{"id":25056,"date":"2017-10-30T10:49:03","date_gmt":"2017-10-30T08:49:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gmtmag.com?p=25056"},"modified":"2017-10-30T12:02:22","modified_gmt":"2017-10-30T10:02:22","slug":"mikrorotor-maximoeglichkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/technik-n-de\/mikrorotor-maximoeglichkeiten.html","title":{"rendered":"Mikrorotor, Maxim\u00f6glichkeiten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Klein aber fein und weit verbreitet. Der Mikrorotor erfreut sich dank seiner zahlreichen Vorz\u00fcge gr\u00f6sster Beliebtheit.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rotor-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-25043 alignleft\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rotor-4.jpg\" alt=\"Rotor-4\" width=\"183\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rotor-4.jpg 214w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rotor-4-172x300.jpg 172w\" sizes=\"(max-width: 183px) 100vw, 183px\" \/><\/a>Der Mikrorotor dient zum Aufzug von Automatikwerken und unterscheidet sich von herk\u00f6mmlichen Rotoren durch seine Gr\u00f6sse, Form und Position. Normalerweise ist die Schwungmasse eine flache Halbscheibe oberhalb des Werks. Der Mikrorotor ist eine kleine, dicke und in die Werksh\u00f6he integrierte Halbscheibe. Er wurde 1957 fast gleichzeitig von Buren und Piaget erfunden und anschliessend vom Schweizer Uhrenunternehmen Universal Gen\u00e8ve bekannt gemacht, das seinen bereits 1954 patentieren liess. Ziel ist eine verbesserte technische Leistung sowie nat\u00fcrlich mehr Flachheit. Beides ist heute aktueller denn je. Von den drei urspr\u00fcnglichen Erfindern hat nur Piaget an der Nutzung des Mikrorotors festgehalten, der beim zweiten Wettstreit um gr\u00f6sstm\u00f6gliche Flachheit im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts ausschlaggebend war. Zu den drei Akteuren gesellte sich 1977 ein vierter und heute allgegenw\u00e4rtiger: Patek Philippe. Mitten in der Quarzkrise entwickelte die Marke das ultraflache, nach seiner H\u00f6he benannte Automatikkaliber 240. Das Unternehmen hatte eigens daf\u00fcr den Kaliberentwickler von Universal eingestellt. Das zeigt, wie wichtig Erfahrung bei der Entwicklung dieser sehr speziellen Kaliber ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rotor-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-25025 alignright\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rotor-3.jpg\" alt=\"Rotor-3\" width=\"142\" height=\"197\" srcset=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rotor-3.jpg 237w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rotor-3-215x300.jpg 215w\" sizes=\"(max-width: 142px) 100vw, 142px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rotor-5-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-25040 alignright\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rotor-5-1.jpg\" alt=\"Rotor-5\" width=\"126\" height=\"203\" srcset=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rotor-5-1.jpg 225w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rotor-5-1-186x300.jpg 186w\" sizes=\"(max-width: 126px) 100vw, 126px\" \/><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">ZWEITE JUGEND<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den 2000er-Jahren begleitete das Streben nach Perfektion und Diversifizierung die Renaissance der Uhrmacherei. Mehrere Marken w\u00e4hlten den Mikrorotor trotz seiner nat\u00fcrlichen Nachteile, um sich von der Masse abzuheben. Mit seinem geringeren Tr\u00e4gheitsmoment als bei einem normalgrossen Rotor zieht er das Federhaus auch weniger gut auf. Das brandneu von Montblanc eingeweihte Kaliber mit Mikrorotor bedarf beispielsweise f\u00fcr einen kompletten Aufzug eines elfst\u00fcndigen Cyclotests als Simulation des t\u00e4glichen Tragens statt der acht Stunden f\u00fcr einen Standardautomatikaufzug. Als Ausgleich wird der Mikrorotor aus sehr schweren Werkstoffen gefertigt: Wolfram, 22 Karat Gold oder Platin f\u00fcr die prestigetr\u00e4chtigsten Versionen. So verf\u00fcgen diese Kaliber \u00fcber eine herk\u00f6mmliche, wenn nicht sogar komfortable Gangreserve. Das gilt f\u00fcr mehrere Werke von Roger Dubuis, das von Herm\u00e8s, Richard Mille und Parmigiani verwendete Kaliber 5401 von Vaucher sowie das Kaliber 1.98 von Chopard mit 65 Stunden Gangreserve.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">EXPANSION<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rotor-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-25034 alignleft\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rotor-2.jpg\" alt=\"Rotor-2\" width=\"229\" height=\"324\" srcset=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rotor-2.jpg 732w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rotor-2-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rotor-2-724x1024.jpg 724w\" sizes=\"(max-width: 229px) 100vw, 229px\" \/><\/a>2002 entwickelte Girard-Perregaux eine Variante seines Tourbillons unter Drei Goldbr\u00fccken mit einem unter dem Federhaus versteckten und somit unsichtbaren Mikrorotor. MCT entwarf auf der Grundlage des Peseux 7001 ein eigenes Kaliber, das die Marke heute noch nutzt. Laurent Ferrier war als n\u00e4chstes an der Reihe. Diese technisch elegante und ausgefallene L\u00f6sung steht hoch im Kurs, denn 2017 warten gleich drei Marken damit auf: Romain Gauthier, Peter Speake-Marin sowie Bell&amp;Ross (\u00fcber MHC). Die grossen Marken suchen jedoch weiterhin nach dem Mikrorotor mit dem idealen Verh\u00e4ltnis zwischen Technik, Ergonomie und Flachheit. Panerai und Bulgari nutzen ihn, und ihre technischen Entscheidungen entsprechen dem aktuellen Trend, denn je schwerer und breiter im Schwung der Mikrorotor ist, desto effizienter ist er auch. Die Kaliber sind deutlich gr\u00f6sser geworden. Das Kaliber 240 von Patek Philippe und das BVL138 von Bulgari weisen einen Durchmesser von 27,5 mm bzw. 36,6 mm auf. Das Konzept wird immer flexibler. Dies gilt gleichermassen f\u00fcr die einfachsten wie auch die komplexesten Kaliber, wie die Grande Complication von Cartier erneut beweist.<\/p>\n<hr \/>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">PAULS POSITION<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Mikrorotor bietet eine ausgezeichnete L\u00f6sung, um die H\u00f6he des Uhrwerks zu reduzieren, eine ultraflache Uhr zu bauen oder mehr Raum f\u00fcr ein sch\u00f6nes offenes Werk zu schaffen. Im Rahmen meiner Recherchen zu einem Artikel f\u00fcr WorldTempus habe ich unl\u00e4ngst jedoch entdeckt, dass Werke mit Mikrorotor relativ teuer sind. Nur eine Handvoll Marken bietet Zeitmesser mit Mikrorotor f\u00fcr unter CHF 10 000.\u2013 an. Mikrorotoren sind folglich in erster Linie f\u00fcr Sammler gedacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klein aber fein und weit verbreitet. 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