong>Auf den ersten Blick<\/strong> kann der Ansatz von Officine Panerai widerspr\u00fcchlich erscheinen: Das m\u00e4nnliche Image der Marke wird durch Taucheruhren eher mit dem Meer und ihrem Engagement f\u00fcr traditionelle Segelboote verbunden. Und doch ist es eine gl\u00e4nzende Idee, vor allem seit der Entwicklung hauseigener Kaliber, diese Bekanntheit bei Liebhabern sch\u00f6ner Mechanikuhren um eine wissenschaftliche und kulturelle Dimension zu erweitern. Abgesehen von den gemeinsamen geografischen Wurzeln k\u00f6nnten der r\u00e4umlich-zeitliche Inhalt und der internationale Ruf des ehemaligen Instituts und Museums f\u00fcr Wissenschaftsgeschichte, das im Juni 2010 nach einer Verwandlung, zu der Panerai aktiv beigetragen hat, in Museo Galileo umgetauft wurde, die Konservatoren einer Stadt wie Genf vor Neid erblassen lassen. Panerai hebt sich von anderen Marken, die mal die eine oder andere tempor\u00e4re Ausstellung in grossen Museen renommierter Hauptst\u00e4dte unterst\u00fctzen, durch eine seit 2008 ununterbrochen andauernde Zusammenarbeit sowie die gemeinsame Entwicklung eines direkt mit der Szenografie des Museums zusammenh\u00e4ngenden Einzelst\u00fccks ab. CEO Angelo Bonatti erkl\u00e4rt: \u00abDie Manufaktur Officine Panerai wollte mit dieser herausragenden Planetenuhr den Vater der modernen Wissenschaft ehren, der der Pr\u00e4zisionsuhrmacherei durch seine Pendelgesetze den Weg ebnete. Es handelt sich um eine noch nie dagewesene Kreation, deren mechanische Komplexit\u00e4t der technischen Virtuosit\u00e4t der Manufaktur eine neue Dimension verleiht.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Eine Referenz<\/strong><\/p>\n<p>Genau wie Zeitmesser, bei denen die Ausstattung ebenso perfekt ist wie der uhrmacherische Inhalt, reimen bei dem in einen Schrein aus dem 11. Jahrhundert \u2013 den Palazzo Castellani \u2013 eingebetteten Museo Galileo auf 3500 Quadratmetern alt\u00fcberliefertes Fachwissen mit internationaler Offenheit und beispielhaftem Wissensaustausch. Das Zentrum f\u00fcr Dokumentation und Spitzenforschung in Wissenschafts- und Technikgeschichte stellt nicht nur Forschern aus aller Herren L\u00e4ndern \u00fcber 170 000 Werke der Bibliothek zur Verf\u00fcgung, sondern gew\u00e4hrt auch per Internet Zugriff auf eine umfassende digitale Datenbank, die allein 2011 von einer Million Besuchern konsultiert wurde. Die Ausstellung entspricht den modernsten Ausstellungskonzepten, vereint historische und wissenschaftliche Genauigkeit mit konservatorischen Anforderungen und eine gelungene Kommunikationsstrategie (vor allem in der p\u00e4dagogisch wertvollen interaktiven Abteilung) mit elegantem Design. Ein Jahr nach der Wiederer\u00f6ffnung wurde das Museo Galileo in Italien bereits zum Museum des Jahres (Kategorie Bestes Management) gek\u00fcrt, von der British Society for the History of Science mit dem Preis des Wettbewerbs Great Exhibitions Competition 2010 und dem European Museum Academy Award 2011 ausgezeichnet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Galileo und die Zeitmessung<\/strong><\/p>\n<p>Die neue interaktive Abteilung des Museums erm\u00f6glicht unter anderem auch durch das Mitwirken von Panerai ein besseres Verst\u00e4ndnis der komplexen Funktionsweise bestimmter wissenschaftlicher Instrumente, die beispielsweise durch extrem komplizierte mechanische Systeme zur Messung der Zeit dienen. Dank zahlreicher Touchscreens, mechanischer Miniaturmodelle und von den Besuchern selbst aktivierter Sammlerst\u00fccke wird in den drei S\u00e4len aufgezeigt, welch grundlegende Rolle Galileos Entdeckungen bei der Perfektionierung der Zeitmesssysteme gespielt haben. Im ersten Saal werden die Bewegungen der Himmelsk\u00f6rper (Zeit, Distanzen und Umlaufbahnen) dargestellt, und im zweiten werden antike Uhren wie der spektakul\u00e4re Nachbau der astronomischen Uhr Orologio dei Pianeti von Lorenzo della Volpaia pr\u00e4sentiert, die er 1510 f\u00fcr Lorenzo de\u2018 Medici fertigstellte. Der dritte Saal ist Galileos Forschungsarbeiten \u00fcber Zeit und Raum gewidmet, insbesondere seinen Berechnungen des L\u00e4ngengrads. Galileo versuchte das Problem zu l\u00f6sen, indem er die Bewegungen der Jupitermonde beobachtete und das Pendelgesetz auf die mechanische Uhr anwandte. Die Funktionsweise der Pendeluhr wird durch eine vergr\u00f6sserte Reproduktion des von Galileo entwickelten Zeitmessinstruments und anhand eines mechanischen Modells erkl\u00e4rt, das Galileos Kreispendel mit dem Zykloidenpendel vergleicht. Die Funktionsgrundlagen der mechanischen Uhren werden anhand von \u00fcberdimensionalen und direkt vom Besucher aktivierbaren Hemmungsprototypen dargestellt. Siehe unter <strong><a href=\"http:\/\/www.museogalileo.it\" target=\"_blank\">www.museogalileo.it.<\/a><\/strong><\/div>\n<p><\/br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Auf den ersten Blick<\/strong> kann der Ansatz von Officine Panerai widerspr\u00fcchlich erscheinen: Das m\u00e4nnliche Image der Marke wird durch Taucheruhren eher mit dem Meer und ihrem Engagement f\u00fcr traditionelle Segelboote verbunden. Und doch ist es eine gl\u00e4nzende Idee, vor allem seit der Entwicklung hauseigener Kaliber, diese Bekanntheit bei Liebhabern sch\u00f6ner Mechanikuhren um eine wissenschaftliche und kulturelle Dimension zu erweitern. Abgesehen von den gemeinsamen geografischen Wurzeln k\u00f6nnten der r\u00e4umlich-zeitliche Inhalt und der internationale Ruf des ehemaligen Instituts und Museums f\u00fcr Wissenschaftsgeschichte, das im Juni 2010 nach einer Verwandlung, zu der Panerai aktiv beigetragen hat, in Museo Galileo umgetauft wurde, die Konservatoren einer Stadt wie Genf vor Neid erblassen lassen. Panerai hebt sich von anderen Marken, die mal die eine oder andere tempor\u00e4re Ausstellung in grossen Museen renommierter Hauptst\u00e4dte unterst\u00fctzen, durch eine seit 2008 ununterbrochen andauernde Zusammenarbeit sowie die gemeinsame Entwicklung eines direkt mit der Szenografie des Museums zusammenh\u00e4ngenden Einzelst\u00fccks ab. CEO Angelo Bonatti erkl\u00e4rt: \u00abDie Manufaktur Officine Panerai wollte mit dieser herausragenden Planetenuhr den Vater der modernen Wissenschaft ehren, der der Pr\u00e4zisionsuhrmacherei durch seine Pendelgesetze den Weg ebnete. 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Die Ausstellung entspricht den modernsten Ausstellungskonzepten, vereint historische und wissenschaftliche Genauigkeit mit konservatorischen Anforderungen und eine gelungene Kommunikationsstrategie (vor allem in der p\u00e4dagogisch wertvollen interaktiven Abteilung) mit elegantem Design. Ein Jahr nach der Wiederer\u00f6ffnung wurde das Museo Galileo in Italien bereits zum Museum des Jahres (Kategorie Bestes Management) gek\u00fcrt, von der British Society for the History of Science mit dem Preis des Wettbewerbs Great Exhibitions Competition 2010 und dem European Museum Academy Award 2011 ausgezeichnet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Galileo und die Zeitmessung<\/strong><\/p>\n<p>Die neue interaktive Abteilung des Museums erm\u00f6glicht unter anderem auch durch das Mitwirken von Panerai ein besseres Verst\u00e4ndnis der komplexen Funktionsweise bestimmter wissenschaftlicher Instrumente, die beispielsweise durch extrem komplizierte mechanische Systeme zur Messung der Zeit dienen. 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