{"id":31090,"date":"2018-10-25T09:30:18","date_gmt":"2018-10-25T07:30:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gmtmag.com?p=31090"},"modified":"2019-03-14T13:29:57","modified_gmt":"2019-03-14T11:29:57","slug":"kunsthandwerk-in-der-lederwerkstatt-von-hermes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/business-n-de\/kunsthandwerk-in-der-lederwerkstatt-von-hermes.html","title":{"rendered":"Kunsthandwerk: In der Lederwerkstatt von Herm\u00e8s"},"content":{"rendered":"<p>Beim Betreten der Lederwerkst\u00e4tten von Herm\u00e8s wird man von einer wahren Flut von Sinneswahrnehmungen \u00fcberw\u00e4ltigt. Mit einem Mal kitzelt der Duft von gegerbtem Leder die Nase. Das Auge erblickt einen Regenbogen von Farben, der von Orange \u00fcber klassisches Braun, Etoupe, Gr\u00fcn, Blauvariationen und Rouge H bis Gelb reicht. Und auch der Tastsinn kommt nicht zu kurz. Das stets weiche Leder offenbart unterschiedlichste Texturen wie das robuste Barenia- oder das fein genarbte Epsom- Leder. Allein der Geschmack geht hier wahrscheinlich leer aus. Denn auch die Ohren kommen in den Genuss des exquisiten Balletts, das sich in den Bieler Werkst\u00e4tten abspielt, wo sich das Geschick der Handwerksk\u00fcnstler und die Maschinen freundschaftlich miteinander verb\u00fcnden, um die sch\u00f6nsten Lederarmb\u00e4nder zu erschaffen. H\u00e4nde wirbeln, jeder Handgriff sitzt und bearbeitet mit viel Geschick und Pr\u00e4zision die verschiedenen Lederarten \u2013 Ziege, Kalb, B\u00fcffel, Strauss oder Alligator \u2013 nach einem bestimmten Ritual und spezifischen Techniken.<\/p>\n<p>Alles beginnt mit der sorgf\u00e4ltigen Auswahl des Leders. In diesem Atelier werden weder Falten noch Adern oder Kratzspuren geduldet. F\u00fcr die beiden Teile des Armbands werden zwei Lederst\u00fccke der gleichen Gr\u00f6sse zugeschnitten und abgeflacht, bis ihre R\u00e4nder so fein sind wie ein Blatt Papier. Dann werden der obere und der untere Teil des Armbands durch Einkleben eines Stoffstreifens zu einem Ganzen zusammengef\u00fcgt. Nun kann die Choreografie beginnen, die das Rohmaterial in ein ebenso elegantes wie widerstandsf\u00e4higes Armband verwandelt. Zun\u00e4chst sind Anzeichnen und Anreissen an der Reihe. Dabei werden Nahtlinie und -l\u00f6cher mit einem Zirkel vormarkiert. Anschliessend f\u00fchrt der Handwerksk\u00fcnstler mit einem Faden aus Leinen und zwei Nadeln den ber\u00fchmten Sattelstich-Piqu\u00e9 aus. Jedes Detail z\u00e4hlt, und auch der Armbandkante wird besondere Sorgfalt gewidmet. Sie muss angefast und mit Sandpapier geschliffen werden. Im n\u00e4chsten Fertigungsschritt entstehen zwei Schlaufen, in die das Bandende gesteckt werden kann. Am Schluss wird jedes Armband mit einem Buchstaben authentifiziert und mit dem Logo des Hauses oder der Punze des Handwerksk\u00fcnstlers gepr\u00e4gt. Das ultimative Detail ist f\u00fcr den Tr\u00e4ger der Uhr unsichtbar: Die Endstiche des Bands formen ein H. Damit wird das Armband, das als zweite Haut erdacht und erschaffen wurde, zum Inbegriff des absoluten Luxus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Betreten der Lederwerkst\u00e4tten von Herm\u00e8s wird man von einer wahren Flut von Sinneswahrnehmungen \u00fcberw\u00e4ltigt. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":31086,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1652],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31090"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31090"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31090\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31091,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31090\/revisions\/31091"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/31086"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31090"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31090"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31090"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}