{"id":2730,"date":"2011-11-20T10:14:03","date_gmt":"2011-11-20T09:14:03","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=2730"},"modified":"2012-11-20T10:15:20","modified_gmt":"2012-11-20T09:15:20","slug":"vincent-perriard-hyt-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/business-n-de\/interview-3\/vincent-perriard-hyt-3.html","title":{"rendered":"Vincent Perriard &#8211; HYT : CEO von HYT"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"contenu_article\"><strong>Sie haben schon mehrere Marken geleitet und lancieren jetzt\u00a0 Ihre eigene. Wie kamen Sie zu diesem Entschluss?<\/strong><br \/>\nNachdem ich in zwei grossen Konzernen (Swatch Group und MGI Luxury) gearbeitet und mir bei Audemars Piguet (fast f\u00fcnf Jahre lang) meine Sporen verdient habe, schien es mir nur nat\u00fcrlich, meine eigene Marke zu gr\u00fcnden. Ich wollte die Messlatte aber von Anfang an sehr hoch ansetzen, um nicht einfach nur eine weitere Marke auf dem Uhrenmarkt zu sein. Ich brauchte also ein verbl\u00fcffendes und verr\u00fccktes Konzept.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie haben Sie Ihre Weggef\u00e4hrten ausgew\u00e4hlt?<\/strong><br \/>\nEhrlich gesagt war da eher der Zufall im Spiel \u2026 wie so oft! Im Oktober 2010 begegnete ich Lucien Vouillamoz, Patrick Berdoz und Emmanuel Savioz. Lucien hatte ein System erfunden, bei dem ein spezifisches Volumen Mikrofl\u00fcssigkeit mit einer spezifischen Geschwindigkeit zirkuliert. Sein langj\u00e4hriger Freund Patrick Berdoz hatte seine Forschungsarbeiten finanziert. Gemeinsam tr\u00e4umten sie von einer ersten Anwendung dieser Technologie in einer Uhr und suchten nach einer Person, die dieses Projekt in Form einer Uhrenmarke umsetzen konnte. Ich habe mich gemeinsam mit Bruno Mourtarlier ins Abenteuer eingeklinkt. Bruno steuert seinen Pragmatismus, seine Erfahrungen sowie sein Produktfachwissen bei. Als ehemaliger Leiter der industriellen Fertigung bei Audemars Piguet half er, f\u00fcr die Herstellung der H1 von HYT die besten Akteure unserer Industrie auszuw\u00e4hlen. Seine erste Entscheidung war die Zusammenarbeit mit Jean-Fran\u00e7ois Mojon f\u00fcr die Entwicklung unseres eigenen mechanischen Uhrwerks. S\u00e9bastien Perret entwarf die H1. Mein Freund Xavier Casals zeichnet f\u00fcr das Design von HYT und Ion Schiau f\u00fcr Marketing und Verkauf verantwortlich.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was sind die besonderen Merkmale der Marke HYT?<\/strong><br \/>\nIch hatte einen alten Traum, ja fast schon einen Wunschtraum: eine Mischung aus Fl\u00fcssigkeit und Uhr. Bei Concord war ich mit der \u00abQuantum Gravity\u00bb, die im Tourbillon eine Fl\u00fcssigkeit enthielt, schon sehr nah dran. Und doch waren wir noch Lichtjahre von unseren M\u00f6glichkeiten bei HYT entfernt. Die Vision der Marke ist einzigartig: die Kombination aus einer Fl\u00fcssigkeit und einer mechanischen Uhr. Das ist einzigartig und stark. Uns sind keine Grenzen gesetzt.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kann dieses Konzept wirklich \u00fcber mehrere Modellgenerationen umgesetzt werden?<\/strong><br \/>\nJa, absolut. Sobald man eine klare und einzigartige Vision hat, kann dieses Konzept endlos umgesetzt werden. Wir haben schon mehrere Projekte in der Pipeline. Die H2 und die H3 sind bereits in Planung. Bestimmte Modelle werden durch Komplexit\u00e4t und Originalit\u00e4t bestechen, andere hingegen durch Klassizismus und Schlichtheit.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auf welche Patente sind Sie besonders stolz?<\/strong><br \/>\nWir haben sechs Patente angemeldet. Ich bin besonders stolz darauf, von extrem hochqualifizierten Partnern umgeben zu sein, die alle eine spezielle Funktion erf\u00fcllen und ein besonderes Know-how mitbringen. Gemeinsam entwickeln wir ein einzigartiges und in der Uhrenindustrie wahrhaftig innovatives Konzept. Zu Beginn unserer Zusammenarbeit waren wir vor allem von der Idee begeistert, eine Fl\u00fcssigkeit mit einem mechanischen Uhrwerk zu kombinieren, denn das schien eigentlich unm\u00f6glich \u2026 Zumindest war es noch nie jemandem vor uns gelungen.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>An welche Zielgruppe richten Sie sich mit Ihrer ersten Produktlinie?<\/strong><br \/>\nSammler und Liebhaber innovativer, spezieller und einzigartiger Uhren. Wer w\u00e4re nicht von einer leistungsstarken, runden Uhr mit rassigem Design begeistert, in deren Manufakturwerk sich eine Fl\u00fcssigkeit zwischen zwei Kolben (wie bei einer echten Maschine) hin- und herbewegt, um die Uhrzeit und die verstreichende Zeit anzugeben?<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hat das erste Feedback Ihrer Partner aus dem Einzelhandel zu einer Anpassung des Konzepts gef\u00fchrt?<\/strong><br \/>\nWir haben die Produktion 2012 bereits abgeschlossen. Wir arbeiten seit einem Jahr daran und konnten dank der Technologie die besten Vertriebsnetze der Uhrenindustrie f\u00fcr uns gewinnen.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Werden Sie 2012 \u00fcber Verkaufsstellen in der Schweiz verf\u00fcgen?<\/strong><br \/>\nJa, \u00fcber mindestens eine, vielleicht sogar zwei.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wann meinen Sie, die Herausforderung gemeistert zu haben?<\/strong><br \/>\nDas geschieht in mehreren Etappen. Zuerst warten wir die Lancierung und die Reaktionen der Kunden an der Baselworld 2012 ab. Dann sind wir auf die Wirkung innerhalb der Uhrenbranche gespannt, ohne jedoch die Frage nach dem Volumen und der Leistung der Marke aus den Augen zu verlieren. Wir (er)leben die Herausforderung im Moment sehr intensiv. Jeder Augenblick ist ein Vergn\u00fcgen: die Entdeckung einer solchen Erfindung, der Challenge, alles zum Funktionieren zu bringen, sowie die Freude, hier und mit allen Journalisten dar\u00fcber zu sprechen, die wir in den kommenden Monaten treffen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Wie steht es Ihrer Meinung nach in zehn Jahren um HYT?<\/strong><br \/>\nAusgezeichnet! Ich m\u00f6chte die Spannung aber noch ein wenig aufrechterhalten, denn wir haben noch viele Tr\u00e4ume und Projekte in petto.<\/div>\n<p><\/br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Sie haben schon mehrere Marken geleitet und lancieren jetzt\u00a0 Ihre eigene. Wie kamen Sie zu diesem Entschluss?<\/strong><br \/>\nNachdem ich in zwei grossen Konzernen (Swatch Group und MGI Luxury) gearbeitet und mir bei Audemars Piguet (fast f\u00fcnf Jahre lang) meine Sporen verdient habe, schien es mir nur nat\u00fcrlich, meine eigene Marke zu gr\u00fcnden. Ich wollte die Messlatte aber von Anfang an sehr hoch ansetzen, um nicht einfach nur eine weitere Marke auf dem Uhrenmarkt zu sein. Ich brauchte also ein verbl\u00fcffendes und verr\u00fccktes Konzept.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie haben Sie Ihre Weggef\u00e4hrten ausgew\u00e4hlt?<\/strong><br \/>\nEhrlich gesagt war da eher der Zufall im Spiel \u2026 wie so oft! Im Oktober 2010 begegnete ich Lucien Vouillamoz, Patrick Berdoz und Emmanuel Savioz. Lucien hatte ein System erfunden, bei dem ein spezifisches Volumen Mikrofl\u00fcssigkeit mit einer spezifischen Geschwindigkeit zirkuliert. Sein langj\u00e4hriger Freund Patrick Berdoz hatte seine Forschungsarbeiten finanziert. Gemeinsam tr\u00e4umten sie von einer ersten Anwendung dieser Technologie in einer Uhr und suchten nach einer Person, die dieses Projekt in Form einer Uhrenmarke umsetzen konnte. Ich habe mich gemeinsam mit Bruno Mourtarlier ins Abenteuer eingeklinkt. Bruno steuert seinen Pragmatismus, seine Erfahrungen sowie sein Produktfachwissen bei. Als ehemaliger Leiter der industriellen Fertigung bei Audemars Piguet half er, f\u00fcr die Herstellung der H1 von HYT die besten Akteure unserer Industrie auszuw\u00e4hlen. Seine erste Entscheidung war die Zusammenarbeit mit Jean-Fran\u00e7ois Mojon f\u00fcr die Entwicklung unseres eigenen mechanischen Uhrwerks. S\u00e9bastien Perret entwarf die H1. Mein Freund Xavier Casals zeichnet f\u00fcr das Design von HYT und Ion Schiau f\u00fcr Marketing und Verkauf verantwortlich.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was sind die besonderen Merkmale der Marke HYT?<\/strong><br \/>\nIch hatte einen alten Traum, ja fast schon einen Wunschtraum: eine Mischung aus Fl\u00fcssigkeit und Uhr. Bei Concord war ich mit der \u00abQuantum Gravity\u00bb, die im Tourbillon eine Fl\u00fcssigkeit enthielt, schon sehr nah dran. Und doch waren wir noch Lichtjahre von unseren M\u00f6glichkeiten bei HYT entfernt. Die Vision der Marke ist einzigartig: die Kombination aus einer Fl\u00fcssigkeit und einer mechanischen Uhr. Das ist einzigartig und stark. Uns sind keine Grenzen gesetzt.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kann dieses Konzept wirklich \u00fcber mehrere Modellgenerationen umgesetzt werden?<\/strong><br \/>\nJa, absolut. Sobald man eine klare und einzigartige Vision hat, kann dieses Konzept endlos umgesetzt werden. Wir haben schon mehrere Projekte in der Pipeline. Die H2 und die H3 sind bereits in Planung. Bestimmte Modelle werden durch Komplexit\u00e4t und Originalit\u00e4t bestechen, andere hingegen durch Klassizismus und Schlichtheit.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auf welche Patente sind Sie besonders stolz?<\/strong><br \/>\nWir haben sechs Patente angemeldet. Ich bin besonders stolz darauf, von extrem hochqualifizierten Partnern umgeben zu sein, die alle eine spezielle Funktion erf\u00fcllen und ein besonderes Know-how mitbringen. Gemeinsam entwickeln wir ein einzigartiges und in der Uhrenindustrie wahrhaftig innovatives Konzept. Zu Beginn unserer Zusammenarbeit waren wir vor allem von der Idee begeistert, eine Fl\u00fcssigkeit mit einem mechanischen Uhrwerk zu kombinieren, denn das schien eigentlich unm\u00f6glich \u2026 Zumindest war es noch nie jemandem vor uns gelungen.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>An welche Zielgruppe richten Sie sich mit Ihrer ersten Produktlinie?<\/strong><br \/>\nSammler und Liebhaber innovativer, spezieller und einzigartiger Uhren. Wer w\u00e4re nicht von einer leistungsstarken, runden Uhr mit rassigem Design begeistert, in deren Manufakturwerk sich eine Fl\u00fcssigkeit zwischen zwei Kolben (wie bei einer echten Maschine) hin- und herbewegt, um die Uhrzeit und die verstreichende Zeit anzugeben?<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hat das erste Feedback Ihrer Partner aus dem Einzelhandel zu einer Anpassung des Konzepts gef\u00fchrt?<\/strong><br \/>\nWir haben die Produktion 2012 bereits abgeschlossen. Wir arbeiten seit einem Jahr daran und konnten dank der Technologie die besten Vertriebsnetze der Uhrenindustrie f\u00fcr uns gewinnen.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Werden Sie 2012 \u00fcber Verkaufsstellen in der Schweiz verf\u00fcgen?<\/strong><br \/>\nJa, \u00fcber mindestens eine, vielleicht sogar zwei.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wann meinen Sie, die Herausforderung gemeistert zu haben?<\/strong><br \/>\nDas geschieht in mehreren Etappen. Zuerst warten wir die Lancierung und die Reaktionen der Kunden an der Baselworld 2012 ab. Dann sind wir auf die Wirkung innerhalb der Uhrenbranche gespannt, ohne jedoch die Frage nach dem Volumen und der Leistung der Marke aus den Augen zu verlieren. Wir (er)leben die Herausforderung im Moment sehr intensiv. Jeder Augenblick ist ein Vergn\u00fcgen: die Entdeckung einer solchen Erfindung, der Challenge, alles zum Funktionieren zu bringen, sowie die Freude, hier und mit allen Journalisten dar\u00fcber zu sprechen, die wir in den kommenden Monaten treffen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Wie steht es Ihrer Meinung nach in zehn Jahren um HYT?<\/strong><br \/>\nAusgezeichnet! 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