{"id":274,"date":"2011-06-08T07:58:47","date_gmt":"2011-06-08T06:58:47","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=274"},"modified":"2013-03-01T12:09:01","modified_gmt":"2013-03-01T11:09:01","slug":"pierre-jacques-de-bethune-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/business-n-de\/interview-3\/pierre-jacques-de-bethune-3.html","title":{"rendered":"Pierre Jacques &#8211; De Bethune  : CEO von De Bethune"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"contenu_article\"><strong>Sie haben im Januar 2011 den Posten als CEO von De Bethune \u00fcbernommen, nachdem Sie Les Ambassadeurs in Genf geleitet hatten. Was haben Sie dort gelernt?<\/strong><\/p>\n<p>Zuerst habe ich die Freuden des Managements entdeckt, da ich vorher \u00fcber ein Team aus nur drei Personen verf\u00fcgte und es bei Les Ambassadeurs 25 zu leiten galt. Selbstverst\u00e4ndlich haben sich meine Kenntnisse der Uhrmacherei dank der technischen Weiterbildungen von Les Ambassadeurs und der Partnermarken sowie \u00fcber den Kontakt mit Kunden deutlich vertieft. Ich habe gelernt, die Kundenw\u00fcnsche besser zu erkennen und effizienter zu analysieren, was sich gut verkauft oder nicht. Eine Uhr kann ganz ausserordentlich scheinen und doch keinen K\u00e4ufer finden. Meine Funktion auf der anderen Seite des Ladentischs hat es mir ausserdem erm\u00f6glicht, viel \u00fcber den Vertrieb zu lernen: Marge, Modelle, POS, Lager etc. Ich bin jetzt in der Lage, die Bed\u00fcrfnisse der Einzelh\u00e4ndler zu erkennen und das Sell-Out des Verkaufsnetzes von De Bethune zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>Nebenbei haben Sie noch mit Carine Maillard zwei Ausgaben des Grand Prix d\u2019Horlogerie de Gen\u00e8ve organisiert. Welche Erfahrungen konnten Sie da sammeln?<\/strong><\/p>\n<p>Auch hier m\u00f6chte ich drei Aspekte hervorheben. Vor allem war es ein spannendes menschliches Abenteuer, das selbstverst\u00e4ndlich eine \u00e4usserst prestigetr\u00e4chtige Vernetzung mit Presse, Spezialisten und Grossh\u00e4ndlern aus aller Welt m\u00f6glich gemacht hat. Ich hatte ausserdem auch hier die Gelegenheit, eine Vielzahl herausragender Zeitmesser ganz aus der N\u00e4he zu betrachten und zu ber\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Vorher waren Sie im Jahr 2000 auch an der Gr\u00fcndung von GMT beteiligt gewesen und hatten die Zeitschrift zehn Jahre als Chefredakteur betreut. Hat sich die Uhrmacherei seitdem stark weiterentwickelt?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe das Gef\u00fchl, dass das vergangene Jahrzehnt zu den aufregendsten und kreativsten der ganzen Uhrmachergeschichte z\u00e4hlt. Es gibt so viele neue Marken, so viele technologische Innovationen und neue Designideen. Vorher stand ein ewiger Kalender f\u00fcr eine Meisterleistung, heute braucht es vier Tourbillons auf zwei umgekehrten und dreidimensionalen Zifferbl\u00e4ttern, um Interesse zu wecken. Hier \u00fcbertreibe ich nat\u00fcrlich bewusst ein wenig. Das Aussergew\u00f6hnliche hat eine neue Dimension erreicht.<\/p>\n<p><strong>Welche Strategie werden Sie in diesem neuen Umfeld verfolgen, um De Bethune zum Durchbruch zu verhelfen?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abSmall is beautiful\u00bb war schon immer meine Devise und auch die von De Bethune. Seit fast zehn Jahren ist De Bethune eine exklusive Marke und muss es auch bleiben. Bei der Qualit\u00e4t machen wir keine Kompromisse. Heute reicht es nicht mehr, wundersch\u00f6ne Uhren zu fertigen, die kein Mensch kennt. Unsere Priorit\u00e4t ist es deshalb, den Bekanntheitsgrad der Marke zu steigern, wof\u00fcr wir ein kleines dynamisches Team zusammengestellt haben, das ich leiten werde. Direkt nach der \u00dcbernahme meiner Funktion wurde der neue Posten eines Verantwortlichen f\u00fcr Marketing und Kommunikation geschaffen und Alessandro Zanetta* zum Verkaufschef ernannt. Seine zwei Jahre bei der Manufaktur in La Chaux l\u2019Auberson und seine Begeisterung machen ihn zur idealen Schnittstelle zwischen den Uhrmachern, den Kunden und unserem Managementteam in Genf. Wir haben im Januar bereits in Genf ausgestellt und werden an den Uhrenmessen in Basel, Las Vegas, Belles Montres Shanghai und Paris ebenfalls Besucher an unserem Stand empfangen. Dazwischen werde ich meinen Wanderstab in die Hand nehmen, um den besten Einzelh\u00e4ndlern weltweit die frohe Botschaft zu verk\u00fcnden.<\/p>\n<p><strong>Was sind die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen der Marke? Was unterscheidet sie von den anderen?<\/strong><\/p>\n<p>De Bethune ist eigentlich mehr eine Manufaktur als eine Marke und sicherlich kein Marketingkonzept. Rund 50 Mitarbeiter tragen zur Fertigung von 300 Zeitmessern pro Jahr bei. De Bethune hat in neun Jahren elf Kaliber entwickelt, neun Patente angemeldet und seine Spiralen als Weltpremiere mit flachen Endkurven ausgestattet. Wir verf\u00fcgen \u00fcber den leichtesten Tourbillon der Welt: seine 54 Bestandteile aus Siliziumtitan wiegen nur 0,18 Gramm. Wir stellen alles selbst her, sogar die Zeiger und Zifferblattdekorationen. Unsere Geh\u00e4use sind ex-trem elegant. Unsere einzige Schw\u00e4che ist der mangelhafte Bekanntheitsgrad, doch daran werden wir jetzt arbeiten.<\/p>\n<p><strong>De Bethune nimmt seit dem Beginn an der Only Watch teil. Was versprechen Sie sich davon?<\/strong><\/p>\n<p>Der Gr\u00fcnder Luc Pettavino setzt sich mit viel Energie, Leidenschaft und Fachkunde f\u00fcr einen guten Zweck ein. Wir freuen uns, durch die Entwicklung eines Einzelst\u00fccks ein wenig zur Finanzierung der Forschung zur Bek\u00e4mpfung der Duchenneschen Muskeldystrophie beitragen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Welche Zeitmesser werden Ihrer Meinung nach f\u00fcr den Grand Prix d\u2019Horlogerie de Gen\u00e8ve ausgew\u00e4hlt?<\/strong><\/p>\n<p>Im Idealfall die DB24 als Sportuhr, die DB25 als Herrenuhr, die DB25 Tourbillon als grosse Komplikation, die DB28 als Designuhr und die DBL in der Kategorie Schmuckuhren!<\/p>\n<p><strong>Welche Zeitmesser aus Ihrer Kollektion erscheinen Ihnen am interessantesten?<\/strong><\/p>\n<p>Jeder dieser Zeitmesser hat seine eigenen Vorz\u00fcge und kann unterschiedliche Uhrenliebhaber ansprechen. Wir werden uns auf drei Linien konzentrieren. Die DB15 verk\u00f6rpert die Werte von De Bethune, der DB25 Tourbillon besticht durch seine Reinheit und seinen Klassizismus, und die DB28 spiegelt unsere avantgardistische Philosophie wider: Sie birgt technologische Errungenschaften als Ergebnis einer mehrj\u00e4hrigen Forschungs- und Entwicklungsarbeit wie beispielsweise die Platin-Silizium-Unruh oder die mobile Lagerung, die das Geh\u00e4use mit dem Armband verbindet und die Uhr \u00fcber dem Handgelenk aufh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>*Sohn von David Zanetta, der die Marke gemeinsam mit Denis Flageollet gr\u00fcndete und von Anfang an mit dabei war<\/p><\/div>\n<p><\/br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Sie haben im Januar 2011 den Posten als CEO von De Bethune \u00fcbernommen, nachdem Sie Les Ambassadeurs in Genf geleitet hatten. Was haben Sie dort gelernt?<\/strong><\/p>\n<p>Zuerst habe ich die Freuden des Managements entdeckt, da ich vorher \u00fcber ein Team aus nur drei Personen verf\u00fcgte und es bei Les Ambassadeurs 25 zu leiten galt. Selbstverst\u00e4ndlich haben sich meine Kenntnisse der Uhrmacherei dank der technischen Weiterbildungen von Les Ambassadeurs und der Partnermarken sowie \u00fcber den Kontakt mit Kunden deutlich vertieft. Ich habe gelernt, die Kundenw\u00fcnsche besser zu erkennen und effizienter zu analysieren, was sich gut verkauft oder nicht. Eine Uhr kann ganz ausserordentlich scheinen und doch keinen K\u00e4ufer finden. Meine Funktion auf der anderen Seite des Ladentischs hat es mir ausserdem erm\u00f6glicht, viel \u00fcber den Vertrieb zu lernen: Marge, Modelle, POS, Lager etc. Ich bin jetzt in der Lage, die Bed\u00fcrfnisse der Einzelh\u00e4ndler zu erkennen und das Sell-Out des Verkaufsnetzes von De Bethune zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>Nebenbei haben Sie noch mit Carine Maillard zwei Ausgaben des Grand Prix d\u2019Horlogerie de Gen\u00e8ve organisiert. Welche Erfahrungen konnten Sie da sammeln?<\/strong><\/p>\n<p>Auch hier m\u00f6chte ich drei Aspekte hervorheben. Vor allem war es ein spannendes menschliches Abenteuer, das selbstverst\u00e4ndlich eine \u00e4usserst prestigetr\u00e4chtige Vernetzung mit Presse, Spezialisten und Grossh\u00e4ndlern aus aller Welt m\u00f6glich gemacht hat. Ich hatte ausserdem auch hier die Gelegenheit, eine Vielzahl herausragender Zeitmesser ganz aus der N\u00e4he zu betrachten und zu ber\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Vorher waren Sie im Jahr 2000 auch an der Gr\u00fcndung von GMT beteiligt gewesen und hatten die Zeitschrift zehn Jahre als Chefredakteur betreut. Hat sich die Uhrmacherei seitdem stark weiterentwickelt?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe das Gef\u00fchl, dass das vergangene Jahrzehnt zu den aufregendsten und kreativsten der ganzen Uhrmachergeschichte z\u00e4hlt. Es gibt so viele neue Marken, so viele technologische Innovationen und neue Designideen. Vorher stand ein ewiger Kalender f\u00fcr eine Meisterleistung, heute braucht es vier Tourbillons auf zwei umgekehrten und dreidimensionalen Zifferbl\u00e4ttern, um Interesse zu wecken. Hier \u00fcbertreibe ich nat\u00fcrlich bewusst ein wenig. Das Aussergew\u00f6hnliche hat eine neue Dimension erreicht.<\/p>\n<p><strong>Welche Strategie werden Sie in diesem neuen Umfeld verfolgen, um De Bethune zum Durchbruch zu verhelfen?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abSmall is beautiful\u00bb war schon immer meine Devise und auch die von De Bethune. Seit fast zehn Jahren ist De Bethune eine exklusive Marke und muss es auch bleiben. Bei der Qualit\u00e4t machen wir keine Kompromisse. Heute reicht es nicht mehr, wundersch\u00f6ne Uhren zu fertigen, die kein Mensch kennt. Unsere Priorit\u00e4t ist es deshalb, den Bekanntheitsgrad der Marke zu steigern, wof\u00fcr wir ein kleines dynamisches Team zusammengestellt haben, das ich leiten werde. Direkt nach der \u00dcbernahme meiner Funktion wurde der neue Posten eines Verantwortlichen f\u00fcr Marketing und Kommunikation geschaffen und Alessandro Zanetta* zum Verkaufschef ernannt. Seine zwei Jahre bei der Manufaktur in La Chaux l\u2019Auberson und seine Begeisterung machen ihn zur idealen Schnittstelle zwischen den Uhrmachern, den Kunden und unserem Managementteam in Genf. Wir haben im Januar bereits in Genf ausgestellt und werden an den Uhrenmessen in Basel, Las Vegas, Belles Montres Shanghai und Paris ebenfalls Besucher an unserem Stand empfangen. Dazwischen werde ich meinen Wanderstab in die Hand nehmen, um den besten Einzelh\u00e4ndlern weltweit die frohe Botschaft zu verk\u00fcnden.<\/p>\n<p><strong>Was sind die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen der Marke? Was unterscheidet sie von den anderen?<\/strong><\/p>\n<p>De Bethune ist eigentlich mehr eine Manufaktur als eine Marke und sicherlich kein Marketingkonzept. Rund 50 Mitarbeiter tragen zur Fertigung von 300 Zeitmessern pro Jahr bei. De Bethune hat in neun Jahren elf Kaliber entwickelt, neun Patente angemeldet und seine Spiralen als Weltpremiere mit flachen Endkurven ausgestattet. Wir verf\u00fcgen \u00fcber den leichtesten Tourbillon der Welt: seine 54 Bestandteile aus Siliziumtitan wiegen nur 0,18 Gramm. Wir stellen alles selbst her, sogar die Zeiger und Zifferblattdekorationen. Unsere Geh\u00e4use sind ex-trem elegant. Unsere einzige Schw\u00e4che ist der mangelhafte Bekanntheitsgrad, doch daran werden wir jetzt arbeiten.<\/p>\n<p><strong>De Bethune nimmt seit dem Beginn an der Only Watch teil. Was versprechen Sie sich davon?<\/strong><\/p>\n<p>Der Gr\u00fcnder Luc Pettavino setzt sich mit viel Energie, Leidenschaft und Fachkunde f\u00fcr einen guten Zweck ein. Wir freuen uns, durch die Entwicklung eines Einzelst\u00fccks ein wenig zur Finanzierung der Forschung zur Bek\u00e4mpfung der Duchenneschen Muskeldystrophie beitragen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Welche Zeitmesser werden Ihrer Meinung nach f\u00fcr den Grand Prix d\u2019Horlogerie de Gen\u00e8ve ausgew\u00e4hlt?<\/strong><\/p>\n<p>Im Idealfall die DB24 als Sportuhr, die DB25 als Herrenuhr, die DB25 Tourbillon als grosse Komplikation, die DB28 als Designuhr und die DBL in der Kategorie Schmuckuhren!<\/p>\n<p><strong>Welche Zeitmesser aus Ihrer Kollektion erscheinen Ihnen am interessantesten?<\/strong><\/p>\n<p>Jeder dieser Zeitmesser hat seine eigenen Vorz\u00fcge und kann unterschiedliche Uhrenliebhaber ansprechen. Wir werden uns auf drei Linien konzentrieren. Die DB15 verk\u00f6rpert die Werte von De Bethune, der DB25 Tourbillon besticht durch seine Reinheit und seinen Klassizismus, und die DB28 spiegelt unsere avantgardistische Philosophie wider: Sie birgt technologische Errungenschaften als Ergebnis einer mehrj\u00e4hrigen Forschungs- und Entwicklungsarbeit wie beispielsweise die Platin-Silizium-Unruh oder die mobile Lagerung, die das Geh\u00e4use mit dem Armband verbindet und die Uhr \u00fcber dem Handgelenk aufh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>*Sohn von David Zanetta, der die Marke gemeinsam mit Denis Flageollet gr\u00fcndete und von Anfang an mit dabei war<\/p>\n","protected":false},"author":53,"featured_media":250,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[64],"tags":[112],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/53"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=274"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/250"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=274"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=274"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=274"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}