{"id":2092,"date":"2012-06-15T10:52:36","date_gmt":"2012-06-15T09:52:36","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=2092"},"modified":"2012-11-26T13:44:58","modified_gmt":"2012-11-26T12:44:58","slug":"uhrmacherkunst-im-zeichen-der-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/art-n-de\/12e_art-3\/uhrmacherkunst-im-zeichen-der-zeit.html","title":{"rendered":"Uhrmacherkunst im Zeichen der Zeit"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"contenu_article\"><strong>1. Kunst: Architektur<\/strong><\/p>\n<p>Oftmals springen die Gemeinsamkeiten zwischen Architektur und Uhrmacherei f\u00f6rmlich ins Auge. Zahlreiche Zeitmesser verwenden die gleiche \u00e4sthetische Sprache wie Bauwerke! Oft sind die \u00c4hnlichkeiten frappierend wie bei der Opus 12 von <strong>Harry Winston,<\/strong> deren typische Bogen an die neoklassischen W\u00f6lbungen der ber\u00fchmten Fassade des Harry-Winston-Salons in New York und die durchbrochenen Zeiger an die Hochh\u00e4user Manhattans erinnern. Dasselbe gilt f\u00fcr die DB28 ST von de Bethune, deren Architektur \u2013 und das Wort ist hier durchaus angebracht \u2013 irgendwie an sich kreuzende gotische Bogen denken l\u00e4sst. Und wem kommen nicht die Zeitmesser von <strong>Urwerk<\/strong> mit ihrem sehr technischen Zifferblattaufbau in den Sinn? Sowie nat\u00fcrlich auch all jene Uhren, deren Jargon sich mit dem der Architektur deckt. Spricht man nicht auch in beiden K\u00fcnsten von Br\u00fccken, St\u00e4ben, Pfeilern, Kl\u00f6tzen und R\u00e4ndelungen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2. Kunst: Bildhauerei<\/strong><\/p>\n<p>Nehmen Sie die L.U.C XP Skeletec von <strong>Chopard<\/strong> genauer unter die Lupe. Gehen Sie noch etwas n\u00e4her an die Jackie Chan von Richard Mille mit ihrem aus Gold geschnitzten Drachen heran. Handelt es sich dabei nicht um wahrhaftige Miniaturskulpturen? Die Uhren der hohen Uhrmacherkunst sind graviert, ziseliert, guillochiert, schlicht und ergreifend wie Skulpturen bearbeitet und nutzen deshalb die \u00c4sthetik und Technik der zweiten Kunst. Das passt perfekt in unser Zeitalter, in dem die Sch\u00f6nheit und Pr\u00e4zision der menschlichen Fingerfertigkeit h\u00f6her bewertet wird als alle anderen Kriterien der Uhrenproduktion. Die Zeitmesser von gestern und heute pr\u00e4sentieren dem Betrachter gern ihre Reliefs, ihre Volumen und ihre harmonischen Kurven.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3. Kunst: Malerei<\/strong><\/p>\n<p>Die Uhr, die man um den Hals, im Kragen der Damenkleider, am G\u00fcrtel oder an einer an der Weste verankerten Kette baumelnd trug, diente lange Zeit nicht nur zur Angabe der Uhrzeit, sondern auch als modisches Accessoire. Die Dekoration und im weiteren Sinne auch die Bemalung von Geh\u00e4usen und Zifferbl\u00e4ttern war \u00fcber viele Jahre ein wichtiges Element der Uhrmacherei. Die Marken f\u00fchren auch weiterhin Modelle, die durch die Kunst der Malerei noch versch\u00f6nert werden. Die breit gef\u00e4cherte Farbpalette der Kollektion Cerisier von <strong>DeLaneau,<\/strong> die der eines echten Malers ins nichts nachsteht, bildet Miniaturgem\u00e4lde mit sehr poetischen Akzenten. Die durch die imposanten Deckenfresken der Op\u00e9ra Garnier inspirierte \u00abChagall &amp; l\u2019Op\u00e9ra de Paris\u00bb aus der Kollektion M\u00e9tiers d\u2019Art, die Vacheron Constantin 2001 pr\u00e4sentierte, ist ein weiteres Beispiel f\u00fcr die sehr enge Beziehung zur 3. und 4. Kunst<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4. Kunst: Musik<\/strong><\/p>\n<p>Oft spricht man von der Musik der verstreichenden Zeit, vom st\u00e4ndigen Ticktack der verrinnenden Sekunden. Die Zeit reguliert die Musik und ist untrennbar mit ihr verbunden. Achtelnoten, Viertelnoten, ganze Noten und Pausen: Jede Melodie gehorcht der Zeit. Doch auch die verstreichende Zeit ist Musik. Jeder denkt dabei sofort an die atemberaubende Komplikation der Minutenrepetition. Sch\u00f6ne Beispiele sind die Reverso R\u00e9p\u00e9tition Minutes \u00e0 Rideau von <strong>Jaeger-LeCoultre<\/strong> oder das neue Modell Op\u00e9ra der <strong>Manufacture Royale<\/strong> als erste Minutenrepetition mit Tourbillon und \u00fcber 100 Stunden Gangreserve. Nicht minder beeindruckend ist die originelle Dix Furtif von <strong>Celsius,<\/strong> deren mechanischer Klang in Zusammenarbeit mit dem Pariser K\u00fcnstler Le Tone entwickelt wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>5. Kunst: Poesie<\/strong><\/p>\n<p>\u00abAch Zeit! Halte deinen Flug, und ihr, gl\u00fcckliche Stunden, haltet euer Rennen\u2026\u00bb Die Zeit, ihre Flucht und ihr unaufhaltsames Verrinnen sind eine bei Dichtern stets wiederkehrende Thematik, z.B. bei Lamartine, Ronsard und Apollinaire. Zwischen Faszination, Unverst\u00e4ndnis und Leid hin- und hergerissen haben sich die gr\u00f6ssten Dichter f\u00fcr sie interessiert. Einige Marken wissen auch heute noch ihren Zeitmessern einen poetischen Hauch zu vermitteln, vor allem bei Damenuhren. <strong>Van Cleef &amp; Arpels<\/strong> z\u00e4hlt mit den Complications po\u00e9tiques sowie den neuen Poetic-Wish-Zeitmessern dazu. <strong>Cartier<\/strong> widmet sich mit dem Tourbillon et Oiseau im sehr vertr\u00e4umten Stil ebenfalls der 5. Kunst. Ganz zu schweigen von der Marke <strong>Piaget,<\/strong> die mit ihrer neuen Kollektion Limelight Dancing Light die Stunden in einen poetischen Reigen verzaubert.<\/div>\n<p><\/br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>1. Kunst: Architektur<\/strong><\/p>\n<p>Oftmals springen die Gemeinsamkeiten zwischen Architektur und Uhrmacherei f\u00f6rmlich ins Auge. Zahlreiche Zeitmesser verwenden die gleiche \u00e4sthetische Sprache wie Bauwerke! Oft sind die \u00c4hnlichkeiten frappierend wie bei der Opus 12 von <strong>Harry Winston,<\/strong> deren typische Bogen an die neoklassischen W\u00f6lbungen der ber\u00fchmten Fassade des Harry-Winston-Salons in New York und die durchbrochenen Zeiger an die Hochh\u00e4user Manhattans erinnern. Dasselbe gilt f\u00fcr die DB28 ST von de Bethune, deren Architektur \u2013 und das Wort ist hier durchaus angebracht \u2013 irgendwie an sich kreuzende gotische Bogen denken l\u00e4sst. Und wem kommen nicht die Zeitmesser von <strong>Urwerk<\/strong> mit ihrem sehr technischen Zifferblattaufbau in den Sinn? Sowie nat\u00fcrlich auch all jene Uhren, deren Jargon sich mit dem der Architektur deckt. Spricht man nicht auch in beiden K\u00fcnsten von Br\u00fccken, St\u00e4ben, Pfeilern, Kl\u00f6tzen und R\u00e4ndelungen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2. Kunst: Bildhauerei<\/strong><\/p>\n<p>Nehmen Sie die L.U.C XP Skeletec von <strong>Chopard<\/strong> genauer unter die Lupe. Gehen Sie noch etwas n\u00e4her an die Jackie Chan von Richard Mille mit ihrem aus Gold geschnitzten Drachen heran. Handelt es sich dabei nicht um wahrhaftige Miniaturskulpturen? Die Uhren der hohen Uhrmacherkunst sind graviert, ziseliert, guillochiert, schlicht und ergreifend wie Skulpturen bearbeitet und nutzen deshalb die \u00c4sthetik und Technik der zweiten Kunst. Das passt perfekt in unser Zeitalter, in dem die Sch\u00f6nheit und Pr\u00e4zision der menschlichen Fingerfertigkeit h\u00f6her bewertet wird als alle anderen Kriterien der Uhrenproduktion. Die Zeitmesser von gestern und heute pr\u00e4sentieren dem Betrachter gern ihre Reliefs, ihre Volumen und ihre harmonischen Kurven.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3. Kunst: Malerei<\/strong><\/p>\n<p>Die Uhr, die man um den Hals, im Kragen der Damenkleider, am G\u00fcrtel oder an einer an der Weste verankerten Kette baumelnd trug, diente lange Zeit nicht nur zur Angabe der Uhrzeit, sondern auch als modisches Accessoire. Die Dekoration und im weiteren Sinne auch die Bemalung von Geh\u00e4usen und Zifferbl\u00e4ttern war \u00fcber viele Jahre ein wichtiges Element der Uhrmacherei. Die Marken f\u00fchren auch weiterhin Modelle, die durch die Kunst der Malerei noch versch\u00f6nert werden. Die breit gef\u00e4cherte Farbpalette der Kollektion Cerisier von <strong>DeLaneau,<\/strong> die der eines echten Malers ins nichts nachsteht, bildet Miniaturgem\u00e4lde mit sehr poetischen Akzenten. Die durch die imposanten Deckenfresken der Op\u00e9ra Garnier inspirierte \u00abChagall &amp; l\u2019Op\u00e9ra de Paris\u00bb aus der Kollektion M\u00e9tiers d\u2019Art, die Vacheron Constantin 2001 pr\u00e4sentierte, ist ein weiteres Beispiel f\u00fcr die sehr enge Beziehung zur 3. und 4. Kunst<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4. Kunst: Musik<\/strong><\/p>\n<p>Oft spricht man von der Musik der verstreichenden Zeit, vom st\u00e4ndigen Ticktack der verrinnenden Sekunden. Die Zeit reguliert die Musik und ist untrennbar mit ihr verbunden. Achtelnoten, Viertelnoten, ganze Noten und Pausen: Jede Melodie gehorcht der Zeit. Doch auch die verstreichende Zeit ist Musik. Jeder denkt dabei sofort an die atemberaubende Komplikation der Minutenrepetition. Sch\u00f6ne Beispiele sind die Reverso R\u00e9p\u00e9tition Minutes \u00e0 Rideau von <strong>Jaeger-LeCoultre<\/strong> oder das neue Modell Op\u00e9ra der <strong>Manufacture Royale<\/strong> als erste Minutenrepetition mit Tourbillon und \u00fcber 100 Stunden Gangreserve. Nicht minder beeindruckend ist die originelle Dix Furtif von <strong>Celsius,<\/strong> deren mechanischer Klang in Zusammenarbeit mit dem Pariser K\u00fcnstler Le Tone entwickelt wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>5. Kunst: Poesie<\/strong><\/p>\n<p>\u00abAch Zeit! Halte deinen Flug, und ihr, gl\u00fcckliche Stunden, haltet euer Rennen\u2026\u00bb Die Zeit, ihre Flucht und ihr unaufhaltsames Verrinnen sind eine bei Dichtern stets wiederkehrende Thematik, z.B. bei Lamartine, Ronsard und Apollinaire. Zwischen Faszination, Unverst\u00e4ndnis und Leid hin- und hergerissen haben sich die gr\u00f6ssten Dichter f\u00fcr sie interessiert. 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