{"id":35710,"date":"2019-12-18T12:23:07","date_gmt":"2019-12-18T10:23:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gmtmag.com\/non-classe-de\/jean-christophe-babin-ceo-bvlgari.html"},"modified":"2019-12-18T12:55:05","modified_gmt":"2019-12-18T10:55:05","slug":"jean-christophe-babin-ceo-bvlgari","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/business-n-de\/interview-3\/jean-christophe-babin-ceo-bvlgari.html","title":{"rendered":"Jean-Christophe Babin, CEO, Bvlgari"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\"><b>Sie haben gerade eine Manufaktur f\u00fcr Uhrenausstattungen\u00a0<\/b><b>eingeweiht und einigen VIPs die T\u00fcren Ihrer Uhrwerksmanufaktur ge\u00f6ffnet. Was sind die Vorteile dieser Fertigungstiefe?<\/b><\/p>\n<p class=\"p2\">Die Gr\u00fcndung der Abteilung \u00abAusstattung\u00bb ist in der Tat ganz im Sinne einer vor einem Jahrzehnt eingeleiteten Strategie der Fertigungstiefe, denn Bvlgari stellt schon seit Jahren eigene Geh\u00e4use, Zifferbl\u00e4tter und Werke her. Unsere Produktionsanlagen befanden sich an f\u00fcnf Standorten, und es bedurfte einer effizienteren Gestaltung. Wir haben bereits unser Uhrenkompetenzzentrum in La Chaux-de-Fonds mit unserer Uhrwerkfabrik in Le Sentier zusammengelegt und dort ein multifunktionales Zentrum f\u00fcr Uhrwerke geschaffen, sodass wir viel flexibler und reaktionsf\u00e4higer sind. Das erm\u00f6glicht es uns, auf der Grundlage von Bestellungen \u2013 und nicht nur Prognosen \u2013 zu produzieren und somit \u00fcberfl\u00fcssige Lagerbest\u00e4nde zu vermeiden sowie kolossale Gewinne zu erzielen. Unsere Wiederbelieferungszeiten sind von acht auf drei Monate gesunken. Unsere Angestellten, die die Uhrwerke zusammensetzen, k\u00f6nnen ohne Weiteres von einer einfachen Solotempo mit drei Zeigern zu komplizierteren St\u00fccken mit oder ohne Tourbillon \u00fcbergehen. Die grossen Schlagwerke bleiben nat\u00fcrlich in den H\u00e4nden der drei spezialisierten Uhrmachermeister. Diese \u00dcberlegung l\u00e4sst sich auch auf unser neues Ausstattungszentrum \u00fcbertragen, denn auch in der Zifferblatt- und Geh\u00e4usefertigung existieren Synergien wie beispielsweise bei Polierarbeiten oder in der Verarbeitung, obwohl diese beiden Berufe unabh\u00e4ngig voneinander bei Bvlgari entstanden. Das ist in doppelter Hinsicht von Vorteil, denn davon profitieren nicht nur unsere Kunden, sondern auch die Mitarbeiter, die sich fachlich weiterentwickeln. Ihnen er\u00f6ffnen sich daraufhin mehr Karrierem\u00f6glichkeiten, was in einem mittelgrossen Unternehmen nicht immer der Fall ist.<\/p>\n<p class=\"p1\"><b>Tragen die in nur wenigen Jahren von Bvlgari aufgestellten f\u00fcnf Flachheitsweltrekorde hinsichtlich des Markenimages bei den Kunden langsam Fr\u00fcchte?<\/b><\/p>\n<p class=\"p2\">Das ist deutlich zu sp\u00fcren \u2013 sowohl bei unseren Einzelh\u00e4ndlern, die uns mehr Beachtung schenken, als auch dank der steigenden Nachfrage nach unseren Herrenuhren. Gleichzeitig st\u00e4rkt die Anerkennung unseres Uhrenfachwissens das Interesse an unseren Damenuhren. Die Kundinnen sch\u00e4tzen es, eine Uhr zu tragen, die eine echte Highend-Uhrenmarke f\u00fcr sie konzipiert hat. Das erkl\u00e4rt auch, warum sich Bvlgari ungeachtet der derzeitig schwierigen Marktlage weiterentwickeln kann.<\/p>\n<p class=\"p1\"><b>Im Bvlgari-Hotel in Dubai findet im Januar ein Uhren-Event von LVMH statt. Welche Bedeutung hat es f\u00fcr Sie?<\/b><\/p>\n<p class=\"p2\">\u00dcblicherweise trafen wir zu dieser Zeit im Rahmen des SIHH die internationale Presse sowie unsere Kunden und stellten ihnen unsere Neuheiten vor, damit sie ihr Jahr vorausplanen konnten. Da die Uhrenmessen auf Ende April\/Anfang Mai verlegt wurden, erm\u00f6glicht dieses LVMH-Stelldichein im Januar es uns, den Elan von 2019 beizubehalten, ohne vier Monate zu verlieren, und Kontakte zu den weltweit besten Uhrenjournalisten und Einzelh\u00e4ndlern der Marken Bvlgari, Hublot, TAG Heuer und Zenith herzustellen. Wir k\u00f6nnen auf diese Weise schon einen betr\u00e4chtlichen Teil des Umsatzes 2020 erzielen, w\u00e4hrend viele andere Marken noch mehrere Monate abwarten m\u00fcssen.\u00a0Der Empfang in einem Bvlgari-Hotel bietet einen freundlichen und sehr hochwertigen Rahmen, der sich viel besser f\u00fcr den Aufbau von Partnerschaften eignet als Uhrenmessen. Dieses Event in Dubai ersetzt also unsere fr\u00fcheren Geneva Days, und in Zukunft vielleicht sogar die Baselworld. Das ist noch nicht entschieden.<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: center;\">\u00abBvlgari kann sich ungeachtet der derzeitig schwierigen Marktlage weiterentwickeln.\u00bb<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"p1\"><b>Bvlgari hat eben erst auch an der Dubai Watch Week\u00a0<\/b><b>teilgenommen. Was war Ihr Ziel?<\/b><\/p>\n<p class=\"p2\">Wir nehmen \u00fcber unseren H\u00e4ndler Seddiqi daran teil, der sich in dieser Region um Bvlgari k\u00fcmmert und vor allem f\u00fcr die m\u00e4nnliche Kundschaft eine sehr gute und \u00fcbersichtliche Plattform geschaffen hat. Die Dubai Watch Week bietet eine einmalige Chance, unsere Fachkenntnis im Bereich der Herrenuhren dank unserer f\u00fcnf Weltrekorde und unserer Auszeichnungen beim Grand Prix d\u2019Horlogerie de Gen\u00e8ve hervorzuheben. Die Besucher und Kunden von Seddiqi, die zu unseren Dinners kommen, sollten ein positives Bild von Bvlgari haben.<\/p>\n<p class=\"p1\"><b>Die Bvlgari-Uhren verzeichnen eine gute Dynamik.\u00a0<\/b><b>Was erwartet sie 2020?<\/b><\/p>\n<p class=\"p2\">Aufgrund der Spannungen, die in Hongkong als dem \u2013 offiziellen Zahlen zufolge \u2013 wichtigsten Exportmarkt f\u00fcr Uhren vorherrschen, schw\u00e4chelt die Branche deutlich, und wahrscheinlich werden die Auswirkungen auch noch in den ersten Monaten 2020 zu sp\u00fcren sein. Der starke R\u00fcckgang der Touristenzahlen in Hongkong wird nicht durch die Verlagerung auf andere Reiseziele wettgemacht. Auch wenn die Regierungen in Hongkong und China eine L\u00f6sung finden, wird das Misstrauen noch monatelang zu sp\u00fcren sein \u2013 genauso wie bei der Gelbwestenbewegung in Frankreich \u2013 und die Uhrenindustrie wird darunter leiden. Wie schon w\u00e4hrend des R\u00fcckgangs 2014 beginnt Bvlgari das n\u00e4chste Jahr aber gl\u00fccklicherweise mit einer neuen Kollektion, deren positive Effekte 18 bis 24 Monate sp\u00fcrbar sein sollten und es uns erm\u00f6glichen werden, ein \u00fcber dem Marktdurchschnitt liegendes Wachstum zu verbuchen. Die Seduttori-Damenuhren wurden f\u00fcr den Alltag geschaffen und wenden sich an einen neuen Kundenkreis. Ausserdem hat sich die Lucea Skeleton unerwartet zu einem Bestseller entwickelt. Wir werden weiter an diesen Erfolg ankn\u00fcpfen und bei unserem Event in Dubai zus\u00e4tzlich weitere sehr interessante Octo-Modelle enth\u00fcllen.<\/p>\n<p class=\"p1\"><b>Wie verh\u00e4lt sich der weibliche und m\u00e4nnliche High-End-Markt?<\/b><\/p>\n<p class=\"p2\">Bvlgari verzeichnet sehr gute Zahlen bei der Octo Tourbillon Sapphire, die die Kunden manchmal mit personalisierten Mittelteilb\u00e4ndern in Jade oder anderen Edelsteinen bestellen, und deren Preise daraufhin auf CHF 400 000.\u2013 oder CHF 500 000.\u2013 steigen k\u00f6nnen. Der Erfolg des oberen Luxussegments l\u00e4sst sich auch im Bereich der Haute-Joaillerie-Damenuhren mit kleinen Komplikationen, wie beispielsweise einem Tourbillon, ablesen. Dieses Segment macht schon einen Grossteil unseres Gesch\u00e4fts aus, und wenn ich mir so anschaue, was bei den anderen Marken geschieht, besteht hier noch ein bedeutender Spielraum nach oben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie haben gerade eine Manufaktur f\u00fcr Uhrenausstattungen\u00a0eingeweiht und einigen VIPs die T\u00fcren Ihrer Uhrwerksmanufaktur ge\u00f6ffnet. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":35703,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1652,64],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35710"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35710"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35710\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35714,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35710\/revisions\/35714"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/35703"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35710"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35710"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35710"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}