{"id":6246,"date":"2013-10-17T14:23:54","date_gmt":"2013-10-17T13:23:54","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=6246"},"modified":"2013-11-21T11:02:09","modified_gmt":"2013-11-21T10:02:09","slug":"daniel-riedo-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/business-n-de\/interview-3\/daniel-riedo-3.html","title":{"rendered":"Daniel Riedo : CEO von Jaeger-LeCoultre"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"contenu_article\"><strong>Ihre Ernennung vor dem Sommer hat viele \u00fcberrascht. Hatten Sie selbst so schnell damit gerechnet?<\/strong><\/p>\n<p>Ich war selbst sehr \u00fcberrascht! Der Fortgang von J\u00e9r\u00f4me Lambert war an sich schon eine \u00dcberraschung. Nach diesen ersten Emotionen wurde mir klar, welche Ehre ein solcher Vorschlag ist, weshalb ich mit Freude angenommen habe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was waren Ihre ersten Entscheidungen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte zuerst erw\u00e4hnen, dass J\u00e9r\u00f4me uns eine gesunde Plattform f\u00fcr eine herausragende Marke hinterlassen hat. Meine erste Entscheidung war, keine \u00fcbereilten Entscheidungen zu treffen, sondern das weiterzuentwickeln, was bereits von meinem Vorg\u00e4nger eingeleitet und strukturiert worden war. Die zweite Entscheidung war, mir f\u00fcr den internen Dialog mit den nichtindustriellen Sektoren, f\u00fcr die ich ebenfalls verantwortlich war, die Zeit zu nehmen. So startete ich mit einer internationalen Tournee durch unsere Filialen und unsere markeneigenen Boutiquen. Als n\u00e4chstes werde ich unsere Einzelh\u00e4ndler rund um die Welt besuchen. Gleichzeitig lernte ich die verschiedenen, f\u00fcr die Produktkreation sowie die Forschung und Entwicklung zust\u00e4ndigen Teams der Manufaktur kennen, insbesondere um die Entwicklungsstrategie der kommenden Jahre festzulegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Welche Ziele m\u00f6chten Sie mit der Marke in den kommenden Jahren erreichen?<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Produktlinien sind bereits gut strukturiert. Es gilt jedoch, mehr \u00fcber ihre Codes zu kommunizieren, einige zu st\u00e4rken und andere zu stabilisieren. Die j\u00fcngste Linie Rendez-Vous ist sehr erfolgreich und sollte deshalb neue Varianten anbieten, bei deren Entwicklung die Kommentare aus dem Markt zu ber\u00fccksichtigen sind. Wir haben auch Projekte f\u00fcr die Schaffung neuer Produktfamilien, die unser Angebot in zwei Jahren vervollst\u00e4ndigen sollen. Ausserdem m\u00fcssen wir unsere Identit\u00e4t als Manufaktur sicherlich noch deutlicher herausstreichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hat Jaeger-LeCoultre auf allen Kontinenten das gleiche Image?<\/strong><\/p>\n<p>Wir werden auf allen Kontinenten, die ich bisher besucht habe, als qualitativ anspruchsvolle Marke wahrgenommen. Die Qualit\u00e4t des Produkts sichert Jaeger-LeCoultre \u00fcberall einen Platz ganz oben in der Uhrenpyramide.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was gef\u00e4llt Ihnen pers\u00f6nlich an dieser Marke am besten?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben uns erfolgreich auf die Entwicklung, Umsetzung und Kombination grosser Komplikationen spezialisiert und k\u00f6nnen uns so deutlich von der Masse abheben. Neben diesem herausragenden Fachwissen kann die Marke ihr kreatives Potenzial dank einer perfekt integrierten Produktion vollumf\u00e4nglich aussch\u00f6pfen. Diese kreative Freiheit wird am n\u00e4chsten SIHH und vor allem durch das Wechselspiel aus Werk und Ausstattung unter Beweis gestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Jaeger-LeCoultre verf\u00fcgt \u00fcber beneidenswerte industrielle Produktionsanlagen. Was planen Sie im Bereich Aus- und Weiterbildung?<\/strong><\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck k\u00f6nnen wir auf ein sehr treues Team z\u00e4hlen und m\u00fcssen uns deshalb weniger Sorgen um Ersatz machen als andere Marken. Ausserdem sind diese Teams recht jung, da die Manufaktur in den vergangenen f\u00fcnf bis sechs Jahren ein starkes Wachstum verzeichnete und somit eine relativ konservative Alterspyramide aufweist. Unsere Humanressourcenstrategie umfasst Nachfolgepl\u00e4ne f\u00fcr besonders erfahrene Mitarbeiter, und eines unserer Projekte verfolgt den Aufbau eines internen Ausbildungsnetzes f\u00fcr Uhrmacher, die auf grosse Komplikationen spezialisiert sind. Da sich viele junge Talente gern weiterentwickeln m\u00f6chten, planen wir die Einrichtung einer vom Druck der Lieferfristen unabh\u00e4ngige Werkstatt. So kann der Nachwuchs hohe Uhrmacherkunst erlernen und langfristig unsere Kapazit\u00e4ten im obersten Segment und gleichzeitig die eigenen Karrierepl\u00e4ne weiter ausbauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie findet man das ideale Gleichgewicht zwischen Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t?<\/strong><\/p>\n<p>Qualit\u00e4t duldet keine Kompromisse, da sie das A und O ist und bleibt. Der Markt zeigt uns ein gutes Gleichgewicht auf: Sind wir in der Lage, die gew\u00fcnschte Menge in der gew\u00fcnschten Qualit\u00e4t und mit dem gew\u00fcnschten Komplikationsgrad zu fertigen? Die Qualit\u00e4t dominiert jedoch immer. Wir m\u00f6chten auf keinen Fall mehr produzieren und daf\u00fcr Abstriche bei unseren Kontrollen oder unserer Qualit\u00e4t machen. Ein Manufakturprodukt braucht Zeit. Unsere Produktionsanlagen sind zwar gross genug, um mehr zu fertigen \u2013 doch daf\u00fcr m\u00fcssten wir mehr Mitarbeiter einstellen. Um wie viel wollen wir noch wachsen? Mit dieser Frage m\u00fcssen wir uns auseinandersetzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nimmt Jaeger-LeCoultre n\u00e4chstes Jahr am Grand Prix d\u2019Horlogerie de Gen\u00e8ve teil?<\/strong><\/p>\n<p>Die Frage hat sich seit meinem Amtsantritt noch nicht gestellt. Ich lade Sie aber jetzt schon zum n\u00e4chsten SIHH ein, wo wir mit sch\u00f6nen \u00dcberraschungen unser K\u00f6nnen unter Beweis stellen werden, insbesondere im Bereich des Zusammenspiels von Handwerksk\u00fcnsten, Werk und Ausstattung. Ich verrate Ihnen schon jetzt eine Sensation: Es wird einige Sensationen geben!<\/p>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<p><\/br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Ihre Ernennung vor dem Sommer hat viele \u00fcberrascht. Hatten Sie selbst so schnell damit gerechnet?<\/strong><\/p>\n<p>Ich war selbst sehr \u00fcberrascht! Der Fortgang von J\u00e9r\u00f4me Lambert war an sich schon eine \u00dcberraschung. Nach diesen ersten Emotionen wurde mir klar, welche Ehre ein solcher Vorschlag ist, weshalb ich mit Freude angenommen habe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was waren Ihre ersten Entscheidungen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte zuerst erw\u00e4hnen, dass J\u00e9r\u00f4me uns eine gesunde Plattform f\u00fcr eine herausragende Marke hinterlassen hat. Meine erste Entscheidung war, keine \u00fcbereilten Entscheidungen zu treffen, sondern das weiterzuentwickeln, was bereits von meinem Vorg\u00e4nger eingeleitet und strukturiert worden war. Die zweite Entscheidung war, mir f\u00fcr den internen Dialog mit den nichtindustriellen Sektoren, f\u00fcr die ich ebenfalls verantwortlich war, die Zeit zu nehmen. So startete ich mit einer internationalen Tournee durch unsere Filialen und unsere markeneigenen Boutiquen. Als n\u00e4chstes werde ich unsere Einzelh\u00e4ndler rund um die Welt besuchen. Gleichzeitig lernte ich die verschiedenen, f\u00fcr die Produktkreation sowie die Forschung und Entwicklung zust\u00e4ndigen Teams der Manufaktur kennen, insbesondere um die Entwicklungsstrategie der kommenden Jahre festzulegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Welche Ziele m\u00f6chten Sie mit der Marke in den kommenden Jahren erreichen?<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Produktlinien sind bereits gut strukturiert. Es gilt jedoch, mehr \u00fcber ihre Codes zu kommunizieren, einige zu st\u00e4rken und andere zu stabilisieren. Die j\u00fcngste Linie Rendez-Vous ist sehr erfolgreich und sollte deshalb neue Varianten anbieten, bei deren Entwicklung die Kommentare aus dem Markt zu ber\u00fccksichtigen sind. Wir haben auch Projekte f\u00fcr die Schaffung neuer Produktfamilien, die unser Angebot in zwei Jahren vervollst\u00e4ndigen sollen. Ausserdem m\u00fcssen wir unsere Identit\u00e4t als Manufaktur sicherlich noch deutlicher herausstreichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hat Jaeger-LeCoultre auf allen Kontinenten das gleiche Image?<\/strong><\/p>\n<p>Wir werden auf allen Kontinenten, die ich bisher besucht habe, als qualitativ anspruchsvolle Marke wahrgenommen. Die Qualit\u00e4t des Produkts sichert Jaeger-LeCoultre \u00fcberall einen Platz ganz oben in der Uhrenpyramide.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was gef\u00e4llt Ihnen pers\u00f6nlich an dieser Marke am besten?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben uns erfolgreich auf die Entwicklung, Umsetzung und Kombination grosser Komplikationen spezialisiert und k\u00f6nnen uns so deutlich von der Masse abheben. Neben diesem herausragenden Fachwissen kann die Marke ihr kreatives Potenzial dank einer perfekt integrierten Produktion vollumf\u00e4nglich aussch\u00f6pfen. Diese kreative Freiheit wird am n\u00e4chsten SIHH und vor allem durch das Wechselspiel aus Werk und Ausstattung unter Beweis gestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Jaeger-LeCoultre verf\u00fcgt \u00fcber beneidenswerte industrielle Produktionsanlagen. Was planen Sie im Bereich Aus- und Weiterbildung?<\/strong><\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck k\u00f6nnen wir auf ein sehr treues Team z\u00e4hlen und m\u00fcssen uns deshalb weniger Sorgen um Ersatz machen als andere Marken. Ausserdem sind diese Teams recht jung, da die Manufaktur in den vergangenen f\u00fcnf bis sechs Jahren ein starkes Wachstum verzeichnete und somit eine relativ konservative Alterspyramide aufweist. Unsere Humanressourcenstrategie umfasst Nachfolgepl\u00e4ne f\u00fcr besonders erfahrene Mitarbeiter, und eines unserer Projekte verfolgt den Aufbau eines internen Ausbildungsnetzes f\u00fcr Uhrmacher, die auf grosse Komplikationen spezialisiert sind. Da sich viele junge Talente gern weiterentwickeln m\u00f6chten, planen wir die Einrichtung einer vom Druck der Lieferfristen unabh\u00e4ngige Werkstatt. So kann der Nachwuchs hohe Uhrmacherkunst erlernen und langfristig unsere Kapazit\u00e4ten im obersten Segment und gleichzeitig die eigenen Karrierepl\u00e4ne weiter ausbauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie findet man das ideale Gleichgewicht zwischen Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t?<\/strong><\/p>\n<p>Qualit\u00e4t duldet keine Kompromisse, da sie das A und O ist und bleibt. Der Markt zeigt uns ein gutes Gleichgewicht auf: Sind wir in der Lage, die gew\u00fcnschte Menge in der gew\u00fcnschten Qualit\u00e4t und mit dem gew\u00fcnschten Komplikationsgrad zu fertigen? Die Qualit\u00e4t dominiert jedoch immer. Wir m\u00f6chten auf keinen Fall mehr produzieren und daf\u00fcr Abstriche bei unseren Kontrollen oder unserer Qualit\u00e4t machen. Ein Manufakturprodukt braucht Zeit. Unsere Produktionsanlagen sind zwar gross genug, um mehr zu fertigen \u2013 doch daf\u00fcr m\u00fcssten wir mehr Mitarbeiter einstellen. Um wie viel wollen wir noch wachsen? Mit dieser Frage m\u00fcssen wir uns auseinandersetzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nimmt Jaeger-LeCoultre n\u00e4chstes Jahr am Grand Prix d\u2019Horlogerie de Gen\u00e8ve teil?<\/strong><\/p>\n<p>Die Frage hat sich seit meinem Amtsantritt noch nicht gestellt. Ich lade Sie aber jetzt schon zum n\u00e4chsten SIHH ein, wo wir mit sch\u00f6nen \u00dcberraschungen unser K\u00f6nnen unter Beweis stellen werden, insbesondere im Bereich des Zusammenspiels von Handwerksk\u00fcnsten, Werk und Ausstattung. 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