{"id":5558,"date":"2013-06-27T14:13:17","date_gmt":"2013-06-27T13:13:17","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=5558"},"modified":"2013-06-27T14:13:46","modified_gmt":"2013-06-27T13:13:46","slug":"de-bethune-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/technik-n-de\/banc_essai-3\/de-bethune-22.html","title":{"rendered":"De Bethune : DB27 Titan Hawk"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"contenu_article\"><strong>Ausstattung\u2009<\/strong><br \/>\nObwohl wir erst letztes Jahr die DB 28 mit einem sehr \u00e4hnlichen Geh\u00e4use auf dem Pr\u00fcfstand hatten, m\u00f6chte ich dennoch einige Besonderheiten der DB 27 aus Titan Grad 5, der einzigen Legierung dieses Metalls mit polierbaren Oberfl\u00e4chen, anf\u00fchren. Das Werk verf\u00fcgt \u00fcber einen eigentlich recht simplen Beh\u00e4lter. Es handelt sich um eine zylinderf\u00f6rmige Trommel herk\u00f6mmlicher Fertigung. Die beweglichen B\u00fcgel, die eine ergonomische Anpassung an jedes Handgelenk erm\u00f6glichen, sind dank ihrer Bauweise und Skelettierung effizient und technisch. Da sich die Drehpunkte dieser B\u00fcgel bei 3 und 9 Uhr befinden, positionierte De Bethune die Krone bei 12 Uhr. Es ist eine technische Entscheidung, die aus Symmetriegr\u00fcnden jedoch auch \u00e4sthetisch absolut gerechtfertigt ist. Doch genau diese Entscheidung ist der Grund f\u00fcr den einzigen kleinen Kritikpunkt bei der Pr\u00fcfung dieses Zeitmessers. Die mit dem Armbandleder \u00fcberzogene B\u00fcgelfeder dr\u00fcckt gegen die ger\u00e4ndelte Krone. Obwohl diese verschraubt ist und normalerweise in dieser Stellung nicht bet\u00e4tigt wird, kann man jedoch davon ausgehen, dass dieser Kontaktpunkt fr\u00fcher oder sp\u00e4ter Verschleissspuren auf der Armbandoberseite verursachen wird. Der Geh\u00e4useboden mit spitzbogenf\u00f6rmigem Relief erinnert an das typische \u00e4sthetische Wahrzeichen der Marke. Durch das kleine Fenster bei 6 Uhr k\u00f6nnen die Unruhspirale sowie die ausgefallenen Arme der Schwungmasse bewundert werden. Am markantesten sind zweifelsohne die Zeiger sowie das spezifische Zifferblattprofil. Der Zeitmesser besticht vor allem durch die gelungene Fusion aus traditioneller Handwerkskunst (Silberzifferblatt und \u00fcber der Flamme gebl\u00e4ute Stahlzeiger) und Modernit\u00e4t (Zeigerform und gestempelte Ziffernschrift).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Werk<\/strong><br \/>\nDas Kaliber S233 dieser DB 27 ist ein Automatikwerk mit sechs Tagen Gangreserve sowie den wichtigsten von De Bethune entwickelten technologischen Neuerungen: doppeltes Federhaus f\u00fcr minimale Reibung und extrem konstante Kraft\u00fcbertragung, die ber\u00fchmte Unruh in Silizium und Weissgold sowie die typische hauseigene Spirale, dreifaches Stossd\u00e4mpfungssystem gegen Gangbeeintr\u00e4chtigungen und f\u00fcr aktiven Schutz der Unruhzapfen sowie die Schwungmasse aus Titan (f\u00fcr Leichtigkeit und Starrheit) und Platin (Beschwerung f\u00fcr maximale Tr\u00e4gheit). Neben den Stunden und Minuten gibt die DB 27 \u00fcber einen zentralen Kalenderzeiger Auskunft \u00fcber das Datum. Die Frequenz von 28 800 Halbschwingungen pro Stunde tut der komfortablen Gangreserve keinen Abbruch und macht das Kaliber S233 zum idealen Werk f\u00fcr den t\u00e4glichen Gebrauch. In Bezug auf die Vollendungen ist es Denis Flageollet und David Zanetta gelungen, die gleiche Koh\u00e4renz aufrechtzuhalten wie bei der Ausstattung und innovatives Design mit traditioneller Dekorationskunst unter einen Hut zu bekommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tests<\/strong><br \/>\nWenn Uhrenhersteller eine Gangreserve von \u00fcber 72 Stunden ank\u00fcndigen, gilt es zuerst die effektive Autonomie zu messen, um zu wissen, bis wann der Gang gemessen werden muss. Es ist allgemein bekannt, dass die letzten 24 Stunden keine unfehlbaren Messergebnisse mehr aufweisen k\u00f6nnen. Es ist demzufolge unn\u00fctz, in dieser letzten Phase noch Messungen anzustellen. De Bethune kommuniziert f\u00fcr diese DB 27 eine Gangreserve von sechs Tagen, und nach unseren Messungen konnten wir sogar noch weitere 21 Stunden dazu z\u00e4hlen. Wie steht es nun um die Ergebnisse der ersten sechs Tage? Die Messungen wurden alle 24 Stunden vorgenommen.<br \/>\nBei vollem Aufzug lagen die Amplituden zwischen 250\u00b0 und 295\u00b0 und die Gangabweichungen zwischen +3 und +9 Sekunden pro Tag. Somit entsprechen sie den h\u00f6chsten chronometrischen Anspr\u00fcchen. Obwohl diese Ergebnisse im Laufe der Zeit aufgrund der schwindenden Energie logischerweise abfallen, blieben die Amplituden und Gangabweichungen bis zum f\u00fcnften Tag sehr akzeptabel. Am sechsten Tag verschlechterten sie sich jedoch so stark, das die durchschnittliche Amplitude auf 160\u00b0 absackte und die Gangabweichung 53 Sekunden betrug. Es handelt sich also um gute chronometrische Ergebnisse. Es w\u00e4re jedoch ratsamer, eher auf eine Gangreserve von f\u00fcnf statt von sechs Tagen zu bauen \u2013 zumindest wenn man f\u00fcr diese herausragend gearbeitete Uhr auch eine gute Zeitmessung m\u00f6chte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><br \/>\nMit dieser DB 27 Titan Hawk liefert De Bethune genau das, was man von der Marke erwartet: neuartige L\u00f6sungen zur \u00dcberwindung von Hindernissen, auf die die mechanische Uhrmacherei schon immer gestossen ist. Genau daf\u00fcr ist das Tandem Zanetta-Flageollet ber\u00fchmt. Dieser Titanfalke spiegelt die Philosophie der Marke perfekt wider, deren Labor sich eher auf die Verbesserung der Zuverl\u00e4ssigkeit und der Zeitmessung als auf oft spektakul\u00e4re, aber unn\u00fctze Kreationen konzentriert.<br \/>\nDas ist die Grundidee der DB 27, die gleichermassen durch ein intelligentes Konzept, technologische Neuerungen und Funktionen besticht und somit die ideale Kandidatin f\u00fcr die beste Uhr im allt\u00e4glichen Gebrauch ist.<\/div>\n<p><\/br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Ausstattung\u2009<\/strong><br \/>\nObwohl wir erst letztes Jahr die DB 28 mit einem sehr \u00e4hnlichen Geh\u00e4use auf dem Pr\u00fcfstand hatten, m\u00f6chte ich dennoch einige Besonderheiten der DB 27 aus Titan Grad 5, der einzigen Legierung dieses Metalls mit polierbaren Oberfl\u00e4chen, anf\u00fchren. Das Werk verf\u00fcgt \u00fcber einen eigentlich recht simplen Beh\u00e4lter. 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Der Geh\u00e4useboden mit spitzbogenf\u00f6rmigem Relief erinnert an das typische \u00e4sthetische Wahrzeichen der Marke. Durch das kleine Fenster bei 6 Uhr k\u00f6nnen die Unruhspirale sowie die ausgefallenen Arme der Schwungmasse bewundert werden. Am markantesten sind zweifelsohne die Zeiger sowie das spezifische Zifferblattprofil. Der Zeitmesser besticht vor allem durch die gelungene Fusion aus traditioneller Handwerkskunst (Silberzifferblatt und \u00fcber der Flamme gebl\u00e4ute Stahlzeiger) und Modernit\u00e4t (Zeigerform und gestempelte Ziffernschrift).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Werk<\/strong><br \/>\nDas Kaliber S233 dieser DB 27 ist ein Automatikwerk mit sechs Tagen Gangreserve sowie den wichtigsten von De Bethune entwickelten technologischen Neuerungen: doppeltes Federhaus f\u00fcr minimale Reibung und extrem konstante Kraft\u00fcbertragung, die ber\u00fchmte Unruh in Silizium und Weissgold sowie die typische hauseigene Spirale, dreifaches Stossd\u00e4mpfungssystem gegen Gangbeeintr\u00e4chtigungen und f\u00fcr aktiven Schutz der Unruhzapfen sowie die Schwungmasse aus Titan (f\u00fcr Leichtigkeit und Starrheit) und Platin (Beschwerung f\u00fcr maximale Tr\u00e4gheit). Neben den Stunden und Minuten gibt die DB 27 \u00fcber einen zentralen Kalenderzeiger Auskunft \u00fcber das Datum. Die Frequenz von 28 800 Halbschwingungen pro Stunde tut der komfortablen Gangreserve keinen Abbruch und macht das Kaliber S233 zum idealen Werk f\u00fcr den t\u00e4glichen Gebrauch. In Bezug auf die Vollendungen ist es Denis Flageollet und David Zanetta gelungen, die gleiche Koh\u00e4renz aufrechtzuhalten wie bei der Ausstattung und innovatives Design mit traditioneller Dekorationskunst unter einen Hut zu bekommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tests<\/strong><br \/>\nWenn Uhrenhersteller eine Gangreserve von \u00fcber 72 Stunden ank\u00fcndigen, gilt es zuerst die effektive Autonomie zu messen, um zu wissen, bis wann der Gang gemessen werden muss. Es ist allgemein bekannt, dass die letzten 24 Stunden keine unfehlbaren Messergebnisse mehr aufweisen k\u00f6nnen. Es ist demzufolge unn\u00fctz, in dieser letzten Phase noch Messungen anzustellen. De Bethune kommuniziert f\u00fcr diese DB 27 eine Gangreserve von sechs Tagen, und nach unseren Messungen konnten wir sogar noch weitere 21 Stunden dazu z\u00e4hlen. Wie steht es nun um die Ergebnisse der ersten sechs Tage? Die Messungen wurden alle 24 Stunden vorgenommen.<br \/>\nBei vollem Aufzug lagen die Amplituden zwischen 250\u00b0 und 295\u00b0 und die Gangabweichungen zwischen +3 und +9 Sekunden pro Tag. Somit entsprechen sie den h\u00f6chsten chronometrischen Anspr\u00fcchen. Obwohl diese Ergebnisse im Laufe der Zeit aufgrund der schwindenden Energie logischerweise abfallen, blieben die Amplituden und Gangabweichungen bis zum f\u00fcnften Tag sehr akzeptabel. Am sechsten Tag verschlechterten sie sich jedoch so stark, das die durchschnittliche Amplitude auf 160\u00b0 absackte und die Gangabweichung 53 Sekunden betrug. Es handelt sich also um gute chronometrische Ergebnisse. Es w\u00e4re jedoch ratsamer, eher auf eine Gangreserve von f\u00fcnf statt von sechs Tagen zu bauen \u2013 zumindest wenn man f\u00fcr diese herausragend gearbeitete Uhr auch eine gute Zeitmessung m\u00f6chte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><br \/>\nMit dieser DB 27 Titan Hawk liefert De Bethune genau das, was man von der Marke erwartet: neuartige L\u00f6sungen zur \u00dcberwindung von Hindernissen, auf die die mechanische Uhrmacherei schon immer gestossen ist. Genau daf\u00fcr ist das Tandem Zanetta-Flageollet ber\u00fchmt. 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