{"id":33936,"date":"2019-06-25T09:41:58","date_gmt":"2019-06-25T07:41:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gmtmag.com\/?p=33936"},"modified":"2019-07-17T09:47:26","modified_gmt":"2019-07-17T07:47:26","slug":"neue-materialien-in-huelle-und-fuelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/technik-n-de\/technik\/neue-materialien-in-huelle-und-fuelle.html","title":{"rendered":"Neue Materialien in H\u00fclle und F\u00fclle"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die durch eine neue Expansionsphase gest\u00e4rkten Uhrenmarken zaubern Innovationen auf dem Gebiet der Werkstoffe aus den \u00c4rmeln. Dieses scheint \u00fcber unersch\u00f6pfliche und immer bessere Ressourcen zu verf\u00fcgen.<\/strong><\/p>\n<p>Werkstoffinovation ist ein wesentlicher Bestandteil der Kreation neuer Uhrenprodukte. Seit fast 15 Jahren wurde die Heilige Dreifaltigkeit aus Stahl, Gold und Titan immer mehr bereichert und nahm zur ihrer Rechten Werkstoffe auf, die fr\u00fcher niemand in Erw\u00e4gung gezogen h\u00e4tte. Vor allem Keramik und Verbundstoffen kommt eine immer gr\u00f6ssere Bedeutung zu, die umso auff\u00e4lliger ist, als sie mit aussergew\u00f6hnlichen Leistungen verbunden sind. In den letzten zw\u00f6lf Monaten gab es viele Beispiele daf\u00fcr. Meistens werden sie in der Geh\u00e4usefertigung eingesetzt. Kein anderer Teil der Uhr ist so sichtbar und kennzeichnend, aber auch so schwer und wird so stark beansprucht wie das Geh\u00e4use. Aus diesem Grund sind hier die immer leichter und kratzfester werdenden Verbundwerkstoffe sehr gefragt. In ihrer Beschaffenheit als Verbundstoff setzen sie sich aus mehreren Materialien zusammen, die nicht wie in einer Legierung miteinander verschmolzen sind, und k\u00f6nnen die einzelnen Merkmale aller Komponenten aufweisen. Ihre strukturellen Eigenschaften sind aber nicht ihr einziger Vorteil. Sie warten auch mit einer Optik auf, die Designer inspiriert.<\/p>\n<p><strong>WERKSTOFFE MIXEN<\/strong><\/p>\n<p>In mehreren Produkten wird das schwarze Karbon mit anderen, farbigen Zutaten vermischt. Hublot gibt ihm f\u00fcr die neue skelettierte Spirit of Big Bang Tourbillon blaue Fasern bei. Bei Ulysse Nardin handelt es sich um das sehr steife, auch in der Luftfahrt eingesetzte Carbonium mit einer hohen Dosis langfaserigen Karbons. Verbindet man es wie bei der Skeleton X mit Goldfasern, erh\u00e4lt man ein schimmerndes, edles Erscheinungsbild. Girard-Perregaux spielt bei der Laureato Absolute Chronograph mit blauen Effekten. Dem Geh\u00e4use aus Carbon Glass kommt die extreme Steifigkeit dieses Werkstoffs zugute, die sowohl von seiner Matrix aus ultrahartem Harz als auch von den im \u00dcbrigen beliebig einf\u00e4rbbaren Glasfasern als herk\u00f6mmlichem Bestandteil von Verbundstoffen herr\u00fchrt. Bei der Defy Inventor setzt Zenith schliesslich auf maximale Leichtigkeit: Ihre L\u00fcnette ist aus Aeronith, einem hauseigenen Werkstoff aus Aluminiumschaum, der mit einem Polymer versteift wurde.<\/p>\n<p><strong>ALTE WEGE NEU BESCHREITEN<\/strong><\/p>\n<p>Erfinden ist nicht der einzige Ansatz f\u00fcr Innovation. Eine neuartige Anwendung f\u00fcr bereits bekannte Werkstoffe zu entwickeln kann mindestens genauso vielversprechend sein. Ferdinand Berthoud bedient sich f\u00fcr das Geh\u00e4use seines Chronometers FB 1R.6-1 zum Beispiel der Technik des Kolsterisierens, bei der 20 Mikron der Metalloberfl\u00e4che durch eine Anreicherung mit Stickstoff und Kohlenstoff in der Plasmaphase modifiziert werden. Es wird dadurch stoss- und abriebfester. Das Ceratanium von IWC ist eine spezielle Titanlegierung, deren oberfl\u00e4chennahe Schichten in ultraharte Keramik verwandelt wurden. Diese Anwendungen gewinnen noch an Faszination, wenn es um einen so vielf\u00e4ltigen Werkstoff wie Karbon geht. Tats\u00e4chlich kann es je nach Anordnung seiner Atome radikal verschiedene Eigenschaften aufweisen. TAG Heuer fand eine neue Verwendung f\u00fcr dieses allem Leben zugrundeliegende Atom. Die auf der Grundlagenforschung der Marke basierende und in Eigenfertigung\u00a0hergestellte Spirale des Isograph-Reguliersystems besteht einzig und allein aus Karbon. Dessen exklusive hexagonale Struktur garantiert ein perfektes Formged\u00e4chtnis, eine ausserordentliche Leichtigkeit und eine Plastizit\u00e4t, die f\u00fcr herausragende Stossfestigkeit sorgt. Es ist ausserdem selbstverst\u00e4ndlich amagnetisch und temperaturstabil. Seine Herstellungsmethode bietet dar\u00fcber hinaus eine v\u00f6llige Freiheit in der Formgebung. Folglich konnte eine einzigartige Geometrie geschaffen werden, die eine konzentrische Bewegung der Spirale als wichtigste Voraussetzung f\u00fcr ihre Ganggenauigkeit vereinfacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-33930 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Paul-ONeil-portrait-crayon.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/> \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<strong> PAUL O\u2019NEIL<\/strong><\/p>\n<p>Chefredakteur von WorldTempus.com<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wir haben die neuen Werkstoffe aus Davids Artikel auf WorldTempus n\u00e4her unter die Lupe genommen. Scannen Sie den QRCode und schauen Sie sich neben unserer Auswahl an Beitr\u00e4gen zu Karbonverbundwerkstoffen auch eine ausf\u00fchrliche Erkl\u00e4rung zur bahnbrechenden neuen Karbonspirale von TAG Heuer sowie einen Bericht \u00fcber innovative Technologien in der Herstellung von Karbonverbundwerkstoffen an. Es k\u00f6nnte gut sein, dass die Karbonfaser-Uhrengeh\u00e4use der Zukunft gestrickt und nicht mehr schichtweise angeordnet und erhitzt werden. Das ist jedoch nur einer von vielen innovativen Werkstoffen, denn die Uhrmacher setzen auf ihrer Suche nach neuen Geh\u00e4usematerialien unentwegt neue Massst\u00e4be. Vor Kurzem habe ich sogar eine Uhr gesehen, deren Geh\u00e4use und Zifferblatt aus Teilen eines Whiskyfasses gefertigt worden waren. Sl\u00e1inte, wie die Schotten sagen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die durch eine neue Expansionsphase gest\u00e4rkten Uhrenmarken zaubern Innovationen auf dem Gebiet der Werkstoffe aus [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":33929,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[506,1656],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33936"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33936"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33936\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33937,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33936\/revisions\/33937"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/33929"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33936"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33936"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33936"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}