{"id":25441,"date":"2017-11-06T14:00:12","date_gmt":"2017-11-06T12:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gmtmag.com?p=25441"},"modified":"2017-11-06T18:10:17","modified_gmt":"2017-11-06T16:10:17","slug":"gute-lesbarkeit-ist-eine-kunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/technik-n-de\/gute-lesbarkeit-ist-eine-kunst.html","title":{"rendered":"Gute Lesbarkeit ist eine Kunst"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Lesbarkeit ist von gr\u00f6sster ergonomischer Bedeutung. F\u00fcr eine klare Zeitangabe \u2013 unerl\u00e4sslich f\u00fcr technische Uhren und auch im Alltag nicht minder n\u00fctzlich \u2013 braucht es einen holistischen Designansatz.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-25407 alignleft\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-2.jpg\" alt=\"Technique-2\" width=\"316\" height=\"431\" srcset=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-2.jpg 580w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-2-220x300.jpg 220w\" sizes=\"(max-width: 316px) 100vw, 316px\" \/><\/a>Je nach Komplexit\u00e4t sowie der eigenen Vorliebe f\u00fcr bestimmte Designregeln ist eine Uhr mehr oder weniger einfach lesbar. Denn ebendiese zeichnen daf\u00fcr verantwortlich, ob eine Uhr die Zeit unmissverst\u00e4ndlich anzeigt oder nicht. Dabei steht viel auf dem Spiel, weil ein nicht unerheblicher Teil der K\u00e4ufer sch\u00f6ner Uhren bereits das Alter der Weitsichtigkeit erreicht hat. Schliesslich w\u00e4re es nicht zumutbar, sie f\u00fcr den gar unbewussten Blick ans Handgelenk jedes Mal zum Tragen ihrer Lesebrille zu verdammen. Die Uhrmacher k\u00f6nnen nicht unerm\u00fcdlich an einem Gegenstand mit einem Durchmesser von 3,5 bis 4,5 Zentimetern arbeiten und dabei seine Kleinheit ignorieren. Zumal die 45 mm heute wieder auf 42 mm zusammengeschrumpft sind \u2013 und dieser Unterschied ist wahrlich deutlich sichtbar.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">VERBREITERN<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Regel Nummer 1 f\u00fcr bessere Lesbarkeit: gr\u00f6sser schreiben. Doch diese Binsenweisheit ist t\u00fcckischer umzusetzen als man glaubt. Eine fettere Schrift wirkt selten diskret und elegant. Solch ein Versuch m\u00fcndet fast immer im sportlichen Bereich. Das hinderte Bell&amp;Ross jedoch nicht daran, ein sehr spezielles und eindeutig auf Lesbarkeit ausgelegtes Zifferblatt zu entwickeln. Das Geheimrezept beruht in erster Linie auf den vier grossen, sehr ausgefallenen arabischen Ziffern, die die Marke eigens daf\u00fcr entwickelte. Ganz allgemein lesen sich arabische Ziffern leichter als r\u00f6mische, aber weniger gut als Indexe. Je gr\u00f6sser die Letzteren, desto h\u00f6her die Lesbarkeit\u2026 bis sich der Effekt wieder umkehrt. Die Taucheruhren von Seiko sind schon nahe am Limit und genau das macht ihren Erfolg aus.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-6.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-25414 alignright\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-6.jpg\" alt=\"Technique-6\" width=\"139\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-6.jpg 263w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-6-195x300.jpg 195w\" sizes=\"(max-width: 139px) 100vw, 139px\" \/><\/a><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">KONTRASTIEREN<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Regel Nummer 2: f\u00fcr Kontraste sorgen. Ton in Ton ist schwer erkennbar. Bei Uhren ohne Zifferblatt fehlen oft die Anhaltspunkte, wobei Skelettuhren mit verschiedenen Hintergr\u00fcnden und Tiefen eine besondere Herausforderung sind. Nichts verwirrt das Auge mehr, ausser vielleicht einer am Aussenrand befindlichen Tachometerskala. Weiss auf schwarzem Grund ist und bleibt optimal, vor allem ein mattes Schwarz, wie es Tudor wohl\u00fcberlegt f\u00fcr die Pelagos-Modelle w\u00e4hlt. Polierte Zeiger und Zifferbl\u00e4tter im Sonnenschliff sind ebenfalls zu vermeiden, denn die m\u00f6glichen Spiegelungen beeintr\u00e4chtigen das Lesen bei starker Sonneneinstrahlung wie auch bei schwachem Licht. Kontraste sind vorteilhaft, weil sie wie beispielsweise bei der Classique 7147 von Breguet auch elegant wirken k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">ABTRENNEN<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-25420 alignleft\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-3.jpg\" alt=\"Technique-3\" width=\"254\" height=\"255\" srcset=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-3.jpg 463w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-3-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-3-114x114.jpg 114w\" sizes=\"(max-width: 254px) 100vw, 254px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-10.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-25423 alignleft\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-10.jpg\" alt=\"Technique-10\" width=\"150\" height=\"278\" srcset=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-10.jpg 221w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-10-162x300.jpg 162w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Je mehr Anzeigen, desto gr\u00f6sser das Verwirrungspotenzial. Die kleine Sekunde ist hier, der Chronograph da, und was war noch dieser Z\u00e4hler bei 3 Uhr? Einigen Marken ist eine gute Anordnung der Komplikationen gelungen. Breguet entwickelte einen ewigen Kalender mit vertikaler Anzeige. Patek Philippe kombiniert beispielsweise bei der Nautilus 5980 Stunden und Minuten des Automatikchronographen im gleichen Z\u00e4hler. Bestimmte Abtrennungen funktionieren auch gut. Omega optimierte die Lesbarkeit der Seamaster Planet Ocean in der Dunkelheit durch eine Kombination aus zwei unterschiedlich farbigen Super-LumiNova-Leuchtmassen f\u00fcr Stunden und Minuten.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-7.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-25426 alignright\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Technique-7.jpg\" alt=\"Technique-7\" width=\"236\" height=\"296\" \/><\/a><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">VERGR\u00d6SSERN<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Last but not least kann man auch k\u00fcnstlich vergr\u00f6ssern. Rolex ist hier das offensichtlichste Beispiel mit der bereits 1953 patentierten Cyclope-Lupe \u00fcber dem Datum. Es geht aber auch subtiler. Bestimmte Uhren mit Komplikationsmodulen werden mit einer stark tiefergelegten Datumsscheibe versehen. Um hier den Kel- lereffekt zu vermeiden, f\u00fcllt IWC das Datumsfenster der Portofino Moon Phase mit Glasfasern. Diese sind unsichtbar, heben das Datum jedoch visuell an, sodass es auf gleicher H\u00f6he mit dem Zifferblatt zu sein scheint. Genial!<\/p>\n<hr \/>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">PAULS POSITION<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Sie die Lesbarkeit ganz oben auf Ihre Priorit\u00e4tenliste setzen, grenzen Sie damit die Ergebnisse nicht unbedingt ein. Eine Schnellsuche auf WorldTempus mit dem Begriff \u00abLesbarkeit\u00bb gibt 377 Artikel an, die dieses Wort enthalten, und ausserdem haben Sie die Qual der Wahl. Bei genauerer Betrachtung stellen Sie fest, dass auch einfarbige, ultraflache und skelettierte Uhren unter Umst\u00e4nden perfekt gut ablesbar sein k\u00f6nnen. Wie so oft in der hohen Uhrmacherkunst steckt der Teufel im Detail.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Lesbarkeit ist von gr\u00f6sster ergonomischer Bedeutung. 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