{"id":6440,"date":"2013-11-21T12:06:12","date_gmt":"2013-11-21T11:06:12","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=6440"},"modified":"2013-11-21T12:06:12","modified_gmt":"2013-11-21T11:06:12","slug":"hoch-kompliziert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/lady-de-2\/lady-de\/hoch-kompliziert.html","title":{"rendered":"Hoch kompliziert!"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"contenu_article\"><strong>Manche Ideen h\u00e4tte man lieber im Keim ersticken sollen.<\/strong> Wie die, \u00abMann\u00bb eine Uhr schenken zu wollen. Anf\u00e4nglich scheint das Projekt noch nicht sehr ungew\u00f6hnlich. Ein Klassiker, no big deal. Ausserdem hat man ja auch schon ein paar Informationen in der Hinterhand. Schliesslich hat Mann oft von Patek Philippe, Hublot, Jaeger-LeCoultre, Panerai, Audemars Piguet und anderen gesprochen. Die Angelegenheit ist also sicher bald vom Tisch, und Mann wird zweifellos entz\u00fcckt sein.<\/p>\n<p>Na ja, zumindest war das die \u00dcberzeugung, bevor man einen Fuss in eine Boutique setzte. Egal ob Markenboutique oder Einzelh\u00e4ndler, nur zu schnell wird man sich bewusst, dass man wahrlich nicht die gleiche Sprache spricht. Man m\u00f6chte einfach Uhren sehen, doch schon kommt die Frage: Chronograph, Automatikaufzug, Quarzwerk, mit oder ohne Komplikation? Keine Ahnung. Und schon wird es kompliziert! Nachdem man die Gehirnwindungen stark beansprucht hat, meint man sich zu erinnern, dass Mann doch mal von Chrono gesprochen hat. Aufatmen! Das Schlimmste ist \u00fcberstanden, jetzt bekommt Mann sein Geschenk. Doch weit gefehlt, denn der Verk\u00e4ufer startet mit hilfsbereitem L\u00e4cheln den n\u00e4chsten Grossangriff: Stahl, Gold oder Platin? Mit Gangreserve? Armband mit Faltschliesse? Schwarzes oder lieber weisses Zifferblatt? In diesem Moment sucht man mit den Augen fieberhaft nach dem Ausgang. Nur zwei Meter trennen uns von der Strasse. Die Befreiung scheint verlockend nah. Doch dann bekommt Mann seine Uhr nicht! Die Uhr, die er hegen und pflegen wird, weil sie ja mit so viel Liebe ausgesucht wurde. Reiss dich zusammen! Es gab schon schlimmere Momente im Leben. Man setzt eine ernste Miene auf und nimmt einen neuen Anlauf: Stahl, Armband mit Faltschliesse und bez\u00fcglich der Zifferblattfarbe, hm, das h\u00e4ngt dann vom Modell ab. Bevor die n\u00e4chste Fragenlawine \u00fcber einen hereinbricht, nennt man schnell alle Marken, die Mann immer mit Ehrfurcht erw\u00e4hnt. Uff! Mit rund einem Dutzend Modellen vor Augen f\u00fchlt man sich doch schon deutlich wohler. Das ist wie eine Handtasche ausw\u00e4hlen. Schliesslich kann man sich auf seinen Instinkt verlassen. Man kennt Mann und weiss, was zu ihm passt! In einer Viertelstunde ist die Entscheidung gef\u00e4llt. Stahl mit schwarzem, rassigem und elegantem Zifferblatt. Der Preis? Man zahlt und ist schon wieder draussen. Na ja, man zahlt, aber nicht auf einmal! Hat der Verk\u00e4ufer eigentlich wirklich verstanden, dass man nur eine Uhr wollte und nicht gleich die ganze Kollektion? Ah! Er hatte es verstanden. Lebewohl liebe Handtasche von Chanel, adieu liebe Schuhe von Louboutin, und auch der Mantel von Max Mara liegt nicht mehr drin. Schweigsam z\u00fcckt man seine Kreditkarte.<\/p>\n<p>Aber schliesslich ist es f\u00fcr einen guten Zweck: Mann! Voller Vorfreude h\u00e4lt man ihm abends wenn er heimkommt das P\u00e4ckchen hin. Er \u00f6ffnet es. Er l\u00e4chelt selig und begeistert. Na ja, nicht wirklich. Er sieht eher aus wie ein Elefant im Porzellanladen, der nicht wirklich weiss, wie er sich am geschicktesten aus dieser Situation herausman\u00f6vrieren soll. \u00abOh Liebling, die ist aber wundersch\u00f6n. Weisst du zuf\u00e4llig, ob man sie auch umtauschen kann?\u00bb Die Uhr vielleicht nicht, aber Mann garantiert!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/div>\n<p><\/br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Manche Ideen h\u00e4tte man lieber im Keim ersticken sollen.<\/strong> Wie die, \u00abMann\u00bb eine Uhr schenken zu wollen. Anf\u00e4nglich scheint das Projekt noch nicht sehr ungew\u00f6hnlich. Ein Klassiker, no big deal. Ausserdem hat man ja auch schon ein paar Informationen in der Hinterhand. Schliesslich hat Mann oft von Patek Philippe, Hublot, Jaeger-LeCoultre, Panerai, Audemars Piguet und anderen gesprochen. Die Angelegenheit ist also sicher bald vom Tisch, und Mann wird zweifellos entz\u00fcckt sein.<\/p>\n<p>Na ja, zumindest war das die \u00dcberzeugung, bevor man einen Fuss in eine Boutique setzte. Egal ob Markenboutique oder Einzelh\u00e4ndler, nur zu schnell wird man sich bewusst, dass man wahrlich nicht die gleiche Sprache spricht. 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Man setzt eine ernste Miene auf und nimmt einen neuen Anlauf: Stahl, Armband mit Faltschliesse und bez\u00fcglich der Zifferblattfarbe, hm, das h\u00e4ngt dann vom Modell ab. Bevor die n\u00e4chste Fragenlawine \u00fcber einen hereinbricht, nennt man schnell alle Marken, die Mann immer mit Ehrfurcht erw\u00e4hnt. Uff! Mit rund einem Dutzend Modellen vor Augen f\u00fchlt man sich doch schon deutlich wohler. Das ist wie eine Handtasche ausw\u00e4hlen. Schliesslich kann man sich auf seinen Instinkt verlassen. Man kennt Mann und weiss, was zu ihm passt! In einer Viertelstunde ist die Entscheidung gef\u00e4llt. Stahl mit schwarzem, rassigem und elegantem Zifferblatt. Der Preis? Man zahlt und ist schon wieder draussen. Na ja, man zahlt, aber nicht auf einmal! Hat der Verk\u00e4ufer eigentlich wirklich verstanden, dass man nur eine Uhr wollte und nicht gleich die ganze Kollektion? Ah! Er hatte es verstanden. 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