{"id":33544,"date":"2019-05-06T11:00:02","date_gmt":"2019-05-06T09:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gmtmag.com\/?p=33544"},"modified":"2019-05-06T10:19:05","modified_gmt":"2019-05-06T08:19:05","slug":"neue-monde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/technik-n-de\/neue-monde.html","title":{"rendered":"Neue Monde"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sie ist eine der \u00e4ltesten Komplikationen der Uhrmacherei und entwickelt sich doch st\u00e4ndig weiter. Die Kunst, Mondphasen mehr oder weniger exakt darzustellen, war noch nie so komplex.<img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-33526 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/GMT_n61_FR_ipad-125-180x300.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/GMT_n61_FR_ipad-125-180x300.jpg 180w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/GMT_n61_FR_ipad-125.jpg 386w\" sizes=\"(max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/strong><\/p>\n<p>Seit jeher sind wir vom Mond und seinen wechselnden Lichtgestalten fasziniert. Er nimmt zu und wieder ab, verschwindet gar ganz, wird im Zusammenspiel mit Erde und Sonne mal rot, mal weiss oder gelb und ist an zwei aufeinanderfolgenden Tagen nie der Gleiche. In der Uhrmacherkunst sind Mondphasenanzeigen genauso wandlungsf\u00e4hig. Diese Komplikation erfindet sich immer wieder neu \u2013 ob in ihrer Funktionsweise, in ihrer Darstellung oder auch in ihrer poetischen Dimension. Denn unser Erdtrabant steckt voller tiefgr\u00fcndiger Bedeutungen. Seine Symbolik, die sich mit der Nacht, den Tr\u00e4umen, dem Kosmos und folglich mit unserer F\u00e4higkeit, uns selbst zu \u00fcbertreffen und ins All zu fliegen, verbindet, ist den Uhrmachern eine Quelle der Inspiration. Und so kommt es, dass eine ganze Menge neuer Mondphasenuhren das Licht der Welt erblickte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-33529 alignleft\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/GMT_n61_FR_ipad-127-copie-179x300.jpg\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/GMT_n61_FR_ipad-127-copie-179x300.jpg 179w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/GMT_n61_FR_ipad-127-copie.jpg 203w\" sizes=\"(max-width: 179px) 100vw, 179px\" \/><\/h2>\n<h2>DAUER<\/h2>\n<p>Die Eigenschaften des Mondes, die die Uhrmacher am meisten besch\u00e4ftigen, sind sein Alter und die Art, wie er seine Gestalt wandelt. Der komplette Mondphasenzyklus von einem Neumond zum anderen dauert im Durchschnitt 29 Tage, 12 Stunden, 44 Minuten und 2,8 Sekunden. All diese Zahlen nach dem Komma sind f\u00fcr Uhrmacher als Liebhaber von Pr\u00e4zision eine wahre Herausforderung, ja sogar eine regelrechte Provokation. Und so gibt es f\u00fcr die Mondumlaufzeit verschiedene Pr\u00e4zisionsniveaus. Am h\u00e4ufigsten wird die Lunation auf 29,5 Tage zusammengefasst, was jedoch eine monatliche Nachjustierung von Hand erfordert. Pr\u00e4zise Mondphasen weichen nur alle 122 Jahre um einen Tag ab, sodass die manuelle Korrektur erst durch Ihre Nachfahren erfolgen wird. Sollte das noch nicht reichen, gibt es auch wahrhaftig astronomische Uhren. Zun\u00e4chst w\u00e4re da die Endeavour Perpetual Moon Concept von H. Moser &amp; Cie. Die Neuinterpretation mit einem Zifferblatt in Vantablack ist schw\u00e4rzer als die finsterste Nacht und verf\u00fcgt \u00fcber ein 1027 Jahre lang pr\u00e4zises Nachtgestirn. Auf einer ganz anderen Orbith\u00f6he schuf Andreas Strehler die Lune Exacte, die ohne \u00dcbermass an Bestandteilen und ohne besondere Komplexit\u00e4t bei einer auf drei Stunden genauen Pr\u00e4zision ganze zwei Millionen Jahre lang richtig geht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-33532 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/GMT_n61_FR_ipad-128-copie-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/GMT_n61_FR_ipad-128-copie-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/GMT_n61_FR_ipad-128-copie.jpg 248w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/p>\n<h2>ANZEIGEN<\/h2>\n<p>In der Uhrmacherei besch\u00e4ftigen die Modalit\u00e4ten f\u00fcr die Anzeige von Komplikationen eine lebhafte und ikonoklastische Randgruppe. Es gibt keinen Grund, warum es dem Mond anders ergehen sollte. F\u00fcr Mondphasenanzeigen sind spannende Zeiten angebrochen. Bei Herm\u00e8s gibt es gleich zwei Monde \u2013 einen f\u00fcr jede Erdhalbkugel. Die Mondphase wird durch das Zusammenspiel zwischen dem Meteorit-Zifferblatt und einem dar\u00fcber kreisenden Satelliten mit zwei Scheiben angezeigt. W\u00e4hrend dieser das Zifferblatt umrundet, bedeckt er nach und nach die Mondscheiben. Das Konzept einer orbitalen Bewegung \u00fcber dem ganzen Zifferblatt anstatt nur in einem Fenster stand auch im Mittelpunkt der Kreation von Bovet. In der R\u00e9cital 22 Grand R\u00e9cital rotiert der Mond um die eigene Achse, w\u00e4hrend er eine dreidimensionale Erdkugel umkreist. Auf einer Skala sind die Namen der Mondphasen sowie deren Abbildung zu sehen. Auch die Star Legacy Metamorphosis von Montblanc entstand nach diesem Konzept: In der neuen Version des Modells mit Doppelzifferblatt versteckt ein Zifferblatt das andere und offenbart auf Abruf die Mondumlaufbahn um die Erde.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-33535 alignright\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/GMT_n61_FR_ipad-132-copie-223x300.jpg\" alt=\"\" width=\"223\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/GMT_n61_FR_ipad-132-copie-223x300.jpg 223w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/GMT_n61_FR_ipad-132-copie.jpg 391w\" sizes=\"(max-width: 223px) 100vw, 223px\" \/><\/p>\n<h2>UMLAUFBAHNEN<\/h2>\n<p>Nicht weit davon entfernt ist RJ mit der Arraw 6919 (1969 wie das Jahr der ersten Mondlandung in umgekehrter Reihenfolge) mit einer Weltraumthematik, bei der eine kleine Mondlandef\u00e4hre sich um das Zifferblatt und um sich selbst dreht. Die Komplikation wird durch eine Kombination dieser beiden Umlaufbahnen angezeigt. Diese Wechselwirkung machte Ulysse Nardin schon sehr fr\u00fch zum Markenzeichen des Hauses: Die Executive Moonstruck Worldtimer zeigt die relative Lage von Erde, Mond und Sonne. Diese Uhr ist folglich eine Karte, die unser Sonnensystem von oben abbildet. Die \u00dcbersicht macht es m\u00f6glich, Ereignisse wie Mondfinsternisse visuell darzustellen. Wie ein portabler Astronomiekurs f\u00fcr das Handgelenk.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>PAUL O\u2019NEIL<\/p>\n<p>Chefredakteur von WorldTempus.com<\/p>\n<p>Die Darstellung der Mondphase auf der winzigen Oberfl\u00e4che eines Zifferblatts ist ein wunderbares Beispiel daf\u00fcr, wie man Ereignisse, die sich auf einer kosmischen Ebene abspielen, derart reduzieren kann, dass sie verst\u00e4ndlich werden. Den Designern und Uhrmachern (die Anzeigen beruhen schliesslich auf genauen mathematischen Berechnungen) stehen hierbei \u00fcberraschend viele M\u00f6glichkeiten offen, wie Sie an den von David ausgew\u00e4hlten Modellen sehen k\u00f6nnen. Lesen Sie (dank des QR-Codes unten) im Lexikon von WorldTempus nach, wie die verschiedenen Pr\u00e4zisionsniveaus einer Mondphase berechnet werden, und schauen Sie sich bei der Gelegenheit weitere Interpretationen dieser ewigen Favoritin unter den Komplikationen an.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie ist eine der \u00e4ltesten Komplikationen der Uhrmacherei und entwickelt sich doch st\u00e4ndig weiter. 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