{"id":34494,"date":"2019-11-08T15:25:48","date_gmt":"2019-11-08T13:25:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gmtmag.com\/?p=34494"},"modified":"2019-11-08T16:32:49","modified_gmt":"2019-11-08T14:32:49","slug":"pruefstand-chanel-j12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/non-classe-de\/pruefstand-chanel-j12.html","title":{"rendered":"Pr\u00fcfstand: CHANEL J12"},"content":{"rendered":"<p>Es ist aufgefallen oder auch nicht. Genau das beabsichtigte Arnaud Chastaingt, als er sich daran machte, die inzwischen 20 Jahre alte J12 an ihre Zeit anzupassen. Wir haben es hier also vielmehr mit einem Facelift als mit einer Revolution zu tun: kleine, auf den ersten Blick unmerkliche Unterschiede, die der meistverkauften Uhr der Marke gen\u00fcgend Frische einhauchen sollten, um ihr zwei weitere Jahrzehnte Gelassenheit zu bescheren.<\/p>\n<p><strong>AUSSTATTUNG<\/strong><\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-34482 alignright\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/GMT_63_FR_ipad-271.gif\" alt=\"\" width=\"148\" height=\"412\" \/><\/strong><\/p>\n<p>Die hier auf dem Pr\u00fcfstand analysierte Uhr \u00fcbernimmt die gestalterischen Merkmale, die Definition sowie die Farbe des Originalmodells in schwarzer Keramik. Die tiefgreifendste Ver\u00e4nderung betrifft das Werk, das geradewegs einige Anpassungen des Designs nach sich zieht. Der Durchmesser des Geh\u00e4uses bleibt unver\u00e4ndert bei den 38 mm, die der Uhr einen universellen Charakter verleihen und die den Uhrmachern so lieb und teuer gewordenen genderspezifischen Aspekte aufheben. Seine H\u00f6he gewinnt jedoch leicht an F\u00fclle, was allerdings von den nunmehr geschwungenen Mittelteilflanken wegretuschiert wird. Ein Saphirboden r\u00fcckt das Manufakturkaliber gekonnt ins Rampenlicht. W\u00e4hrend die vorherigen Versionen mit einem Vollboden in Stahl verschlossen waren, ist hier das gesamte Geh\u00e4use aus Keramik. Die Krone wurde um 30 % verkleinert. Falls Sie eine genaue Bestandsaufnahme aller weiteren Unterschiede erstellen m\u00f6chten, empfehlen wir Ihnen, diese mit der Lupe zu suchen. Keramik ist zugegebenermassen schwer, aber Chanel ist es gelungen, das Gewicht gegen\u00fcber den Vorg\u00e4ngermodellen zu verringern, und die vern\u00fcnftige Dimensionierung der J12 tut ihr Weiteres f\u00fcr den unbestrittenen Tragekomfort.<\/p>\n<p><strong>WERK<\/strong><\/p>\n<p>Die bis dato von einem ETA 2892 angetriebene J12 pr\u00e4sentiert jetzt stolz ein Hauskaliber. Die drei Zeiger im Zentrum und die Datumsscheibe weisen keine gr\u00f6sseren \u00e4sthetischen Ver\u00e4nderungen auf, und obgleich die 70 Stunden Gangreserve, das COSC-Zertifikat und das Design der Schwungmasse an fr\u00fchere Kreationen des Hauses erinnern, braucht diese Uhr sich vor ihrer ber\u00fchmten Vorg\u00e4ngerin nicht zu verstecken. Gleiche Anordnung und gleiche Frequenz, d.h. 28 800 Halbschwingungen pro Stunde, bei gr\u00f6sserer Dicke zur Integration der f\u00fcr die Autonomie zust\u00e4ndigen Zugfeder sowie eine Schwungmasse in Wolfram f\u00fcr ein besseres Drehmoment und folglich eine gesteigerte Effizienz. Der g\u00fcnstige Preis dieser Grundversion und der garantierte Gesch\u00e4ftserfolg erfordern eine gut durchdachte industrielle Fertigung, die bei den Stammlesern dieser Rubrik aber keine Begeisterungsst\u00fcrme hervorrufen wird. Man k\u00f6nnte sogar fragen, ob sich der Aufwand mit dem Saphirboden lohnt. Wichtiger als rein \u00e4sthetische Erw\u00e4gungen sind jedoch Ganggenauigkeit und Zuverl\u00e4ssigkeit.<\/p>\n<p><strong>TESTS<\/strong><\/p>\n<p>Das COSC-Zertifikat und die F\u00fcnfjahresgarantie, mit der die aktuelle J12 geliefert wird, sind allein schon der sichere Beweis daf\u00fcr, dass das Ziel erreicht und bez\u00fcglich Ganggenauigkeit und Zuverl\u00e4ssigkeit sogar \u00fcbertroffen wurde. Letzter wichtiger Aspekt einer solchen Uhr: der Komfort. Nachdem sie jetzt nicht mehr \u00fcber 40, sondern \u00fcber 70 Stunden Gangreserve verf\u00fcgt, wird die J12 voller Stolz ein ganzes Wochenende der Vernachl\u00e4ssigung \u00ab\u00fcberleben\u00bb k\u00f6nnen. Die Wasserdichtigkeit bis 200 Meter macht sie endg\u00fcltig zu einer langj\u00e4hrigen und treuen Wegbegleiterin f\u00fcr den Alltag.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-34485 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/GMT_63_FR_ipad-274.gif\" alt=\"\" width=\"511\" height=\"296\" \/><\/p>\n<p>Mit der optischen Auffrischung ihrer Speerspitze haben die kreativen K\u00f6pfe bei Chanel Verstand bewiesen und die seit 20 Jahren f\u00fcr den Erfolg der J12 verantwortliche Essenz nicht angetastet. Die \u00c4sthetik wurde so angepasst, dass dieser Ikone ihre Identit\u00e4t sowie die quasi unangefochtene Spitzenposition erhalten bleiben. Erfreulich ist zudem, dass die Entscheidungstr\u00e4ger nicht dem Lockruf einer oft durch \u00fcbertriebene Selbstsicherheit und weniger durch Vernunft motivierten H\u00f6herpositionierung folgten. Die J12 wird zwar vielleicht keinem waschechten Sammler, Technikfreak oder dem Autor dieser Zeilen den Atem rauben, aber sie beeindruckt durch die F\u00e4higkeit, ihre Zielgruppe trotz technischer sowie \u00e4sthetischer Beschr\u00e4nkungen gefunden zu haben, und durch die beispielhafte Optimierung der Kosten (und folglich des Verkaufspreises), was einigen Traditionsh\u00e4usern mit jahrhundertealtem Erbe ruhig als Vorbild dienen k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist aufgefallen oder auch nicht. 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