{"id":2338,"date":"2012-11-02T17:37:16","date_gmt":"2012-11-02T16:37:16","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=2338"},"modified":"2012-11-21T13:27:31","modified_gmt":"2012-11-21T12:27:31","slug":"die-eroberung-der-zeit-ausgestellte-uhrmacherkunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/art-n-de\/12e_art-3\/die-eroberung-der-zeit-ausgestellte-uhrmacherkunst.html","title":{"rendered":"\u00abDie Eroberung der Zeit\u00bb: ausgestellte Uhrmacherkunst"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"contenu_article\">Einige meinen, dass bestimmte historische und sogar auch zeitgen\u00f6ssische Uhren echte \u00abSchmuckst\u00fccke\u00bb sind. Und zu Recht, denn in dem ewigen Streben des Menschen, die Zeit zu erobern, verk\u00f6rperten die Zeitmesser gleichermassen den Fortschritt von Wissenschaft und Kunst. Nur wenige Kreationen des Menschen zeugen von diesem langsamen, aber kontinuierlichen Fortschritt in der Umsetzung angewandter Techniken f\u00fcr die mechanische Zeitmessung und ihre durch Kunsthandwerke angebrachten Verzierungen: Bildhauerei, Gravur, Emaillieren, Ziselieren, Edelsteinfassen etc. Zu Beginn vertuschten die Letzteren \u00fcbrigens weitgehend die M\u00e4ngel der Ersteren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Genf, Wiege der Emailkunst<\/strong><\/p>\n<p>Die Ausstellung der Fondation de la Haute Horlogerie \u00abLa Conqu\u00eate du Temps\u00bb zeichnet diese Entwicklung exakt nach. Die zuerst in Mexiko-Stadt, dann in London und schliesslich in Paris gezeigte Ausstellung wurde wie eine Reise durch die Epochen und Stilrichtungen konzipiert, um deutlich zu machen, was die Uhr von heute den \u00abK\u00fcnstlern\u00bb von gestern verdankt. Nur ein Beispiel: Die Stadt Genf bildete im 18. Jahrhundert die Wiege der Emailkunst. Auf engstem Raum tummelten sich die besten Kunsthandwerker der damaligen Zeit, die Taschenuhren mit Feueremail und Grubenschmelz verzierten. Eine Kunst, die auch bei den sogenannten \u00abchinesischen\u00bb, weil f\u00fcr das Reich der Mitte bestimmten, Uhren zur Anwendung gelangte, die speziell f\u00fcr das besonders feuchte Klima der Region entwickelt wurden. Schon damals war China f\u00fcr die Schweizer Uhrmacherei ein besonders interessanter Absatzmarkt. Hier wurde auch die Emailtechnik \u00ab\u00e9mail sous fondant\u00bb entwickelt, bei der die Motive durch eine durchsichtige Emailschutzschicht besonderen Glanz erhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vom Gnomon bis zur Atomuhr<\/strong><\/p>\n<p>Das ist nur ein Beispiel von vielen, denn die Zeitmesser haben den besten Kunsthandwerkern und K\u00fcnstlern schon immer einen unersch\u00f6pflichen kreativen Raum geboten. Vielleicht auch, weil sie anf\u00e4nglich nur den Edelleuten und M\u00e4chtigen vorbehalten waren. Dadurch, dass die Zeitmessung f\u00fcr alle Bev\u00f6lkerungsschichten zug\u00e4nglich wurde, gewann sie an Technik, verlor aber an k\u00fcnstlerischer Symbolik. Angesichts gewisser moderner Uhren l\u00e4sst sich diese Aussage jedoch nicht verallgemeinern. Noch nie waren die Kunsthandwerke lebendiger. Die Manufakturen geben sich die gr\u00f6sste M\u00fche, um diese alt\u00fcberlieferten Traditionen am Leben zu halten, denn auch sie m\u00f6chten, dass die Zeitmesser viel mehr sind als nur einfache Zeitmesser. Die Ausstellung der Fondation de la Haute Horlogerie zeichnet diese Bestrebungen nach. Denn der Weg vom Gnomon bis zur Atomuhr f\u00fchrt auch \u00fcber die Kunst.<\/p><\/div>\n<p><\/br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige meinen, dass bestimmte historische und sogar auch zeitgen\u00f6ssische Uhren echte \u00abSchmuckst\u00fccke\u00bb sind. 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Die zuerst in Mexiko-Stadt, dann in London und schliesslich in Paris gezeigte Ausstellung wurde wie eine Reise durch die Epochen und Stilrichtungen konzipiert, um deutlich zu machen, was die Uhr von heute den \u00abK\u00fcnstlern\u00bb von gestern verdankt. Nur ein Beispiel: Die Stadt Genf bildete im 18. Jahrhundert die Wiege der Emailkunst. Auf engstem Raum tummelten sich die besten Kunsthandwerker der damaligen Zeit, die Taschenuhren mit Feueremail und Grubenschmelz verzierten. Eine Kunst, die auch bei den sogenannten \u00abchinesischen\u00bb, weil f\u00fcr das Reich der Mitte bestimmten, Uhren zur Anwendung gelangte, die speziell f\u00fcr das besonders feuchte Klima der Region entwickelt wurden. Schon damals war China f\u00fcr die Schweizer Uhrmacherei ein besonders interessanter Absatzmarkt. 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Die Manufakturen geben sich die gr\u00f6sste M\u00fche, um diese alt\u00fcberlieferten Traditionen am Leben zu halten, denn auch sie m\u00f6chten, dass die Zeitmesser viel mehr sind als nur einfache Zeitmesser. Die Ausstellung der Fondation de la Haute Horlogerie zeichnet diese Bestrebungen nach. 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