{"id":6225,"date":"2013-10-18T14:04:41","date_gmt":"2013-10-18T13:04:41","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=6225"},"modified":"2013-10-18T14:04:41","modified_gmt":"2013-10-18T13:04:41","slug":"patek-philippe-28","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/technik-n-de\/banc_essai-3\/patek-philippe-28.html","title":{"rendered":"Patek Philippe : Calatrava R\u00e9f. 5227"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"contenu_article\"><strong>Uhrenprofis haben alle die Berufskrankheit,<\/strong> in ihr Blickfeld geratende Handgelenke unmittelbar zu scannen. Wenn sie das Uhrenmodell nicht auf Anhieb erkennen k\u00f6nnen, verk\u00fcrzen sie automatisch die Distanz zwischen Augen und Beobachtungsobjekt. Material? Ungew\u00f6hnliche Form? Geheimnisvolle Komplikation? Auch wenn Marke, Modell und Wert nicht sofort erkennbar sind, spricht die Fertigung des Zeitmessers auch von Weitem B\u00e4nde.\u00a0Die hier von uns gepr\u00fcfte Uhr z\u00e4hlt zu den selten herausragenden Zeitmessern, die ihre Vorz\u00fcge allein durch Emotionen und mit h\u00f6chster Diskretion vermitteln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ausstattung:<\/strong><\/p>\n<p>Die Ausstattung einer Uhr gibt sofort Auskunft \u00fcber ihre Qualit\u00e4t. Patek Philippe weiss mit den modernen Kollektionen diese Entwicklung brillant umzusetzen. Ein Beispiel ist der vor rund zehn Jahren begonnene Gr\u00f6ssenwettlauf. Die Genfer Manufaktur ist trotz der steigenden Marktnachfrage keine Kompromisse eingegangen und trumpft nun, seitdem die Mega-Geh\u00e4use der 90er- und 2000er-Jahre in den vergangenen Jahren Abmagerungskuren durchleben, um den heute wieder klassischeren Standards zu entsprechen, mit der Referenz 5227 st\u00e4rker auf denn je. Neben der Positionierung der Produkte ist Patek Philippe auch der F\u00fchrungswechsel zwischen Philippe und Thierry Stern gut gelungen. Der Letztere entfaltet seine Pers\u00f6nlichkeit und weiss sich genau wie seine Vorfahren einerseits Respekt zu verschaffen und doch gleichzeitig gen\u00fcgend frischen, innovativen und modernen Wind in diese noble Einrichtung zu bringen, damit diese nichts von ihrem Glanz einb\u00fcsst. Die zwischen der Mittelteilseite und den Bandanst\u00f6ssen des neuen Geh\u00e4uses der Calatrava sowie dieser 5227 eingearbeiteten Rillen sind vielleicht das aussagekr\u00e4ftigste Beispiel. Der unsichtbare Scharnierboden der Offiziersgeh\u00e4use, von denen die Kollektion Calatrava die sch\u00f6nsten Interpretationen besitzt, ist eine weitere Besonderheit dieser Referenz mit einem Durchmesser von 39 mm. Die sonstige Ausstattung ist traditionsgem\u00e4ss von schlichter und klassischer Eleganz. Das lackierte und polierte Zifferblatt ist cremefarben und birgt facettierte goldene Indexe und goldene Dauphine-Zeiger. Den Designern und Handwerksk\u00fcnstlern der Manufaktur ist der Geniestreich gelungen, ein Modell mit extrem schlichter und einfacher Zeitanzeige sowie unverkennbarer Qualit\u00e4t und Vollendungen zu entwickeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Werk:<\/strong><\/p>\n<p>Es handelt sich um das Automatikkaliber 324 SC mit zentraler Sekunde und Datumsscheibe. Das R\u00e4derwerk sowie das Automatiksystem folgen einer traditionellen Bauweise, die sich bei Patek Philippe schon lange bew\u00e4hrt hat. Dennoch \u00fcberzeugen sie wieder einmal mit ihren beispielhaften Vollendungen. Doch auch hier wird nicht geprahlt, sondern nur perfekt gearbeitet: Genfer Streifen, Perlierung, anglierte Stahlteile und Br\u00fccken. Die ber\u00fchmte \u00abGenfer\u00bb Qualit\u00e4t ist trotz extremer Schlichtheit, die auch Calvin gefallen h\u00e4tte, allgegenw\u00e4rtig. Doch nur ein Kennerblick sieht den Einsatz der vom Forschungslabor von Patek Philippe in den letzten Jahren entwickelten technologischen Neuerungen im Werk selbst. Vor allem bei der Hemmung und dem Regulierorgan: Die vierarmige Gyromax<sup>\u00ae<\/sup>-Unruh mit dynamisch einstellbaren Fliehgewichten und die Spiromax<sup>\u00ae<\/sup>-Spirale aus Silinvar<sup>\u00ae<\/sup> garantieren dem Ensemble 28 800 Halbschwingungen pro Stunde. Auch wenn wir heute noch nicht gen\u00fcgend Erfahrungswerte bez\u00fcglich der Alterung dieser Bestandteile haben, ist die ihnen zu verdankende Verbesserung der Zeitmessung \u00fcber jeden Zweifel erhaben. Das Kaliber 324 SC tr\u00e4gt das G\u00fctesiegel Patek Philippe, eines der striktesten Labels bez\u00fcglich Einstellungstoleranz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tests:<\/strong><\/p>\n<p>Hier alle Zahlen aufzulisten, um die chronometrischen Leistungen dieses Werks aufzuz\u00e4hlen, w\u00e4re weniger wirkungsvoll als zu versuchen, das \u00abmetaphysische\u00bb Gef\u00fchl h\u00f6chster Pr\u00e4zision zu beschreiben. Das G\u00fctesiegel Patek Philippe l\u00e4sst eine maximale Gangabweichung von -3 bis +2 Sekunden pro Tag zu. Noch pr\u00e4ziser geht kaum. Wir konnten diese Auflage bei 0 und 24 Stunden Gang mit einem maximalen Delta von 4 Sekunden (!) best\u00e4tigen. Die Amplituden sind nicht exzessiv und lagen bei allen Messungen \u00fcber 255\u00b0. Die Gefahr des sogenannten \u00abPrellens\u00bb besteht somit nicht. Die hohe Tr\u00e4gheit der Unruh ist dabei sicherlich nicht unerheblich. Das technische Merkblatt der Manufaktur erw\u00e4hnt eine Gangreserve von 35 bis 45 Stunden; wir massen \u00fcber 41 und 42 Stunden. Die Leistungen des Automatiksystems sind bemerkenswert, und die Schwungmasse in 21 Karat Gold unterst\u00fctzt die R\u00e4derwerksumsetzung. Fast h\u00e4tte ich angesichts des Durchmessers von 39 mm und der Vollendungen vergessen zu erw\u00e4hnen, wie hoch der Tragekomfort der Referenz 5227 ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir eine Uhr von Patek Philippe auf dem Pr\u00fcfstand haben, w\u00fcnschen wir uns fast, einen winzigen Mangel an Werk oder Bauweise zu finden. Journalisten machen ja nicht gerne Gef\u00e4lligkeitsgutachten. Wem an seiner Glaubw\u00fcrdigkeit gelegen ist, muss dennoch eingestehen, dass Patek Philippe zu Recht am Firmament der hohen Uhrmacherkunst prangt. Nat\u00fcrlich kann jemand behaupten, dass die Calatrava 5227 nicht nach seinem Gusto ist, doch niemand wird zu bezweifeln wagen, dass die Marke und diese Referenz fast nichts mehr von der Perfektion trennt.<\/p><\/div>\n<p><\/br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Uhrenprofis haben alle die Berufskrankheit,<\/strong> in ihr Blickfeld geratende Handgelenke unmittelbar zu scannen. Wenn sie das Uhrenmodell nicht auf Anhieb erkennen k\u00f6nnen, verk\u00fcrzen sie automatisch die Distanz zwischen Augen und Beobachtungsobjekt. Material? Ungew\u00f6hnliche Form? Geheimnisvolle Komplikation? Auch wenn Marke, Modell und Wert nicht sofort erkennbar sind, spricht die Fertigung des Zeitmessers auch von Weitem B\u00e4nde.\u00a0Die hier von uns gepr\u00fcfte Uhr z\u00e4hlt zu den selten herausragenden Zeitmessern, die ihre Vorz\u00fcge allein durch Emotionen und mit h\u00f6chster Diskretion vermitteln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ausstattung:<\/strong><\/p>\n<p>Die Ausstattung einer Uhr gibt sofort Auskunft \u00fcber ihre Qualit\u00e4t. Patek Philippe weiss mit den modernen Kollektionen diese Entwicklung brillant umzusetzen. Ein Beispiel ist der vor rund zehn Jahren begonnene Gr\u00f6ssenwettlauf. Die Genfer Manufaktur ist trotz der steigenden Marktnachfrage keine Kompromisse eingegangen und trumpft nun, seitdem die Mega-Geh\u00e4use der 90er- und 2000er-Jahre in den vergangenen Jahren Abmagerungskuren durchleben, um den heute wieder klassischeren Standards zu entsprechen, mit der Referenz 5227 st\u00e4rker auf denn je. Neben der Positionierung der Produkte ist Patek Philippe auch der F\u00fchrungswechsel zwischen Philippe und Thierry Stern gut gelungen. Der Letztere entfaltet seine Pers\u00f6nlichkeit und weiss sich genau wie seine Vorfahren einerseits Respekt zu verschaffen und doch gleichzeitig gen\u00fcgend frischen, innovativen und modernen Wind in diese noble Einrichtung zu bringen, damit diese nichts von ihrem Glanz einb\u00fcsst. Die zwischen der Mittelteilseite und den Bandanst\u00f6ssen des neuen Geh\u00e4uses der Calatrava sowie dieser 5227 eingearbeiteten Rillen sind vielleicht das aussagekr\u00e4ftigste Beispiel. Der unsichtbare Scharnierboden der Offiziersgeh\u00e4use, von denen die Kollektion Calatrava die sch\u00f6nsten Interpretationen besitzt, ist eine weitere Besonderheit dieser Referenz mit einem Durchmesser von 39 mm. Die sonstige Ausstattung ist traditionsgem\u00e4ss von schlichter und klassischer Eleganz. Das lackierte und polierte Zifferblatt ist cremefarben und birgt facettierte goldene Indexe und goldene Dauphine-Zeiger. Den Designern und Handwerksk\u00fcnstlern der Manufaktur ist der Geniestreich gelungen, ein Modell mit extrem schlichter und einfacher Zeitanzeige sowie unverkennbarer Qualit\u00e4t und Vollendungen zu entwickeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Werk:<\/strong><\/p>\n<p>Es handelt sich um das Automatikkaliber 324 SC mit zentraler Sekunde und Datumsscheibe. Das R\u00e4derwerk sowie das Automatiksystem folgen einer traditionellen Bauweise, die sich bei Patek Philippe schon lange bew\u00e4hrt hat. Dennoch \u00fcberzeugen sie wieder einmal mit ihren beispielhaften Vollendungen. Doch auch hier wird nicht geprahlt, sondern nur perfekt gearbeitet: Genfer Streifen, Perlierung, anglierte Stahlteile und Br\u00fccken. Die ber\u00fchmte \u00abGenfer\u00bb Qualit\u00e4t ist trotz extremer Schlichtheit, die auch Calvin gefallen h\u00e4tte, allgegenw\u00e4rtig. Doch nur ein Kennerblick sieht den Einsatz der vom Forschungslabor von Patek Philippe in den letzten Jahren entwickelten technologischen Neuerungen im Werk selbst. Vor allem bei der Hemmung und dem Regulierorgan: Die vierarmige Gyromax<sup>\u00ae<\/sup>-Unruh mit dynamisch einstellbaren Fliehgewichten und die Spiromax<sup>\u00ae<\/sup>-Spirale aus Silinvar<sup>\u00ae<\/sup> garantieren dem Ensemble 28 800 Halbschwingungen pro Stunde. Auch wenn wir heute noch nicht gen\u00fcgend Erfahrungswerte bez\u00fcglich der Alterung dieser Bestandteile haben, ist die ihnen zu verdankende Verbesserung der Zeitmessung \u00fcber jeden Zweifel erhaben. Das Kaliber 324 SC tr\u00e4gt das G\u00fctesiegel Patek Philippe, eines der striktesten Labels bez\u00fcglich Einstellungstoleranz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tests:<\/strong><\/p>\n<p>Hier alle Zahlen aufzulisten, um die chronometrischen Leistungen dieses Werks aufzuz\u00e4hlen, w\u00e4re weniger wirkungsvoll als zu versuchen, das \u00abmetaphysische\u00bb Gef\u00fchl h\u00f6chster Pr\u00e4zision zu beschreiben. Das G\u00fctesiegel Patek Philippe l\u00e4sst eine maximale Gangabweichung von -3 bis +2 Sekunden pro Tag zu. Noch pr\u00e4ziser geht kaum. Wir konnten diese Auflage bei 0 und 24 Stunden Gang mit einem maximalen Delta von 4 Sekunden (!) best\u00e4tigen. Die Amplituden sind nicht exzessiv und lagen bei allen Messungen \u00fcber 255\u00b0. Die Gefahr des sogenannten \u00abPrellens\u00bb besteht somit nicht. Die hohe Tr\u00e4gheit der Unruh ist dabei sicherlich nicht unerheblich. Das technische Merkblatt der Manufaktur erw\u00e4hnt eine Gangreserve von 35 bis 45 Stunden; wir massen \u00fcber 41 und 42 Stunden. Die Leistungen des Automatiksystems sind bemerkenswert, und die Schwungmasse in 21 Karat Gold unterst\u00fctzt die R\u00e4derwerksumsetzung. Fast h\u00e4tte ich angesichts des Durchmessers von 39 mm und der Vollendungen vergessen zu erw\u00e4hnen, wie hoch der Tragekomfort der Referenz 5227 ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir eine Uhr von Patek Philippe auf dem Pr\u00fcfstand haben, w\u00fcnschen wir uns fast, einen winzigen Mangel an Werk oder Bauweise zu finden. Journalisten machen ja nicht gerne Gef\u00e4lligkeitsgutachten. Wem an seiner Glaubw\u00fcrdigkeit gelegen ist, muss dennoch eingestehen, dass Patek Philippe zu Recht am Firmament der hohen Uhrmacherkunst prangt. 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