{"id":33912,"date":"2019-06-27T13:05:40","date_gmt":"2019-06-27T11:05:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gmtmag.com\/?p=33912"},"modified":"2019-07-16T13:17:48","modified_gmt":"2019-07-16T11:17:48","slug":"autavia-rueckkehr-einer-renn-ikone","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/non-classe-de\/autavia-rueckkehr-einer-renn-ikone.html","title":{"rendered":"Autavia: R\u00fcckkehr einer Renn-Ikone"},"content":{"rendered":"<p><strong>Von 1962 bis 1985 begleitete die Autavia die Sternstunden des Motorsports. Heute haucht TAG Heuer der Spitzenperformerin neues Leben ein und widmet ihr eine eigenst\u00e4ndige Kollektion. Diese \u00fcberzeugt durch rassiges Design und einen leistungsstarken Motor, der von der neuen Spirale aus Karbonverbundwerkstoff des TAG Heuer Institute angetrieben wird.<\/strong><\/p>\n<p>Allein ihr Name l\u00e4sst eine ganze Epoche wieder aufleben: die Hektik in den Boxen zu Beginn der 1960er-Jahre, die sp\u00fcrbare Spannung am Start der Rallyes, die Begeisterung der Rennfahrer, der Geschwindigkeitsrausch, die dr\u00f6hnenden Motoren und der Duft von Benzin\u2026 Rennen, sportliche Leistung und Siege \u2013 das ist der Stoff, aus dem die historische Autavia gewebt ist. Bevor sie zur Lieblingsuhr der Lenkradvirtuosen avancierte, war die Autavia von 1933 bis 1957 Teil der Armaturenbretter von Rennboliden und Flugzeugen. Daher stammt auch der eigenartige Name als Kombination aus den Begriffen Automobil und Aviation (frz. f\u00fcr Luftfahrt). \u00ab 1958, in meinem ersten Jahr bei Ed. Heuer &amp; Co. SA, nahm ich an zwei Schweizer Rallyes teil \u00bb, erinnert sich Jack Heuer in seiner Autobiografie \u00ab The Times of My Life \u00bb. \u00ab Bei der ersten Rallye war ich der Fahrer, was eine sehr positive Erfahrung war. Bei der zweiten \u00fcbernahm ich die Rolle des Kopiloten an der Seite von Samuel Heuer, denn dank meiner Zeit bei den Pfadfindern war ich ein ziemlich guter Kartenleser. Das Rennen lief sehr gut f\u00fcr uns, bis ich in der N\u00e4he des Ziels die Autavia-Borduhr falsch ablas und wir den dritten anstelle des ersten Platzes belegten. Dieser Fehler versetzte mich in Rage. \u00bb Bei seiner R\u00fcckkehr in die Manufaktur machte sich Jack Heuer also sehr schnell daran, eine neue Autavia-Borduhr zu entwickeln. 1962 legte er diese schliesslich als einen auf die Bed\u00fcrfnisse der Rennfahrer bestens abgestimmten Armbandchronographen mit drehbarer L\u00fcnette und grossen Leuchtziffern auf. \u00ab R\u00fcckblickend kann ich sagen, dass der Autavia-Chronograph die erste Armbanduhr war, die ich pers\u00f6nlich f\u00fcr das Unternehmen entworfen habe. \u00bb Die auf Anhieb erkennbare und in jeder Situation perfekt lesbare Autavia wurde unter Rennfahrern sehr schnell zu einem Must-have \u2013 bis ihre Produktion 1985 eingestellt wurde. Die Sammler vergassen sie aber nie. Genauso wenig wie die Marke TAG Heuer, die die sagenumwobene Autavia nach einer limitierten Wiederauflage des 1966 von Jochen Rindt getragenen Modells heute mit einer kompletten Edition wieder zu neuem Leben erweckt.<\/p>\n<p><strong> VINTAGE-STIL<\/strong><\/p>\n<p>Von Funktionalit\u00e4t bis zum entschieden sportlichen Look pr\u00e4sentieren die sieben Referenzen der Kollektion Autavia alle Attribute, die die Rennliebhaber der 1960er-Jahre begeisterten, und bestechen zudem durch eine f\u00fcr alle Lebenslagen geeignete moderne Eleganz mit einer kleinen Prise Retro. Erstes Erkennungsmerkmal: ein rundes, 42 mm grosses Geh\u00e4use in Stahl oder Bronze, das wie bei den historischen Modellen in abgeschr\u00e4gte Bandanst\u00f6sse \u00fcbergeht. Zweite Besonderheit: eine beidseitig drehbare L\u00fcnette mit 60-Minuten-Skala, die sowohl in Stahl als auch in schwarzer, blauer oder brauner Keramik im Falle der Bronzeversion erh\u00e4ltlich ist. Auf der Zifferblattseite ist Lesbarkeit dank der grossen Ziffern und Zeiger mit Super- LumiNova\u00ae-Beschichtung sogar bei Anbruch der Dunkelheit oberstes Gebot. Ausserdem steht eine sch\u00f6ne Palette an rauchigen Zifferbl\u00e4ttern in den Nuancen Schwarz, Grau, Blau, Braun oder Gr\u00fcn zur Auswahl. Ein klares Statement f\u00fcr Vintage, das dank der austauschbaren Kalbslederarmb\u00e4nder in Hell- oder Dunkelbraun (Stahlversionen) oder in Khaki oder Braun (Bronzeversionen) am Handgelenk getragen wird.<\/p>\n<p><strong>ZUR\u00dcCK IN DIE ZUKUNFT<\/strong><\/p>\n<p>Die Wurzeln der Autavia reichen zwar weit in die Vergangenheit von TAG Heuer, aber sie ist auch die moderne Heldin eines technologischen und zukunftsorientierten Epos. Ihr Herz pulsiert im Rhythmus des wohlbekannten automatischen Kalibers 5, das mit einer brandneuen Spirale aus Karbonverbundwerkstoff ausger\u00fcstet ist. Die Inschrift Isograph (\u00ab iso \u00bb bedeutet auf Griechisch \u00ab gleich \u00bb) auf den Zifferbl\u00e4ttern verweist auf die stabilen und regelm\u00e4ssigen Bewegungen des Bestandteils, der es den neuen Autavia-Modellen erm\u00f6glicht, den Takt mit bemerkenswerter Effizienz zu schlagen. F\u00fcr die Sch\u00f6pfung dieser revolution\u00e4ren Spirale zeichnet das TAG Heuer Institute in La Chaux-de-Fonds verantwortlich. In diesen R\u00e4umlichkeiten sucht man vergebens nach geduldig an ihren Werkb\u00e4nken arbeitenden Uhrmachern in weissen Kitteln. Versierte Mathematiker, einzigartige Physiker, Ingenieure etc.: Das neue, von Guy S\u00e9mon gef\u00fchrte Labor besteht haupts\u00e4chlich aus internationalen Wissenschaftlern, deren vereinte Kompetenzen den Horizont der Uhrmacherkunst anhand von technologischen Innovationen erweitern sollen. \u00ab Das Institut ist vorwiegend in zwei Bereichen t\u00e4tig \u00bb, erkl\u00e4rt Guy S\u00e9mon. Der erste konzentriert sich auf die Festk\u00f6rperphysik und erforscht amorphe sowie kristalline Legierungen. Der zweite besch\u00e4ftigt sich mit flexiblen Mechanismen und der Nanopartikelphysik.\u00a0Warum haben Sie als erstes die Spirale, d.h. das Organ, das die Pr\u00e4zision der Uhr reguliert, in Angriff genommen? \u00ab Seit der Erfindung von Christian Huygens im Jahr 1675 setzen alle Marken die gleiche Technologie ein \u00bb, erkl\u00e4rt Guy S\u00e9mon. \u00ab Ein kurzer Blick auf den Markt zeigt, dass es heutzutage nur metallische Spiralen gibt. Sie sind entweder aus Elinvar oder Silizium, und beide Werkstoffe besitzen Schwachstellen. Elinvar ist magnetisch und wird von der Schwerkraft beeinflusst, und Silizium verf\u00fcgt \u00fcber eine sehr geringe Stossfestigkeit. Im Institut haben wir neue Wege erforscht, um diesen sehr alten Mechanismus zu \u00e4ndern und zu verbessern. Dazu geh\u00f6rt die Entwicklung eines neuen Werkstoffs, den TAG Heuer im Augenblick als einzige Marke einsetzt, und wir hoffen, in K\u00fcrze auch neue Anwendungsgebiete daf\u00fcr zu finden. \u00bb<\/p>\n<p><strong>CHEMISCHE ZAUBERFORMEL<\/strong><\/p>\n<p>Dieser neue Spiraltyp ist das Ergebnis jahrelanger Forschung. \u00ab Konkret muss man sich ein Atomgemisch aus zwei Kohlenstoffallotropen \u2013 zum einen aus amorphem Karbon, zum anderen aus Graphen \u2013 vorstellen. Unser bei sehr hohen Temperaturen aus Erdgas gewonnener Karbonverbundwerkstoff ist sehr homogen und weist alle gew\u00fcnschten Eigenschaften auf \u00bb, betont Guy S\u00e9mon mit Blick auf das Geheimrezept, das Werkstoffexperten mithilfe von eigens f\u00fcr die Produktion der Karbonspirale konzipierten Maschinen wie z. B. einem vom TAG Heuer Institute entwickelten und in den USA gefertigten Chemiereaktor zusammengestellt haben. \u00ab In unserem Labor stehen die beiden weltweit einzigen Maschinen zur Fertigung unserer einmaligen Spiralfeder. \u00bb<\/p>\n<p><strong>FOKUS PR\u00c4ZISION<\/strong><\/p>\n<p>Die Ergebnisse sind h\u00f6chst vielversprechend. Aus den im Labor durchgef\u00fchrten Widerstandsf\u00e4higkeitspr\u00fcfungen geht hervor, dass diese ultraleichte Spirale mit geringer Dichte vor allen Dingen weder durch die Erdanziehungskraft noch durch St\u00f6sse beeintr\u00e4chtigt wird. Bei einem Fall von 5000 g aus 1 m H\u00f6he auf eine harte Oberfl\u00e4che beobachtet man, dass Metallspiralen sich verbiegen und Siliziumspiralen brechen. Spiralen aus Karbonverbundwerkstoff hingegen bleiben intakt. Aufgrund ihrer Geometrie gew\u00e4hrleistet diese neuartige Spirale auch perfekt konzentrische Schwingungen. Ausserdem verf\u00fcgt sie bereits \u00fcber eine Spiralrolle, wodurch auf die komplexe, f\u00fcr viele Ungenauigkeiten verantwortliche Montage der Spirale an die Unruh verzichtet werden kann. Die Spirale aus Karbonverbundwerkstoff ist auch vollkommen amagnetisch und beeindruckt durch perfekte Aeroelastizit\u00e4t sowie optimales Temperaturverhalten. Diese bedeutenden Vorz\u00fcge garantieren der Autavia beispielhafte Pr\u00e4zision und eine Zertifizierung als Chronometer. Denn auch in der Stunde ihres Comebacks ist Performance tief in der DNA dieser K\u00f6nigin der Rennstrecken verankert. Es steht ausser Frage, dass Jack Heuer mit einer solchen Weggef\u00e4hrtin ohne Weiteres das oberste Treppchen erklommen h\u00e4tte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von 1962 bis 1985 begleitete die Autavia die Sternstunden des Motorsports. 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