{"id":31911,"date":"2018-12-19T09:30:50","date_gmt":"2018-12-19T07:30:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gmtmag.com\/?p=31911"},"modified":"2018-12-18T12:52:05","modified_gmt":"2018-12-18T10:52:05","slug":"raymond-loretan-praesident-der-fondation-du-grand-prix-dhorlogerie-de-geneve","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/business-n-de\/interview-3\/raymond-loretan-praesident-der-fondation-du-grand-prix-dhorlogerie-de-geneve.html","title":{"rendered":"Raymond Loretan : Pr\u00e4sident der Fondation du Grand Prix d\u2019Horlogerie de Gen\u00e8ve"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><em>\u00abBei Uhren dreht sich alles um Emotionen.\u00bb<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Wie fanden Sie Ihre erste Preisverleihung als Pr\u00e4sident?<\/strong><\/p>\n<p>Diese Preisverleihung war in vielerlei Hinsicht ein voller Erfolg. Es war einerseits ein sehr bewegender Abend, was f\u00fcr die Zeremonie an sich schon sehr wichtig ist. Ausserdem kommt dadurch die Leidenschaft der Redner zum Ausdruck und wird auf das Publikum \u00fcbertragen. Diese emotionale Dimension spielt eine ausserordentlich wichtige Rolle, denn um \u00fcber Uhrmacherei zu sprechen, braucht man Emotionen. Was den Ablauf betrifft, so hat die f\u00fcr ihre L\u00e4nge bekannte Zeremonie zu einem hervorragenden Rhythmus gefunden und war mitreissend, interessant, lustig und r\u00fchrend zugleich. Aber es gibt immer Raum f\u00fcr Verbesserungen. Die Entscheidungen \u00fcber die Preise f\u00e4llt die Jury. Es w\u00e4re nicht im Sinne der Neutralit\u00e4t des Grand Prix, wenn ich eine Beurteilung abg\u00e4be. Wie dem auch sei dienen diese Entscheidungen auch dazu, die Uhrenindustrie als Ganzes zu f\u00f6rdern, und durch die Einf\u00fchrung der Kategorien Challenge und K\u00fchnheit konnte das Spektrum erweitert werden.<\/p>\n<p><strong>Sind Sie der Meinung, dass die grossen Uhrenmarken ausreichend vertreten sind?<\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich m\u00f6chte der GPHG die Uhrenindustrie im weitesten Sinne repr\u00e4sentieren. Dazu geh\u00f6ren auch die grossen Marken. Sie waren in der Endauswahl \u00fcbrigens sehr stark vertreten. Einige haben aber noch Bedenken, und wir m\u00fcssen darauf achten, dass die Rahmenbedingungen des Grand Prix es ihnen erm\u00f6glichen, ihren Platz zu finden. Die F\u00f6rderung der gesamten Branche kommt allen Marken zugute, auch den grossen. Sie profitieren ebenfalls von der internationalen Ausstrahlung dieser Veranstaltung. Und jedes Jahr hat jeder eine neue Chance. Die Expertenjury ist unabh\u00e4ngig und trifft ihre Wahl nach bestem Wissen und Gewissen.<\/p>\n<p><strong>Sie haben auf der B\u00fchne eine voraussichtliche \u00c4nderung des Auswahlverfahrens angesprochen.<\/strong><\/p>\n<p>Das ist ein heikles Thema, mit dem sich der GPHG seit einiger Zeit zusammen mit der kleinen Expertengruppe befasst, die dem Stiftungsrat die Kategorien und Jurymitglieder vorschl\u00e4gt. Wie ich w\u00e4hrend der Zeremonie sagte, ist es an der Zeit, unser Auswahlverfahren in Frage zu stellen: Sollte man das f\u00fcr die Auswahl zust\u00e4ndige Gremium, in diesem Fall die derzeitige Jury, erweitern? Oder die Kriterien f\u00fcr die Selektion der Uhren besser definieren, um eventuelle \u00dcbergewichtungen einiger Markenprofile zu vermeiden, die den Markt nicht ausreichend repr\u00e4sentieren? Objektiv gesehen umfasst die 30-k\u00f6pfige Jury sehr kompetente F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten, das zweistufige Wahlverfahren ist unter Kontrolle, und der Ablauf der diesj\u00e4hrigen Ausgabe war \u00fcberzeugend. Wir brauchen nichts zu ver\u00e4ndern nur weil wir denken, dass etwas ver\u00e4ndert werden muss. Wir werden weiter intensiv dar\u00fcber nachdenken, und wenn die Zeit gekommen ist, m\u00f6chte ich die Uhrenmarken bez\u00fcglich eines m\u00f6glichen neuen GPHG-Modells zu Rate ziehen.<\/p>\n<p><strong>Was erwarten die Uhrenmarken Ihrer Meinung nach vom GPHG?<\/strong><\/p>\n<p>Sie erwarten mehrere Dinge: In erster Linie muss der GPHG unabh\u00e4ngig von den Preistr\u00e4gern der beste Botschafter f\u00fcr die Branche sein, und wir m\u00fcssen unseren internationalen Auftritt verst\u00e4rken. Bei unseren Ausstellungen in Venedig, Hongkong oder Singapur zum Beispiel waren die G\u00e4ste unserer Privatveranstaltungen, die die Uhren in die Hand nehmen durften und dabei Erkl\u00e4rungen von einem Experten erhielten, begeistert. Der Marketingeffekt dieser Pop-up-Veranstaltungen zugunsten der nominierten Marken erweist sich als sehr gewinnbringend. Das Interesse der Medien ist gross, und wir haben ihnen sehr viel Zeit gewidmet. Unsere Aufgabe besteht auch darin, die Kunden und vor allem die leidenschaftlichen Uhrensammler von morgen zu schulen. So haben wir in Singapur rund 30 Sch\u00fcler der Singapore Technical University zu unserer Ausstellung eingeladen, deren Faszination f\u00fcr die Technik, das Design und die \u00c4sthetik der Uhren mich schwer beeindruckt hat. W\u00e4hrend unserer zehnt\u00e4gigen Ausstellung im Genfer Museum f\u00fcr Kunst und Geschichte haben wir den Besuchern ebenfalls Workshops angeboten, in denen erkl\u00e4rt wurde, was eine Uhr ist. Schliesslich m\u00f6chte ich sagen, dass der GPHG mit seinem Non-Profit-Ansatz gegen\u00fcber anderen Kommunikationsplattformen wie den Messen als Bindeglied auftreten k\u00f6nnte. Wir werden den Dialog diesbez\u00fcglich intensivieren.<\/p>\n<p><strong>Und das Publikum? <\/strong><\/p>\n<p>Das Publikum des GPHG hat viele verschiedene Facetten. Aber alle erwarten mit Spannung die Oskars der sch\u00f6nsten Uhren dieser Welt. Inzwischen interessieren sich mehrere M\u00e4rkte, insbesondere Russland und China, f\u00fcr eine Live\u00fcbertragung der Preisverleihung. Das Format der Zeremonie ist also von gr\u00f6sster Wichtigkeit. Die Uhrenhersteller w\u00fcnschen sich eine repr\u00e4sentative Selektion der sch\u00f6nsten Uhren, wobei aber auf die Auswahlkriterien geachtet werden muss, damit nicht ein Teil dieser Branche das Interesse verliert. Der GPHG sollte f\u00fcr sie wie eine sch\u00f6ne Familienfeier sein, auf der globale Kontakte gekn\u00fcpft werden k\u00f6nnen, wie eine grossartige j\u00e4hrliche Veranstaltung f\u00fcr alle Vertreter der Uhrenindustrie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abBei Uhren dreht sich alles um Emotionen.\u00bb Wie fanden Sie Ihre erste Preisverleihung als Pr\u00e4sident? 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