{"id":32285,"date":"2019-02-06T13:26:00","date_gmt":"2019-02-06T11:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gmtmag.com\/?p=32285"},"modified":"2019-02-06T13:26:00","modified_gmt":"2019-02-06T11:26:00","slug":"die-uhr-als-erlebnis-fuer-alle-sinne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/technik-n-de\/technik\/die-uhr-als-erlebnis-fuer-alle-sinne.html","title":{"rendered":"Die Uhr als Erlebnis f\u00fcr alle Sinne"},"content":{"rendered":"<p><strong>Uhren kann man f\u00fchlen, sehen, h\u00f6ren und sogar riechen. Unsere Rezeptoren reagieren auf sie, aber sprechen Uhren auch wirklich alle unsere Sinne an?<\/strong><\/p>\n<p>Wir nehmen die Welt mit unseren Sinnen wahr. Ob bewusst oder unbewusst sp\u00fcren wir st\u00e4ndig alles, was uns umgibt. Eine Uhr bildet da keine Ausnahme, ganz im Gegenteil: Dieser mit viel Detailliebe konzipierte Gegenstand wird getragen, gehalten, bewundert und weckt auf nat\u00fcrliche Weise alle unsere Sinne.<\/p>\n<h2>AUGE<\/h2>\n<p>Das wichtigste Sinnesorgan ist das Auge. Es erfasst alle Details mit einem Blick und stimuliert uns am meisten. Die Uhr wird also in erster Linie geschaffen, um ihm zu gefallen. Sie l\u00e4dt von einer Seite, einem Bildschirm oder einem Schaufenster aus dazu ein, sich intensiver mit ihr zu besch\u00e4ftigen. Daraufhin wird sie auf einem samtenen Vorlagetablett oder durch Zoomen n\u00e4her in Augenschein genommen. Im zweiten Fall betrachtet man jedoch keine Uhr, sondern nur das Bild einer Uhr, deren Farben, Dimensionen und Volumen verzerrt sind, uns aber trotzdem bezaubern.<\/p>\n<h2>HAUT<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-32279 alignright\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/GMT_n60_FR_ipad-280-293x300.gif\" alt=\"\" width=\"293\" height=\"300\" \/>Dann wird die Uhr ergriffen, und der Tastsinn kommt in vollem Umfang zum Einsatz. Wir blicken vielleicht nur ab und zu auf unsere Uhr, aber wir sp\u00fcren sie st\u00e4ndig. Ist sie schwer? Oder leicht? Wie f\u00fchlt sie sich in der Handfl\u00e4che an? Sind ihre Kanten weich oder hart? Ist die Textur des Armbands angenehm zu tragen? Befindet sie sich erst einmal am Handgelenk, verlagert sich das F\u00fchlen von den Fingerspitzen auf eine weniger empfindsame, aber durchaus zarte Hautpartie. Liegt die Uhr auch gut auf der Haut auf? St\u00f6rt sie oder sp\u00fcrt man sie gar nicht? Hierf\u00fcr spielen Geh\u00e4usegr\u00f6sse, Bandanstossform und Werkstoffe eine massgebliche Rolle. Sie entscheiden \u00fcber den Tragekomfort. Und so entsteht die innige und langfristige Beziehung zur Uhr.<\/p>\n<h2>NASE<\/h2>\n<p>In dem Moment, in dem die Uhr ber\u00fchrt wird, kommt einer der weniger beanspruchten Sinne zum Einsatz: der Geruchssinn. Er geh\u00f6rt zu unseren instinktivsten, animalischsten Sinnen, die am engsten mit unserem Ged\u00e4chtnis verkn\u00fcpft sind. Und doch wird er von den Marken vollkommen vernachl\u00e4ssigt. Lederarmb\u00e4nder k\u00f6nnen noch Spuren von L\u00f6sungsmitteln oder Kleber ausstr\u00f6men. Bei Kautschukarmb\u00e4ndern wurden bereits grosse Fortschritte erzielt, aber einige riechen immer noch nach chemischen Mitteln. Schatullen sind bei Uhren sozusagen das f\u00fcnfte Rad am Wagen. Tats\u00e4chlich werden Leder oder Edelholzpl\u00e4ttchen auf ein beliebiges Geh\u00e4use geklebt, und folglich verbreiten sie einen Geruch, der nicht mit der beabsichtigten luxuri\u00f6sen Erfahrung der Uhr kompatibel ist. Kamen sie beim Tragen zu oft mit Feuchtigkeit in Ber\u00fchrung, nehmen Lederarmb\u00e4nder einen muffigen Duft an, der sich nie wieder verfl\u00fcchtigt. Minderwertige Metallarmb\u00e4nder speichern im Sommer die Ausd\u00fcnstungen der Transpiration \u2013 genau wie die Stoffarmb\u00e4nder, die sich jedoch zumindest leicht waschen lassen.<\/p>\n<h2>TROMMELFELL<\/h2>\n<p>Betrachten wir nun die winzige, v\u00f6llig ignorierte Welt des Geh\u00f6rs. Uhren machen Ger\u00e4usche, und diese geben Aufschluss \u00fcber ihre Qualit\u00e4t. Wir werden hier nicht auf Uhren mit Minutenrepetition eingehen, f\u00fcr die sich die Marken selbst \u00e4usserst schmeichelhafte Leistungen zuschreiben. Die Klangreinheit von Uhren mit L\u00e4utwerk ist ein komplexes Thema und verdient ein ganz eigenes Kapitel. Hier geht es um das Ger\u00e4usch, das die Uhr beim Aufziehen macht. Macht die Krone krrrrrr? Zzzzzzzz? Oder ist sie vielleicht leise? Ein feines und leises Ger\u00e4usch l\u00e4sst auf gut konzipierte Federh\u00e4user und Zugfedern schliessen, ganz im Gegensatz zu den knarrenden Lauten einfacher Kaliber. Ein weiteres Kriterium ist das Ticken. Je leiser der Ton, desto schw\u00e4cher die Einwirkung des Ankers auf das Ankerrad und desto leistungsf\u00e4higer das Werk in Bezug auf Reibungen. Das letzte Detail liefert der Rotor von Automatikuhren, der auf Kugellagern aufliegt. Keramikkugeln machen einen Heidenl\u00e4rm, wenn man die Uhr bewegt. Dieses minderwertige Ger\u00e4usch ist mit einer bestimmten Preiskategorie nicht vereinbar und doch leider gar nicht so selten.<\/p>\n<h2>UND SCHLIESSLICH\u2026<\/h2>\n<p>\u2026 ist da der Geschmack. Uhren nimmt man zugegebenermassen nicht in den Mund. Aber beim Geschmack handelt es sich nicht nur um das Verm\u00f6gen der Zunge, zwischen s\u00fcss, sauer, salzig, bitter und umami zu unterscheiden. Es geht auch um Erziehung, um einen \u00e4sthetischen Sinn, der es versteht, Banales und Unzul\u00e4ngliches abzutun. Wir alle haben einen, aber er ist nicht immer gut.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-32237\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/GMT_n60_FR_ipad-102.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"239\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>PAUL O\u2019NEIL<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Chefredakteur von WorldTempus.com<\/p>\n<p>Davids Artikel erinnert uns auf wunderbare Weise daran, dass die herrlichen, hier im Magazin GMT ver\u00f6ffentlichten Bilder nur eine Kostprobe einer faszinierenden und sinnbet\u00f6renden Welt sind. Die wirklich leidenschaftlichen Uhrenfans m\u00f6chten die Uhr anprobieren, sie von allen Seiten unter die Lupe nehmen, die Bandanst\u00f6sse, die H\u00f6rner und das Armband analysieren. Schliesslich werden sie die Uhr tagt\u00e4glich tragen. Die Uhren m\u00fcssen ihren Tr\u00e4ger sowohl im w\u00f6rtlichen als auch im \u00fcbertragenen Sinn ansprechen. Wie David ganz richtig bemerkt, kann der Klang einer Uhr ein wichtiger Parameter sein, der nur beim Betrachten (und Anh\u00f6ren) einer Uhr in der Boutique erfasst werden kann. Neben der Lekt\u00fcre von GMT oder der Artikel auf WorldTempus ist der Besuch Ihres \u00f6rtlichen Uhrenh\u00e4ndlers also f\u00fcr Ihre uhrmacherische Entdeckungsreise ein absolutes Muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Uhren kann man f\u00fchlen, sehen, h\u00f6ren und sogar riechen. 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