{"id":32261,"date":"2019-01-31T16:33:18","date_gmt":"2019-01-31T14:33:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gmtmag.com\/?p=32261"},"modified":"2019-01-31T16:33:18","modified_gmt":"2019-01-31T14:33:18","slug":"zenith-defy-zero-g","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/technik-n-de\/banc_essai-3\/zenith-defy-zero-g.html","title":{"rendered":"Zenith Defy Zero G"},"content":{"rendered":"<p>Der Gegenstand dieses Pr\u00fcfstands ist ein Ausbund der j\u00fcngsten Forschungsergebnisse von Zenith im Streben nach Ganggenauigkeit. Der von der technischen Abteilung der Marke verfolgte Ansatz geht direkt einen der Faktoren an, die den Gang der Uhr beeintr\u00e4chtigen, n\u00e4mlich die Schwerkraft. Die Natur des Problems ist schon seit Huygens\u2018 Arbeiten zur Spirale und dem Isochronismus bekannt. Im 17. Jahrhundert hatten die Uhrmacher der Marine dieses Problem perfekt verstanden und die Chronometer auf Gyroskopen gelagert, damit sie ungeachtet des Seegangs jederzeit in horizontaler Stellung lagen. Mit dem Aufkommen der Taschenuhr im 17. und 18. Jahrhundert konnte diese L\u00f6sung aus den ziemlich offensichtlichen Gr\u00fcnden des Platzbedarfs nicht \u00fcbernommen werden. Damals erfand Abraham-Louis Breguet das Tourbillon, das die vertikalen Positionen mischt, um einen durchschnittlichen Gang zu erzielen. Durch eine geschickte Platzierung von Hemmung und Spiralunruh auf einem gyroskopischen Modul bek\u00e4mpft Zenith den Ursprung des Problems \u2013 unseren Untersuchungen zufolge mit grossem Erfolg.<\/p>\n<p><strong> AUSSTATTUNG:<\/strong><\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte meinen, dass die Ausstattung zweitrangig ist, da Uhrenliebhaber sich vielmehr f\u00fcr die mechanischen Besonderheiten dieser Uhr interessieren. Das Design ist dem einer neu stilisierten Ikone der 1970er-Jahre w\u00fcrdig. Ausgehend vom Gyroskop ergibt sich die Architektur des Werks und des Geh\u00e4uses auf ganz nat\u00fcrliche Weise. Uns lag eine Titanversion vor, und sowohl ihre Optik als auch der Komfort und die Ergonomie der Defy Zero G sind dank der Bem\u00fchungen zur Verkleinerung des Gyroskops bemerkenswert. Dank dieser Schlankheitskur kann das Werk in einem 44-mm-Geh\u00e4use mit einer H\u00f6he von 14,8 mm untergebracht werden. Das entspricht einem Chronographen mit ziemlich vern\u00fcnftigen Massen.<\/p>\n<p><strong>WERK:<\/strong><\/p>\n<p>El Primero: Ein Name und eine Bezeichnung, die bereits alles \u00fcber die mit Spannung erwarteten technischen Merkmale dieses neuen Kalibers aussagen. Die neue Version verf\u00fcgt \u00fcber einen Handaufzug, was sicherlich zur niedrigen H\u00f6he der Uhr beitr\u00e4gt. Stunden und Minuten werden leicht dezentral angezeigt. Zu ihnen gesellen sich eine Gangreserveanzeige und eine kleine Sekunde. Nat\u00fcrlich verdankt dieses Kaliber seinen Namen der ber\u00fchmten Familie von Hochfrequenzkalibern der Marke, die mit 36 000 Halbschwingungen pro Stunde oszillieren. Das alles in einem dar\u00fcber hinaus miniaturisierten Gyroskop unterzubringen ist eine wahrhaftig herausragende Leistung. Die Verkleinerung dient nicht nur der Ergonomie der Uhr, sondern optimiert vor allem ihre Ganggenauigkeit. Das Kaliber 8812S bietet eine Gangautonomie von 50 Stunden, was in Anbetracht der Komplexit\u00e4t des Getriebes eine unglaubliche Leistung ist. Es stellt sich heraus, dass sie dank der durchgehend konstanten Ganggenauigkeit v\u00f6llig ausreicht. Zwei ganze Rubriken w\u00fcrden nicht gen\u00fcgen, um die Intelligenz des gyroskopischen Systems zu w\u00fcrdigen und die Verwunderung zu beschreiben, die sich einstellt, wenn man es beim Ausgleich der Handgelenkbewegungen beobachtet. 139 der 324 Werksbestandteile geh\u00f6ren \u00fcbrigens zum gyroskopischen K\u00e4fig als ausgekl\u00fcgeltem mechanischem Wunderwerk im Dienste der Chronometrie. Die spartanische und industrielle Ausstattung l\u00e4sst sich durch das klare Design und den sehr vern\u00fcnftigen Preis erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p><strong>TESTS:<\/strong><\/p>\n<p>Zur Veranschaulichung der Testergebnisse ist dieses Mal keine Tabelle n\u00f6tig, da die Unruh sich durch den Zauber des Gyroskops immer in waagrechter Stellung befindet. So nahmen wir eine erste Messung bei Vollaufzug und eine zweite nach 24 Stunden Gang vor. Um ganz genau zu sein, h\u00e4tten wir uns gew\u00fcnscht, den Gang direkt beim Tragen oder auf einem Simulator messen zu k\u00f6nnen, \u00fcber den wir aber leider nicht verf\u00fcgten. Die Tr\u00e4gheit des gyroskopischen K\u00e4figs k\u00f6nnte ohne eine solche Ausr\u00fcstung schwer einsch\u00e4tzbare Variationen zur Folge haben. Da wir wissen wollten, ob die Reibungen des Gyroskops Amplituden- oder gar Gangabweichungen verursachen k\u00f6nnten, haben wir die Messungen zun\u00e4chst in sechs verschiedenen Lagen durchgef\u00fchrt. Das System erwies sich diesbez\u00fcglich als optimal, und die Unterschiede waren so gering, dass wir die Uhr schliesslich nur in vertikaler Position gepr\u00fcft haben, um zu vermeiden, dass Gyroskop und Werk sich auf der gleichen Ebene und damit in der theoretisch ung\u00fcnstigsten Lage befanden. Bei Vollaufzug betrug die Amplitude 292\u00b0 bei einer Gangabweichung von +3 Sekunden pro Tag. Nach 24 Stunden lag die gemessene Amplitude bei 260\u00b0 bei einer Gangabweichung von +4 Sekunden pro Tag. Das gesteckte Ziel scheint \u2013 zumindest bei statischen Messbedingungen \u2013 also gekonnt erreicht worden zu sein.<\/p>\n<hr \/>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-32249 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/GMT_n60_FR_ipad-254.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"174\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Christophe Persoz<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Horloger<\/p>\n<p>Der Weg, den Zenith zur Verbesserung der mechanischen Ganggenauigkeit eingeschlagen hat, ist bemerkenswert und hat den Verfasser dieser Zeilen \u00fcberzeugt. Dieser Mechanismus bietet eine L\u00f6sung, die den Ursprung des Problems angeht, w\u00e4hrend die anderen bisher bekannten Mechanismen zum Ausgleich der Schwerkrafteinfl\u00fcsse sozusagen auf den fahrenden Zug aufspringen, anstatt die Wurzel des Problems anzupacken. Andererseits scheint es, als stecke das Wettrennen um die Entwicklung sehr hoher Frequenzen gegenw\u00e4rtig noch in den prototypischen Kinderschuhen, sodass keine Serienfertigung zu erwarten ist. Die 5-Hz-Grenze scheint sich also als Richtwert etabliert zu haben, und keine andere Marke kann von sich behaupten, diese besser zu beherrschen als Zenith mit den Kalibern El Primero, die seit 1969 ein Synonym f\u00fcr Ganggenauigkeit sind!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gegenstand dieses Pr\u00fcfstands ist ein Ausbund der j\u00fcngsten Forschungsergebnisse von Zenith im Streben nach [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":32247,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[56],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32261"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32261"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32261\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32262,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32261\/revisions\/32262"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32247"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32261"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32261"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32261"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}