{"id":348,"date":"2011-06-08T17:00:00","date_gmt":"2011-06-08T16:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=348"},"modified":"2012-12-05T16:28:37","modified_gmt":"2012-12-05T15:28:37","slug":"panerai-luminor-composite-marina-1950-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/technik-n-de\/banc_essai-3\/panerai-luminor-composite-marina-1950-2.html","title":{"rendered":"Panerai  : Luminor Composite Marina 1950"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"contenu_article\"><strong>Ausstattung:<\/strong><\/p>\n<p>Design und Abmessungen des Geh\u00e4uses bergen durch ihre Treue zu den Modellen aus den 50er Jahren keinerlei \u00dcberraschung. Die kreisrunde Aussparung f\u00fcr das Zifferblatt im quadratischen Geh\u00e4use, der unumst\u00f6ssliche Kronenschutz sowie der Druckhebel sind auch wieder mit dabei. Neu ist an diesem am SIHH 2011 enth\u00fcllten Modell in erster Linie die Werkstoffwahl. W\u00e4hrend der blinde Wettlauf um den Einsatz neuartiger Materialien zahlreiche Marken zu mehr oder weniger zweifelhaften oder angemessenen Entscheidungen veranlasste, ist das Verbundstoffgeh\u00e4use \u00fcber jeden Zweifel erhaben und entspricht perfekt den Grundwerten der Marke. Informationen \u00fcber diesen Werkstoff und sein Herstellungsverfahren werden geheim gehalten. Panerai l\u00e4sst nur verlauten, dass der Grundwerkstoff des Geh\u00e4uses Aluminium sei. Das Panerai-Composite werde durch eine elektrochemische Behandlung hergestellt, die die Oberfl\u00e4che in eine synthetische Keramik mit einem h\u00f6heren H\u00e4rtegrad als Stahl verwandle. Wir verstehen leider nur zu gut, dass man uns keine weiteren Ausk\u00fcnfte und auch kein Muster zur Verf\u00fcgung stellen konnte. Der Werkstoff an sich und das Behandlungsverfahren sind jedoch schon ein Garant f\u00fcr Langlebigkeit. Die Sandwich-Struktur des Zifferblatts mit Super-Luminova sowie die Zeiger sind schon lange in Bezug auf Design, Lesbarkeit, Helligkeit und Verarbeitungsqualit\u00e4t \u00fcber jeden Zweifel erhaben. F\u00fcr diese neue Referenz wurde eine farblich passende, exklusive, sandfarbene Luminova-Beschichtung gew\u00e4hlt. Angesichts dieser leicht dunkleren Farbe h\u00e4tte man eine Einbusse der Leuchtkraft vermuten k\u00f6nnen, doch dem ist absolut nicht so, da diese Luminova-Variante ebenso stark reagiert wie eine C1. Die Dornschnalle ist \u00fcbrigens aus auch dem Verbundstoff. Ihre ausgepr\u00e4gte Form sichert den Armbandverschluss besser als ich je gesehen habe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Werk:<\/strong><\/p>\n<p>Es handelt sich um das Manufaktur-Automatikwerk P.9000. Bauweise und Vollendungen erinnern an die grossen Werke, wie sie vor der Krise in den 70er Jahren gefertigt wurden: Effizienz, Funktionalit\u00e4t und Zuverl\u00e4ssigkeit \u00fcber alles. Auf den ersten Blick k\u00f6nnten die zwar sorgf\u00e4ltigen Vollendungen des Werks spartanisch wirken. Und doch erwartet man genau das von einem Panerai-Werk. Die Designer haben ein einfaches, aber geniales und gut zum Geh\u00e4use passendes Detail entwickelt: Sie t\u00f6nten das Saphirglas des Bodens und verliehen dem Mechanismus so einen bernsteinfarbenen Glanz. Angesichts der grossz\u00fcgigen Abmessungen der Geh\u00e4use konnte die Marke aus Koh\u00e4renzgr\u00fcnden nicht zu kleine Werke verwenden, zumal das Geh\u00e4usevolumen immer perfekt ausgef\u00fcllt wurde. Dank Werken mit grossem Durchmesser garantiert Panerai maximale Robustheit und Zuverl\u00e4ssigkeit der Mechanismen sowie best\u00e4ndige und pr\u00e4zise Einstellungen.<\/p>\n<p>Die Energie der Schwungmasse (mit grossem Tr\u00e4gheitsmoment) spannt die zwei Federn des Federhauses ungeachtet der Drehrichtung f\u00fcr eine Gangreserve von drei Tagen. Stunden und Minuten sind bei Panerai traditionsgem\u00e4ss (von den fr\u00fcheren Taschenuhrwerken \u00fcbernommen) im Zentrum positioniert, w\u00e4hrend die kleine Sekunde bei 9 Uhr angezeigt wird.<\/p>\n<p>Ein Herausziehen der Krone auf die erste Position erm\u00f6glicht das schrittweise Vorstellen des Stundenzeigers (Stunde um Stunde). So kann man bequem die Zeitzone wechseln, ohne die Minuten zu verstellen, oder eine schnelle Datumskorrektur vornehmen. Dieses seit den 60er Jahren fast in Vergessenheit geratene System erweist sich bei diesem Zeitmesser als ideale L\u00f6sung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tests:<\/strong><\/p>\n<p>Panerai hat f\u00fcr Funktionen, Gangreserve (3 Tage), Frequenz (28 800 Halbschwingungen\/Stunde) und Abmessungen eine so perfekte Koh\u00e4renz entwickelt, wie wenn die Marke immer noch das anspruchsvolle Pflichtenheft f\u00fcr die Offiziere der italienischen Marine erf\u00fcllen m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Alle Gangkontrollen best\u00e4tigen diesen (guten) Eindruck. Bei 0 Stunden lagen alle Amplituden \u00fcber 280\u00b0. Der in sechs Positionen zwischen 0 und +10 Sekunden\/Tag gemessene Gang betrug ein Delta von sieben Sekunden. Nach 24 Stunden blieben die Abweichungen zwischen 0 und +10 Sekunden\/Tag. Das Delta betrug maximal acht Sekunden, und die geringste Amplitude (vertikal) lag bei 269\u00b0! Wenn man wirklich unbedingt etwas zum Kritisieren finden will, k\u00f6nnte man von einem leichten Merkzeichenmangel sprechen. Normalerweise ist dies auf einen geringf\u00fcgigen Pr\u00e4zisionsmangel beim Verstiften zur\u00fcckzuf\u00fchren, doch in diesem Fall wurde der Zeitmesser zuvor dem unerbittlichsten aller denkbaren Tests unterworfen (eine Woche Prototyp beim SIHH). Diese extrem geringe Ungenauigkeit verzeihen wir der Uhr also gern.<\/p>\n<p>Das Werk ist folglich sehr effizient. Die Regelm\u00e4ssigkeit verdankt es nicht zuletzt den zwei mit langen Federn ausgestatteten Federh\u00e4usern.\u00a0Die von Panerai angegebene Gangreserve von drei Tagen stimmt: Wir haben 74 Stunden gemessen.<\/p>\n<p>Die Luminor ist so leicht, dass man sie am Handgelenk fast vergisst. Die Modelle der Marke in Stahl oder Gold m\u00fcssen f\u00fcr den Tragekomfort ausserordentlich ergonomisch sein. Dieses Streben nach Ergonomie f\u00fcr das federleichte Geh\u00e4use ist voll und ganz gelungen.<\/p>\n<p>Die angegebene Wasserdichte von 300 Meter konnten wir nur bis 10 atm (d.h. 100 Meter) testen, selbstverst\u00e4ndlich erfolgreich. Wir haben jedoch keinen Zweifel, dass dieser Zeitmesser auch bis 30 atm dicht ist (schliesslich ist es eine Panerai!).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<p>Wenn die italienische Marine ihre M\u00e4nner heute noch mit den besten Instrumenten ausstatten will, dann ist diese Panerai Luminor zweifellos das absolute Must, das all ihre Erwartungen viele Jahrzehnte lang treu erf\u00fcllen wird. All ihre Vorz\u00fcge untermauern die Koh\u00e4renz und das herausragende Fachwissen von Panerai. Ihre Werkstoffe und ihre Geh\u00e4usefarbe (in der reinsten Tradition der Milit\u00e4ruhren) sowie ihre Solidit\u00e4t, Zuverl\u00e4ssigkeit und Lesbarkeit machen sie zur absoluten und unanfechtbaren Referenz auf ihrem Gebiet.<\/p>\n<p>Man kann Panerai nur dazu begl\u00fcckw\u00fcnschen, dass die Marke ihre Positionierung beibehalten hat und sich dort weiterentwickelt. An Konkurrenz mangelt es nicht, doch bisher scheint niemand dem florentinischen Unternehmen mit glorreicher Zukunft das Wasser reichen zu k\u00f6nnen.<\/p><\/div>\n<p><\/br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Ausstattung:<\/strong><\/p>\n<p>Design und Abmessungen des Geh\u00e4uses bergen durch ihre Treue zu den Modellen aus den 50er Jahren keinerlei \u00dcberraschung. Die kreisrunde Aussparung f\u00fcr das Zifferblatt im quadratischen Geh\u00e4use, der unumst\u00f6ssliche Kronenschutz sowie der Druckhebel sind auch wieder mit dabei. Neu ist an diesem am SIHH 2011 enth\u00fcllten Modell in erster Linie die Werkstoffwahl. W\u00e4hrend der blinde Wettlauf um den Einsatz neuartiger Materialien zahlreiche Marken zu mehr oder weniger zweifelhaften oder angemessenen Entscheidungen veranlasste, ist das Verbundstoffgeh\u00e4use \u00fcber jeden Zweifel erhaben und entspricht perfekt den Grundwerten der Marke. Informationen \u00fcber diesen Werkstoff und sein Herstellungsverfahren werden geheim gehalten. Panerai l\u00e4sst nur verlauten, dass der Grundwerkstoff des Geh\u00e4uses Aluminium sei. Das Panerai-Composite werde durch eine elektrochemische Behandlung hergestellt, die die Oberfl\u00e4che in eine synthetische Keramik mit einem h\u00f6heren H\u00e4rtegrad als Stahl verwandle. Wir verstehen leider nur zu gut, dass man uns keine weiteren Ausk\u00fcnfte und auch kein Muster zur Verf\u00fcgung stellen konnte. Der Werkstoff an sich und das Behandlungsverfahren sind jedoch schon ein Garant f\u00fcr Langlebigkeit. Die Sandwich-Struktur des Zifferblatts mit Super-Luminova sowie die Zeiger sind schon lange in Bezug auf Design, Lesbarkeit, Helligkeit und Verarbeitungsqualit\u00e4t \u00fcber jeden Zweifel erhaben. F\u00fcr diese neue Referenz wurde eine farblich passende, exklusive, sandfarbene Luminova-Beschichtung gew\u00e4hlt. Angesichts dieser leicht dunkleren Farbe h\u00e4tte man eine Einbusse der Leuchtkraft vermuten k\u00f6nnen, doch dem ist absolut nicht so, da diese Luminova-Variante ebenso stark reagiert wie eine C1. Die Dornschnalle ist \u00fcbrigens aus auch dem Verbundstoff. Ihre ausgepr\u00e4gte Form sichert den Armbandverschluss besser als ich je gesehen habe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Werk:<\/strong><\/p>\n<p>Es handelt sich um das Manufaktur-Automatikwerk P.9000. Bauweise und Vollendungen erinnern an die grossen Werke, wie sie vor der Krise in den 70er Jahren gefertigt wurden: Effizienz, Funktionalit\u00e4t und Zuverl\u00e4ssigkeit \u00fcber alles. Auf den ersten Blick k\u00f6nnten die zwar sorgf\u00e4ltigen Vollendungen des Werks spartanisch wirken. Und doch erwartet man genau das von einem Panerai-Werk. Die Designer haben ein einfaches, aber geniales und gut zum Geh\u00e4use passendes Detail entwickelt: Sie t\u00f6nten das Saphirglas des Bodens und verliehen dem Mechanismus so einen bernsteinfarbenen Glanz. Angesichts der grossz\u00fcgigen Abmessungen der Geh\u00e4use konnte die Marke aus Koh\u00e4renzgr\u00fcnden nicht zu kleine Werke verwenden, zumal das Geh\u00e4usevolumen immer perfekt ausgef\u00fcllt wurde. Dank Werken mit grossem Durchmesser garantiert Panerai maximale Robustheit und Zuverl\u00e4ssigkeit der Mechanismen sowie best\u00e4ndige und pr\u00e4zise Einstellungen.<\/p>\n<p>Die Energie der Schwungmasse (mit grossem Tr\u00e4gheitsmoment) spannt die zwei Federn des Federhauses ungeachtet der Drehrichtung f\u00fcr eine Gangreserve von drei Tagen. Stunden und Minuten sind bei Panerai traditionsgem\u00e4ss (von den fr\u00fcheren Taschenuhrwerken \u00fcbernommen) im Zentrum positioniert, w\u00e4hrend die kleine Sekunde bei 9 Uhr angezeigt wird.<\/p>\n<p>Ein Herausziehen der Krone auf die erste Position erm\u00f6glicht das schrittweise Vorstellen des Stundenzeigers (Stunde um Stunde). So kann man bequem die Zeitzone wechseln, ohne die Minuten zu verstellen, oder eine schnelle Datumskorrektur vornehmen. Dieses seit den 60er Jahren fast in Vergessenheit geratene System erweist sich bei diesem Zeitmesser als ideale L\u00f6sung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tests:<\/strong><\/p>\n<p>Panerai hat f\u00fcr Funktionen, Gangreserve (3 Tage), Frequenz (28 800 Halbschwingungen\/Stunde) und Abmessungen eine so perfekte Koh\u00e4renz entwickelt, wie wenn die Marke immer noch das anspruchsvolle Pflichtenheft f\u00fcr die Offiziere der italienischen Marine erf\u00fcllen m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Alle Gangkontrollen best\u00e4tigen diesen (guten) Eindruck. Bei 0 Stunden lagen alle Amplituden \u00fcber 280\u00b0. Der in sechs Positionen zwischen 0 und +10 Sekunden\/Tag gemessene Gang betrug ein Delta von sieben Sekunden. Nach 24 Stunden blieben die Abweichungen zwischen 0 und +10 Sekunden\/Tag. Das Delta betrug maximal acht Sekunden, und die geringste Amplitude (vertikal) lag bei 269\u00b0! Wenn man wirklich unbedingt etwas zum Kritisieren finden will, k\u00f6nnte man von einem leichten Merkzeichenmangel sprechen. Normalerweise ist dies auf einen geringf\u00fcgigen Pr\u00e4zisionsmangel beim Verstiften zur\u00fcckzuf\u00fchren, doch in diesem Fall wurde der Zeitmesser zuvor dem unerbittlichsten aller denkbaren Tests unterworfen (eine Woche Prototyp beim SIHH). Diese extrem geringe Ungenauigkeit verzeihen wir der Uhr also gern.<\/p>\n<p>Das Werk ist folglich sehr effizient. Die Regelm\u00e4ssigkeit verdankt es nicht zuletzt den zwei mit langen Federn ausgestatteten Federh\u00e4usern.\u00a0Die von Panerai angegebene Gangreserve von drei Tagen stimmt: Wir haben 74 Stunden gemessen.<\/p>\n<p>Die Luminor ist so leicht, dass man sie am Handgelenk fast vergisst. Die Modelle der Marke in Stahl oder Gold m\u00fcssen f\u00fcr den Tragekomfort ausserordentlich ergonomisch sein. Dieses Streben nach Ergonomie f\u00fcr das federleichte Geh\u00e4use ist voll und ganz gelungen.<\/p>\n<p>Die angegebene Wasserdichte von 300 Meter konnten wir nur bis 10 atm (d.h. 100 Meter) testen, selbstverst\u00e4ndlich erfolgreich. Wir haben jedoch keinen Zweifel, dass dieser Zeitmesser auch bis 30 atm dicht ist (schliesslich ist es eine Panerai!).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<p>Wenn die italienische Marine ihre M\u00e4nner heute noch mit den besten Instrumenten ausstatten will, dann ist diese Panerai Luminor zweifellos das absolute Must, das all ihre Erwartungen viele Jahrzehnte lang treu erf\u00fcllen wird. All ihre Vorz\u00fcge untermauern die Koh\u00e4renz und das herausragende Fachwissen von Panerai. Ihre Werkstoffe und ihre Geh\u00e4usefarbe (in der reinsten Tradition der Milit\u00e4ruhren) sowie ihre Solidit\u00e4t, Zuverl\u00e4ssigkeit und Lesbarkeit machen sie zur absoluten und unanfechtbaren Referenz auf ihrem Gebiet.<\/p>\n<p>Man kann Panerai nur dazu begl\u00fcckw\u00fcnschen, dass die Marke ihre Positionierung beibehalten hat und sich dort weiterentwickelt. 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