{"id":5477,"date":"2018-06-01T08:00:51","date_gmt":"2018-06-01T06:00:51","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=5477"},"modified":"2018-06-21T09:23:11","modified_gmt":"2018-06-21T07:23:11","slug":"geneva-watch-tour-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/lifestyle-n-de\/geneva-watch-tour\/geneva-watch-tour-4.html","title":{"rendered":"Geneva Watch Tour: Besichtigung der Stadt Genf und Entdeckung der Uhrmacherei"},"content":{"rendered":"<div class=\"contenu_article\" style=\"text-align: justify;\">\n<p>Die Uhren-Route umfasst rund 50 Markenboutiquen sowie gleich viele Mehrmarken-Einzelh\u00e4ndler und liefert somit einen guten \u00dcberblick \u00fcber die gesamte Schweizer Uhrmacherlandschaft. Sie f\u00fchrt durch die ber\u00fchmtesten Genfer Stadtviertel: Gestartet wird im Bahnhofsviertel, wo sich auch das Fremdenverkehrsb\u00fcro befindet; weiter geht es mit dem Gesch\u00e4ftsviertel im Zentrum, der Altstadt mit ihren Kunst- und Innendekorations-Galerien, dem Bankenviertel und den kulturellen Einrichtungen bis zum Stadtviertel f\u00fcr moderne Kunst, in dem auch das Patek Philippe Museum angesiedelt ist.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Genfer Uhrmachererbe<\/strong><\/h3>\n<div id=\"attachment_30361\" style=\"width: 498px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez2.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-30361\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-30361\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez2-300x177.jpg\" alt=\"mur des r\u00e9formateurs\" width=\"488\" height=\"288\" srcset=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez2-300x177.jpg 300w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez2-1024x605.jpg 1024w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez2.jpg 1100w\" sizes=\"(max-width: 488px) 100vw, 488px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-30361\" class=\"wp-caption-text\">Mur des R\u00e9formateurs (Reformatorenmauer errichten)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles begann Mitte des 16. Jahrhunderts, als der grosse Reformator Jean Calvin 1541 alle \u00e4usseren Zeichen von Reichtum verbot und somit die Juweliere und Goldschmiede dazu zwang, ihr Fachwissen f\u00fcr die Uhrmacherei zu verwenden. Zwei Jahrhunderte sp\u00e4ter exportierte Genf rund 60 000 Uhren, und die in der Rhone-Stadt zu zahlreich gewordenen Uhrmacher bev\u00f6lkerten den gesamten Jurabogen. 1909 fiel die Feier zu Calvins 400. Geburtstag mit dem 350. Jahrestag seit Gr\u00fcndung der Fondation de l\u2019Acad\u00e9mie de Gen\u00e8ve zusammen. Zu diesem Anlass lies-<br \/>\nsen die Beh\u00f6rden im Parc des Bastions gegen\u00fcber dem <strong>Grand Th\u00e9\u00e2tre<\/strong> die <strong>Reformatorenmauer errichten<\/strong>: Die f\u00fcnf Meter hohen Statuen der vier grossen Reformatoren lehnen gegen die alte Stadtmauer, die Genf bis zum 19. Jahrhundert umgab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sogar der Jet d\u2019eau, das Symbol der Stadt Genf \u00fcberhaupt, geht urspr\u00fcnglich auf die Uhrmacherei zur\u00fcck. Die T\u00e4tigkeit der Uhrmacher sowie die Einf\u00fchrung der Arbeitsteilung (die dem Goldschmied Daniel Jeanrichard zugeschriebene \u00abEtablissage\u00bb) f\u00fchrten ab dem 18. Jahrhundert dazu, dass sich rund 4000 Uhrmacher am Rhone-Ufer ansiedelten und die Wasserkraft vor allem ab 1872 aus dem <strong>B\u00e2timent de la Machine<\/strong> sowie ab 1886 auch aus dem Wasserkraftwerk Coulouvreni\u00e8re nutzten. Mit diesem Druckwasser konnte eine Vielzahl der f\u00fcr die Fertigung von Werken und Geh\u00e4usen notwendigen Arbeitsschritte wie beispielsweise das Fr\u00e4sen mechanisiert werden. Die Uhrmacher, damals \u00abCabinotiers\u00bb genannt, drehten alle am Ende des Arbeitstages mehr oder weniger zum gleichen Zeitpunkt den unerl\u00e4sslichen Wasserhahn zu und verursachten somit einen \u00dcberdruck, den die Maschinisten des Kraftwerks Coulouvreni\u00e8re sofort durch das Anhalten der Pumpen ausgleichen mussten. Einer von ihnen kam deshalb auf die Idee eines Sicherheitsventils, mit dem der Wasser\u00fcberdruck 30 Meter gen Himmel spritzte. Die Anrainer fanden das Spektakel so erquickend, dass der Jet d\u2019eau sp\u00e4ter an einen anderen Ort verschoben und 1891 von der Genfer Stadtregierung als Touristenattraktion institutionalisiert wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez3.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-30364\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez3-300x177.jpg\" alt=\"geneva watch tour\" width=\"488\" height=\"288\" srcset=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez3-300x177.jpg 300w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez3-1024x605.jpg 1024w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez3.jpg 1100w\" sizes=\"(max-width: 488px) 100vw, 488px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Und was ist von den Cabinotiers \u00fcbrig geblieben? Abgesehen vom Erbe, das den Grundstein f\u00fcr den internationalen Ruf Genfs legte, pr\u00e4gte ihre T\u00e4tigkeit auch die Architektur des Stadtviertels St Gervais (zwischen Bahnhof und Rhone), weil hier das wertvolle Druckwasser die Aus\u00fcbung des Kunsthandwerks erleichterte. Die Werkst\u00e4tten waren meist in den eigenen Behausungen gegen Norden ausgerichtet oder in oberen Etagen mit grossen Fensterfronten angesiedelt. Die Rue Rousseau (Nummern 7 und 9) in der Verl\u00e4ngerung der <strong>Pont de la Machine<\/strong> sowie die Rue Chantepoulet (Nummer 25) unterhalb des Bahnhofs weisen heute noch solche Fensterfronten auf. Als Hommage an die Cabinotiers, die 1755 die Gr\u00fcndung der Marke Vacheron Constantin noch miterlebten, hat die \u00e4lteste ununterbrochen t\u00e4tige Uhrenmanufaktur ihren seit 1875 bestehenden, vom Architekten des Genfer Grand Th\u00e9\u00e2tre entworfenen historischen Gesch\u00e4ftssitz am <strong>Quai de l\u2019\u00cele<\/strong> vollst\u00e4ndig renovieren lassen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Absolut sehenswert<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das gr\u00f6sste Uhrmachermuseum Genfs ist das der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4ngliche <strong>Patek Philippe Museum<\/strong> (F\u00fchrungen mit vorheriger Reservierung m\u00f6glich). Auf vier Etagen k\u00f6nnen hier eindrucksvolle Kollektionen Genfer und europ\u00e4ischer Uhrmacher- und Emailkunst vom 16. bis 20. Jahrhundert bewundert werden. Die Uhrenkollektionen der Stadt Genf sind ebenfalls umfassend, aber nicht immer sichtbar. Sie werden im Mus\u00e9e d\u2019art et d\u2019histoire (Kunstgeschichtsmuseum) und im Mus\u00e9e Rath aufbewahrt und regelm\u00e4ssig in thematischen Ausstellungen gezeigt.<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-5477 gallery-columns-2 gallery-size-full'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez7.jpg'><img width=\"1100\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez7.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"horloge fleurie\" loading=\"lazy\" aria-describedby=\"gallery-1-30378\" srcset=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez7.jpg 1100w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez7-300x164.jpg 300w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez7-1024x559.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-30378'>\n\t\t\t\tHorloge Fleurie (Blumenuhr)\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez6.jpg'><img width=\"1100\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez6.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"passage malbuisson\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez6.jpg 1100w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez6-300x164.jpg 300w, https:\/\/www.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/prez6-1024x559.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu einem fr\u00fcheren Zeitpunkt entlang der Uhren-Route werden drei sehr ausgefallene, aber nicht minder spektakul\u00e4re Uhren pr\u00e4sentiert. Die nach dem Jet d\u2019eau meistfotografierte Sehensw\u00fcrdigkeit Genfs ist die <strong>Horloge Fleurie (Blumenuhr)<\/strong> im <strong>Jardin Anglais<\/strong>, die aus 6500 in acht konzentrischen Kreisen gepflanzten und je nach Saison wechselnden Blumen besteht und \u00fcber den l\u00e4ngsten Sekundenzeiger der Welt verf\u00fcgt: 2,50 Meter. Noch ein Weltrekord: Die vom Genfer Uhrmacher Jean Kazes gefertigte Horloge M\u00e9canique des H\u00f4tel Cornavin ist die l\u00e4ngste Uhr der Welt. Ihr Pendel befindet sich im Erdgeschoss in einer Bar, w\u00e4hrend das Werk mit ruhendem Ankergang (die sogenannte Graham-Hemmung) sich 30,02 Meter h\u00f6her im 9. Stock des neben dem Bahnhof erbauten Hotels (die Sicht ist nur den Hotelg\u00e4sten vorbehalten) befindet. Die Horloge du Passage Malbuisson zwischen der Rue du Rh\u00f4ne und der Rue de la Conf\u00e9d\u00e9ration verz\u00fcckt die Passanten st\u00fcndlich mit ihrem musikalischen Spektakel: Das vom Uhrmacher Edouard Wirth entwickelte Glockenspiel mit 16 Glocken spielt die Melodie eines Escalade-Lieds (die Escalade ist ein Genfer Volksfest zu Ehren der erfolgreichen Verteidigung der Stadt gegen den Angriff der Savoyer 1602)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Website <strong><a href=\"http:\/\/www.genevawatchtour.com\/\" target=\"_blank\">genevawatcgtour.com<\/a><\/strong> k\u00f6nnen die empfohlenen Boutiquen \u00fcbrigens virtuell besichtigt und die Einzelh\u00e4ndler aller in Genf vertretenen Uhrenmarken lokalisiert werden.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Uhren-Route umfasst rund 50 Markenboutiquen sowie gleich viele Mehrmarken-Einzelh\u00e4ndler und liefert somit einen guten \u00dcberblick \u00fcber die gesamte Schweizer Uhrmacherlandschaft. 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