{"id":2713,"date":"2011-11-20T09:46:04","date_gmt":"2011-11-20T08:46:04","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=2713"},"modified":"2012-11-20T09:48:33","modified_gmt":"2012-11-20T08:48:33","slug":"jean-marc-pontroue-roger-dubuis-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/business-n-de\/interview-3\/jean-marc-pontroue-roger-dubuis-3.html","title":{"rendered":"Jean-Marc  Pontrou\u00e9 &#8211; Roger Dubuis : CEO von Roger Dubuis"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"contenu_article\"><strong>Welche Bilanz ziehen Sie nach Ihren elf Jahren bei Montblanc?<\/strong><br \/>\nDer Erfolgskurs der Marke in diesem Jahrzehnt gr\u00fcndete auf einer starken Diversifizierung sowie einer spektakul\u00e4ren Entwicklung des Vertriebsnetzes. Montblanc z\u00e4hlt heute 420 Boutiquen, davon 60 in China. Ganz zu schweigen von den 40 Shop-in-Shops in Asien mit einer Fl\u00e4che von manchmal bis zu 200 Quadratmetern. An diesen Verkaufspunkten wird der L\u00f6wenanteil des Umsatzes heute nicht mehr mit Schreibger\u00e4ten, sondern anderen Produkten gemacht. Das Wachstum verdankt die Marke Montblanc vor allem der Uhrmacherei. Als ich 2000 bei Montblanc begann, haben wir uns zu dritt um die Uhrmacherei gek\u00fcmmert. Heute besch\u00e4ftigt der Sektor 150 Angestellte. Das ist nicht mehr das gleiche Unternehmen! Zuerst haben die Kunden die uhrmacherische Legitimit\u00e4t von Montblanc anerkannt, dann die Einzelh\u00e4ndler und nun sogar unsere Kollegen. Die Anerkennung kommt auch ganz institutionell zum Ausdruck wie beispielsweise beim Grand Prix d\u2019Horlogerie de Gen\u00e8ve, der den Prix de la Petite Aiguille an unsere Worldtimer** verlieh. So schliesst sich der Kreis.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Was hat Sie bei Ihrer Ankunft bei Roger Dubuis \u00fcberrascht?<\/strong><br \/>\nAlles! Das ist nach elf Jahren im gleichen Unternehmen w\u00e4hrend der ersten 100 Tage aber wahrscheinlich normal. In Hamburg z\u00e4hlte ich zu den j\u00fcngsten, hier zu den \u00e4ltesten. Am meisten beeindruckt hat mich die \u00dcbereinstimmung zwischen der Modernit\u00e4t der Manufaktur Roger Dubuis und der Dynamik der Mitarbeiter, cool und entspannt, ein wenig wie auf einem Uni-Campus. Ich bezeichne Roger Dubuis oft als Apple der hohen Uhrmacherkunst. Die Entwicklungszeiten sind sehr kurz. Ich muss eher bremsen als anfeuern. Die Marketing- und Design-Teams arbeiten mit den f\u00fcr die Werke zust\u00e4ndigen Kollegen Hand in Hand. Beide Abteilungen generieren gleich viele Neuerungen.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie w\u00fcrden Sie die Marke heute definieren?<\/strong><br \/>\nDie Positionierung von Roger Dubuis hebt sich stark von dem ab, was man sonst in der hohen Uhrmacherkunst findet. Die Marke symbolisiert die Kombination aus High-End-Uhreninhalt und einer sehr starken Pers\u00f6nlichkeit, die die Excalibur und die Mon\u00e9gasque besonders gut verk\u00f6rpern. Das ausgepr\u00e4gte Design unserer Uhren l\u00e4sst niemanden gleichg\u00fcltig. Ausserdem sind wir die einzige Manufaktur, deren gesamte Produktion, f\u00fcr die wir 31 Kaliber entwickelt haben, mit dem Genfer Stempel versehen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Was ist das Hauptzielpublikum?<\/strong><br \/>\nBei einer Jahresproduktion von 4000 bis 5000 Uhren mit einem Verkaufswert von CHF 15 000 bis CHF 500 000 z\u00e4hlt Roger Dubuis zu den besonders exklusiven Marken. Wir verf\u00fcgen \u00fcber drei Kundengruppen: neue L\u00e4nder, in denen die Schweizer Uhrenindustrie sich exponentiell entwickelt und auf denen wir seit f\u00fcnf Jahren die h\u00f6chsten Wachstumsraten verzeichnen (Brasilien, China, Naher Osten und Russland), L\u00e4nder mit gut verankerter Uhrenkultur, vor allem dank der stark pr\u00e4senten Fachpresse und besonders vielen Sammlern (Frankreich, Japan und Schweiz als Beispiele), und schliesslich die Frauen als neustes Kundensegment in dieser Preiskategorie.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Wird sich das Produktportfolio in Zukunft noch deutlich ver\u00e4ndern?<\/strong><br \/>\n2012 werden wir noch zwei neue Familien einf\u00fchren. Die vor 18 Monaten von Georges Kern begonnen Arbeiten zielten auf die Schaffung von vier mit Phantasiewelten verbundenen Produktplattformen unter dem Motto \u00abEmbrace an incredible world\u00bb ab. Die Linie Excalibur gr\u00fcndet in der Kommunikation auf dem Schwert und st\u00fctzt sich dabei auf ein reichhaltiges Kulturgut auf den Gebieten Literatur und Kino. Die Mon\u00e9gasque setzt auf das Thema Spiel, und ihre Kommunikationsschwerpunkte bilden Produkte mit Komplikationen rund um diesen Bereich. Es ist ein grosser Vorteil, ein eigenes Kreationsb\u00fcro zu besitzen, das auch unsere gesamte Kommunikation organisiert. Unser Stand am SIHH wird in die Annalen eingehen, denn wir werden dort die vier Welten auf spektakul\u00e4re Weise zur Schau stellen. Dazu geh\u00f6rt vor allem auch die neue Linie Velvet mit einem Diva-Gen und die neue Linie Pulsion als Vertreterin moderner Abenteurer.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Wie steht es um das Vertriebsnetz und den Boutiquenmix?<\/strong><br \/>\nDie k\u00f6nnen mit der Exklusivit\u00e4t unserer Produkte nur in Einklang stehen. Wir verkaufen in 13 eigenen Boutiquen (mit Ausnahme von Genf und Moskau alle in Asien) sowie bei 170 Einzelh\u00e4ndlern. Roger Dubuis hat nicht vor, dieses Vertriebsnetz deutlich zu erweitern. Wir m\u00fcssen hingegen den Mehrwert unseres Genfer Stempels kommunizieren, seine zw\u00f6lf Etappen sowie den Grund erkl\u00e4ren, warum sein Erhalt die Entwicklungszeiten um mehr als 40% verl\u00e4ngert. Es ist Aufgabe unserer Boutiquen, dieses Erlebnis nachempfinden zu lassen.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was werden die Highlights des Jahres 2012 sein?<\/strong><br \/>\n2012 l\u00e4utet das Ende des Wiederaufbaus der Marke ein. Wir werden die vier Produktlinien und ihre Welten einf\u00fchren, zwei neue grosse Boutiquen in Dubai und Hongkong er\u00f6ffnen und im September unser innovatives Werksprojekt Pyramide pr\u00e4sentieren. Dann m\u00fcssen wir noch unseren Dreijahresplan definieren, vor allem f\u00fcr die Animation der Excalibur am SIHH 2013!<br \/>\n<em><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>*\u00a0 Jean-Marc Pontrou\u00e9 wurde im Oktober 2011 zum Generaldirektor von Roger Dubuis ernannt. Im Februar 2012 tritt er seine Stelle als CEO an.<\/em><\/div>\n<p><\/br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Welche Bilanz ziehen Sie nach Ihren elf Jahren bei Montblanc?<\/strong><br \/>\nDer Erfolgskurs der Marke in diesem Jahrzehnt gr\u00fcndete auf einer starken Diversifizierung sowie einer spektakul\u00e4ren Entwicklung des Vertriebsnetzes. Montblanc z\u00e4hlt heute 420 Boutiquen, davon 60 in China. Ganz zu schweigen von den 40 Shop-in-Shops in Asien mit einer Fl\u00e4che von manchmal bis zu 200 Quadratmetern. An diesen Verkaufspunkten wird der L\u00f6wenanteil des Umsatzes heute nicht mehr mit Schreibger\u00e4ten, sondern anderen Produkten gemacht. Das Wachstum verdankt die Marke Montblanc vor allem der Uhrmacherei. Als ich 2000 bei Montblanc begann, haben wir uns zu dritt um die Uhrmacherei gek\u00fcmmert. Heute besch\u00e4ftigt der Sektor 150 Angestellte. Das ist nicht mehr das gleiche Unternehmen! Zuerst haben die Kunden die uhrmacherische Legitimit\u00e4t von Montblanc anerkannt, dann die Einzelh\u00e4ndler und nun sogar unsere Kollegen. Die Anerkennung kommt auch ganz institutionell zum Ausdruck wie beispielsweise beim Grand Prix d\u2019Horlogerie de Gen\u00e8ve, der den Prix de la Petite Aiguille an unsere Worldtimer** verlieh. So schliesst sich der Kreis.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Was hat Sie bei Ihrer Ankunft bei Roger Dubuis \u00fcberrascht?<\/strong><br \/>\nAlles! Das ist nach elf Jahren im gleichen Unternehmen w\u00e4hrend der ersten 100 Tage aber wahrscheinlich normal. In Hamburg z\u00e4hlte ich zu den j\u00fcngsten, hier zu den \u00e4ltesten. Am meisten beeindruckt hat mich die \u00dcbereinstimmung zwischen der Modernit\u00e4t der Manufaktur Roger Dubuis und der Dynamik der Mitarbeiter, cool und entspannt, ein wenig wie auf einem Uni-Campus. Ich bezeichne Roger Dubuis oft als Apple der hohen Uhrmacherkunst. Die Entwicklungszeiten sind sehr kurz. Ich muss eher bremsen als anfeuern. Die Marketing- und Design-Teams arbeiten mit den f\u00fcr die Werke zust\u00e4ndigen Kollegen Hand in Hand. Beide Abteilungen generieren gleich viele Neuerungen.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie w\u00fcrden Sie die Marke heute definieren?<\/strong><br \/>\nDie Positionierung von Roger Dubuis hebt sich stark von dem ab, was man sonst in der hohen Uhrmacherkunst findet. Die Marke symbolisiert die Kombination aus High-End-Uhreninhalt und einer sehr starken Pers\u00f6nlichkeit, die die Excalibur und die Mon\u00e9gasque besonders gut verk\u00f6rpern. Das ausgepr\u00e4gte Design unserer Uhren l\u00e4sst niemanden gleichg\u00fcltig. Ausserdem sind wir die einzige Manufaktur, deren gesamte Produktion, f\u00fcr die wir 31 Kaliber entwickelt haben, mit dem Genfer Stempel versehen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Was ist das Hauptzielpublikum?<\/strong><br \/>\nBei einer Jahresproduktion von 4000 bis 5000 Uhren mit einem Verkaufswert von CHF 15 000 bis CHF 500 000 z\u00e4hlt Roger Dubuis zu den besonders exklusiven Marken. Wir verf\u00fcgen \u00fcber drei Kundengruppen: neue L\u00e4nder, in denen die Schweizer Uhrenindustrie sich exponentiell entwickelt und auf denen wir seit f\u00fcnf Jahren die h\u00f6chsten Wachstumsraten verzeichnen (Brasilien, China, Naher Osten und Russland), L\u00e4nder mit gut verankerter Uhrenkultur, vor allem dank der stark pr\u00e4senten Fachpresse und besonders vielen Sammlern (Frankreich, Japan und Schweiz als Beispiele), und schliesslich die Frauen als neustes Kundensegment in dieser Preiskategorie.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Wird sich das Produktportfolio in Zukunft noch deutlich ver\u00e4ndern?<\/strong><br \/>\n2012 werden wir noch zwei neue Familien einf\u00fchren. Die vor 18 Monaten von Georges Kern begonnen Arbeiten zielten auf die Schaffung von vier mit Phantasiewelten verbundenen Produktplattformen unter dem Motto \u00abEmbrace an incredible world\u00bb ab. Die Linie Excalibur gr\u00fcndet in der Kommunikation auf dem Schwert und st\u00fctzt sich dabei auf ein reichhaltiges Kulturgut auf den Gebieten Literatur und Kino. Die Mon\u00e9gasque setzt auf das Thema Spiel, und ihre Kommunikationsschwerpunkte bilden Produkte mit Komplikationen rund um diesen Bereich. Es ist ein grosser Vorteil, ein eigenes Kreationsb\u00fcro zu besitzen, das auch unsere gesamte Kommunikation organisiert. Unser Stand am SIHH wird in die Annalen eingehen, denn wir werden dort die vier Welten auf spektakul\u00e4re Weise zur Schau stellen. Dazu geh\u00f6rt vor allem auch die neue Linie Velvet mit einem Diva-Gen und die neue Linie Pulsion als Vertreterin moderner Abenteurer.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Wie steht es um das Vertriebsnetz und den Boutiquenmix?<\/strong><br \/>\nDie k\u00f6nnen mit der Exklusivit\u00e4t unserer Produkte nur in Einklang stehen. Wir verkaufen in 13 eigenen Boutiquen (mit Ausnahme von Genf und Moskau alle in Asien) sowie bei 170 Einzelh\u00e4ndlern. Roger Dubuis hat nicht vor, dieses Vertriebsnetz deutlich zu erweitern. Wir m\u00fcssen hingegen den Mehrwert unseres Genfer Stempels kommunizieren, seine zw\u00f6lf Etappen sowie den Grund erkl\u00e4ren, warum sein Erhalt die Entwicklungszeiten um mehr als 40% verl\u00e4ngert. Es ist Aufgabe unserer Boutiquen, dieses Erlebnis nachempfinden zu lassen.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was werden die Highlights des Jahres 2012 sein?<\/strong><br \/>\n2012 l\u00e4utet das Ende des Wiederaufbaus der Marke ein. Wir werden die vier Produktlinien und ihre Welten einf\u00fchren, zwei neue grosse Boutiquen in Dubai und Hongkong er\u00f6ffnen und im September unser innovatives Werksprojekt Pyramide pr\u00e4sentieren. Dann m\u00fcssen wir noch unseren Dreijahresplan definieren, vor allem f\u00fcr die Animation der Excalibur am SIHH 2013!<br \/>\n<em><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>*\u00a0 Jean-Marc Pontrou\u00e9 wurde im Oktober 2011 zum Generaldirektor von Roger Dubuis ernannt. 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