{"id":710,"date":"2012-06-11T13:28:17","date_gmt":"2012-06-11T12:28:17","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=710"},"modified":"2016-06-17T16:19:30","modified_gmt":"2016-06-17T14:19:30","slug":"uhren-route","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/lifestyle-n-de\/geneva-watch-tour\/uhren-route.html","title":{"rendered":"Uhren-Route : Besichtigen Sie Genf\u2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"contenu_article\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00ab101 Gesch\u00e4fte\u00bb<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Die f\u00fcr Touristen bestimmte Uhren-Route dient ausschliesslich dazu, das uhrmacherische Erbe des Genfer Stadtzentrums durch einen Rundgang aufzuwerten, den man zu Fuss oder per Fahrrad bequem in einem halben oder ganzen Tag absolvieren kann. Sie erstreckt sich folglich nicht bis in die Randgebiete von Genf wie Meyrin oder Plan-les-Ouates, wo heute zahlreiche grosse Manufakturen angesiedelt sind. Diese werden aber durch die Boutiquen vertreten, an denen die Uhren-Route vorbeif\u00fchrt. Alle Marken, ob mit Hauptsitz in Le Locle, La Chaux-de-Fonds, Le Sentier, Schaffhausen, Le Brassus, Neuenburg, L\u2018Abbaye, L\u2018Auberson, Nyon oder St. Imier, verf\u00fcgen \u00fcber ein Schaufenster in Genf. Mit rund 50 Einmarken-Boutiquen und ebenso vielen Mehrmarken-Einzelh\u00e4ndlern bietet die Uhren-Route einen Gesamt\u00fcberblick \u00fcber die Schweizer Uhrenlandschaft und f\u00fchrt gleichzeitig durch Genfer Stadtviertel mit hohem Symbolwert: Bahnhofsviertel und Tourismusb\u00fcro zum Auftakt, gefolgt vom Gesch\u00e4ftsviertel im Zentrum, der Altstadt mit ihren Kunstgalerien und Dekorationsgesch\u00e4ften, dem Banken- und Kulturviertel sowie dem Viertel f\u00fcr moderne Kunst, das vom Patek-Philippe-Museum bis zur Manufaktur F.P. Journe reicht, die \u00fcbrigens die einzige echte Manufaktur im Herzen Genfs ist.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Genfer Uhrmacher-DNA<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Alles begann Mitte des 16. Jahrhunderts, als der Reformationsf\u00fchrer Jean Calvin 1541 in Genf ein Verbot jeglicher \u00e4usserer Zeichen von Reichtum erliess und so Juweliere und Goldschmiede zwang, ihr Fachwissen auf die Entwicklung von Uhren zu lenken. Zwei Jahrhunderte sp\u00e4ter exportierte Genf rund 60 000 Uhren, und viele der in der Stadt zu zahlreich gewordenen Uhrmacher siedelten in den Jurabogen \u00fcber. Als 1909 der 400. Geburtstag Calvins mit dem 350. Geburtstag der Acad\u00e9mie de Gen\u00e8ve zusammenfiel, liessen die Stadtbeh\u00f6rden im Parc des Bastions gegen\u00fcber dem Grand Th\u00e9\u00e2tre die Reformatorenmauer errichten: Die f\u00fcnf Meter hohen Statuen der vier Hauptakteure der Reformationsbewegung lehnen sich an einen Teil der alten Befestigungsmauer, die die Stadt bis zum 19. Jahrhundert umgab.<\/p>\n<p align=\"left\">Sogar das bekannteste Wahrzeichen Genfs, der Jet d\u2019eau, geht auf die uhrmacherischen Grundfesten der Stadt zur\u00fcck. Die uhrmacherische Berufung Genfs f\u00fchrte zusammen mit der im 18. Jahrhundert eingeleiteten Arbeitsteilung (Etablissage) die dem Goldschmied Daniel Jeanrichard zugeschrieben wird) dazu, dass rund 4000 Uhrmacher-Handwerker sich am Rhoneufer niederliessen, um die ab 1872 vor allem aus dem B\u00e2timent de la Machine und ab 1886 aus dem Wasserkraftwerk Coulouvreni\u00e8re stammende Wasserkraft zu nutzen. Mit diesem unter Druck stehenden Wasser konnten zahlreiche Fertigungsschritte von Werken und Uhrengeh\u00e4usen wie beispielsweise das Fr\u00e4sen mechanisiert werden. Die Cabinotiers drehten am Tagesende fast alle gleichzeitig in ihren Uhrenwerkst\u00e4tten die\u00a0 unerl\u00e4sslichen Wasserh\u00e4hne zu und schufen so einen \u00dcberdruck, den die Maschinisten des Wasserkraftwerks Coulouvreni\u00e8re sofort durch ein Stoppen der Pumpen ausgleichen mussten. Einer von ihnen hatte deshalb die Idee, ein Sicherheitsventil einzurichten, dank dem der \u00dcberdruck mit bis zu 30 Meter in die H\u00f6he schiessendem Wasser abgelassen werden konnte. Die Anwohner wussten dieses Spektakel schnell zu sch\u00e4tzen. 1891 wurde der Jet d\u2019eau von der Genfer Stadtregierung als Touristenattraktion verlegt und institutionalisiert.<\/p>\n<p align=\"left\">Was ist von den ber\u00fchmten Cabinotiers \u00fcbrig geblieben? Neben dem Erbe, auf dem auch heute noch der internationale Ruf Genfs gr\u00fcndet, pr\u00e4gte ihre T\u00e4tigkeit auch die Architektur des Stadtviertels St Gervais (zwischen Bahnhof und Rhone), dessen wertvolles Druckwasser den Handwerkern das Arbeiten erleichterte. Die nach Norden ausgerichteten Werkst\u00e4tten wurden meist in den eigenen Behausungen oder aber in aufgestockten Obergeschossen mit grossen Fensterfronten eingerichtet. In der hinter der Pont de la Machine gelegenen Rue Rousseau verf\u00fcgen die Hausnummern 7 und 9 sowie die unterhalb des Bahnhofs befindliche Nummer 25 in der Rue Chantepoulet heute noch \u00fcber solch breite Fensterfronten. Die zu Cabinotiers-Zeiten 1755 gegr\u00fcndete Manufaktur Vacheron Constantin renovierte zu ihren Ehren das vom gleichen Architekten wie das Grand Th\u00e9\u00e2tre in Genf entworfene Geb\u00e4ude am Quai de l\u2019Ile, wo sie seit 1875 als \u00e4lteste ununterbrochen t\u00e4tige Uhrenmarke ihren historischen Sitz hat. Dieses wundersch\u00f6ne Bauwerk birgt heute neben einer exklusiven Boutique auch eine den Handwerksk\u00fcnsten gewidmete Werkstatt, eine f\u00fcr massgeschneiderte Bestellungen eingerichtete Cabinotiers-Werkstatt sowie im ersten Stock einen Raum, der ein Vierteljahrtausend Uhrmachergeschichte anhand von Archiven, Maschinen, Originalm\u00f6beln und Uhren nachzeichnet.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Wichtigste Sehensw\u00fcrdigkeiten<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Das gr\u00f6sste Uhrmachermuseum Genfs ist das Patek-Philippe-Museum. Die der \u00d6ffentlichkeit sowie nach Voranmeldung f\u00fcr gef\u00fchrte Besichtigungen zug\u00e4nglichen vier Etagen beherbergen umfassende Uhren- und Emailkollektionen aus Genf, der Schweiz und ganz Europa aus der Zeit zwischen dem 16. und 20. Jahrhundert. Neben der Bibliothek und den \u00fcber 2000 historischen Objekten, die den Reichtum und die Vielfalt der Uhrmacherkunst (Uhren, Musikautomaten und auf Email gemalte Miniaturportr\u00e4ts) nachzeichnen, k\u00f6nnen in diesem gegen\u00fcber dem Museum f\u00fcr moderne und zeitgen\u00f6ssische Kunst angesiedelten und perfekt restaurierten Geb\u00e4ude vom Beginn des 20. Jahrhunderts auch die seit der Gr\u00fcndung der Marke 1839 entwickelten Kreationen bewundert werden. Die lebendigen, aber nicht st\u00e4ndig pr\u00e4sentierten Uhrenkollektionen der Stadt Genf werden im Mus\u00e9e d\u2019art et d\u2019histoire (Kunstgeschichtsmuseum) und im Mus\u00e9e Rath aufbewahrt und regelm\u00e4ssig in thematischen Ausstellungen gezeigt.<\/p>\n<p align=\"left\">Etwas fr\u00fcher auf der Uhren-Route stolpert man f\u00f6rmlich \u00fcber drei wahrlich andersartige, aber nicht minder spektakul\u00e4re Uhren. Das nach dem Jet d\u2019eau meistfotografierte Monument ist die Horloge Fleurie (Blumenuhr) im Jardin Anglais (Englischer Garten), die \u00fcber 6500 auf acht konzentrische Kreise verteilte Blumen umfasst, die je nach Saison wechseln. Ausserdem hat sie den l\u00e4ngsten Sekundenzeiger der Welt: 2,50 Meter. Die vom Genfer Uhrmacher Jean Kazes entwickelte Horloge m\u00e9canique (mechanische Uhr) des H\u00f4tel Cornavin h\u00e4lt auch einen Weltrekord, denn sie ist die h\u00f6chste Uhr der Welt: W\u00e4hrend ihr Pendel die Aussenwand der im Erdgeschoss befindlichen Bar schm\u00fcckt, befindet sich das Werk mit Hemmung ohne R\u00fcckfall 30,02 Meter h\u00f6her an der Fassade im 9. Stock des neben dem SBB-Bahnhof gelegenen Hotels (das den Blick darauf seinen G\u00e4sten vorbeh\u00e4lt).<\/p>\n<p align=\"left\">Die zwischen der Rue du Rh\u00f4ne und der Rue de la Conf\u00e9d\u00e9ration befindliche Horloge du Passage Malbuisson unterh\u00e4lt die Passanten st\u00fcndlich mit einem musikalischen Spektakel: Das vom Uhrmacher Edouard Wirth entwickelte L\u00e4utwerk mit 16 Glocken spielt eine durch ein Lied f\u00fcr das Escalade-Fest (grosses Genfer Volksfest zu Ehren der Verteidigung der Stadt gegen die Savoyer 1602) inspirierte Melodie.<\/p>\n<p align=\"left\">Obwohl dieser Gedenktag eigentlich nie direkt etwas mit der Uhrmacherei zu tun hatte, wird der 300. Geburtstag des Genfer Philosophen Jean-Jacques Rousseau 2012 mit zahlreichen Veranstaltungen w\u00e4hrend des gesamten Sommers gefeiert, insbesondere mit einem auf der Ile Rousseau beschriebenen, der Uhren-Route \u00e4hnlichen Rundgang.<\/p>\n<p>Die Uhren-Route wird unter <a href=\"http:\/\/www.routedelhorlogerie.com\" target=\"_blank\"><strong>www.routedelhorlogerie.com<\/strong><\/a> st\u00e4ndig weiterentwickelt. Es gibt auch eine iPhone-Applikation, die kostenlos heruntergeladen werden kann<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00ab101 Gesch\u00e4fte\u00bb<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Die f\u00fcr Touristen bestimmte Uhren-Route dient ausschliesslich dazu, das uhrmacherische Erbe des Genfer Stadtzentrums durch einen Rundgang aufzuwerten, den man zu Fuss oder per Fahrrad bequem in einem halben oder ganzen Tag absolvieren kann. Sie erstreckt sich folglich nicht bis in die Randgebiete von Genf wie Meyrin oder Plan-les-Ouates, wo heute zahlreiche grosse Manufakturen angesiedelt sind. Diese werden aber durch die Boutiquen vertreten, an denen die Uhren-Route vorbeif\u00fchrt. Alle Marken, ob mit Hauptsitz in Le Locle, La Chaux-de-Fonds, Le Sentier, Schaffhausen, Le Brassus, Neuenburg, L\u2018Abbaye, L\u2018Auberson, Nyon oder St. Imier, verf\u00fcgen \u00fcber ein Schaufenster in Genf. Mit rund 50 Einmarken-Boutiquen und ebenso vielen Mehrmarken-Einzelh\u00e4ndlern bietet die Uhren-Route einen Gesamt\u00fcberblick \u00fcber die Schweizer Uhrenlandschaft und f\u00fchrt gleichzeitig durch Genfer Stadtviertel mit hohem Symbolwert: Bahnhofsviertel und Tourismusb\u00fcro zum Auftakt, gefolgt vom Gesch\u00e4ftsviertel im Zentrum, der Altstadt mit ihren Kunstgalerien und Dekorationsgesch\u00e4ften, dem Banken- und Kulturviertel sowie dem Viertel f\u00fcr moderne Kunst, das vom Patek-Philippe-Museum bis zur Manufaktur F.P. Journe reicht, die \u00fcbrigens die einzige echte Manufaktur im Herzen Genfs ist.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Genfer Uhrmacher-DNA<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Alles begann Mitte des 16. Jahrhunderts, als der Reformationsf\u00fchrer Jean Calvin 1541 in Genf ein Verbot jeglicher \u00e4usserer Zeichen von Reichtum erliess und so Juweliere und Goldschmiede zwang, ihr Fachwissen auf die Entwicklung von Uhren zu lenken. Zwei Jahrhunderte sp\u00e4ter exportierte Genf rund 60 000 Uhren, und viele der in der Stadt zu zahlreich gewordenen Uhrmacher siedelten in den Jurabogen \u00fcber. Als 1909 der 400. Geburtstag Calvins mit dem 350. Geburtstag der Acad\u00e9mie de Gen\u00e8ve zusammenfiel, liessen die Stadtbeh\u00f6rden im Parc des Bastions gegen\u00fcber dem Grand Th\u00e9\u00e2tre die Reformatorenmauer errichten: Die f\u00fcnf Meter hohen Statuen der vier Hauptakteure der Reformationsbewegung lehnen sich an einen Teil der alten Befestigungsmauer, die die Stadt bis zum 19. Jahrhundert umgab.<\/p>\n<p align=\"left\">Sogar das bekannteste Wahrzeichen Genfs, der Jet d\u2019eau, geht auf die uhrmacherischen Grundfesten der Stadt zur\u00fcck. Die uhrmacherische Berufung Genfs f\u00fchrte zusammen mit der im 18. Jahrhundert eingeleiteten Arbeitsteilung (Etablissage) die dem Goldschmied Daniel Jeanrichard zugeschrieben wird) dazu, dass rund 4000 Uhrmacher-Handwerker sich am Rhoneufer niederliessen, um die ab 1872 vor allem aus dem B\u00e2timent de la Machine und ab 1886 aus dem Wasserkraftwerk Coulouvreni\u00e8re stammende Wasserkraft zu nutzen. Mit diesem unter Druck stehenden Wasser konnten zahlreiche Fertigungsschritte von Werken und Uhrengeh\u00e4usen wie beispielsweise das Fr\u00e4sen mechanisiert werden. Die Cabinotiers drehten am Tagesende fast alle gleichzeitig in ihren Uhrenwerkst\u00e4tten die\u00a0 unerl\u00e4sslichen Wasserh\u00e4hne zu und schufen so einen \u00dcberdruck, den die Maschinisten des Wasserkraftwerks Coulouvreni\u00e8re sofort durch ein Stoppen der Pumpen ausgleichen mussten. Einer von ihnen hatte deshalb die Idee, ein Sicherheitsventil einzurichten, dank dem der \u00dcberdruck mit bis zu 30 Meter in die H\u00f6he schiessendem Wasser abgelassen werden konnte. Die Anwohner wussten dieses Spektakel schnell zu sch\u00e4tzen. 1891 wurde der Jet d\u2019eau von der Genfer Stadtregierung als Touristenattraktion verlegt und institutionalisiert.<\/p>\n<p align=\"left\">Was ist von den ber\u00fchmten Cabinotiers \u00fcbrig geblieben? Neben dem Erbe, auf dem auch heute noch der internationale Ruf Genfs gr\u00fcndet, pr\u00e4gte ihre T\u00e4tigkeit auch die Architektur des Stadtviertels St Gervais (zwischen Bahnhof und Rhone), dessen wertvolles Druckwasser den Handwerkern das Arbeiten erleichterte. Die nach Norden ausgerichteten Werkst\u00e4tten wurden meist in den eigenen Behausungen oder aber in aufgestockten Obergeschossen mit grossen Fensterfronten eingerichtet. In der hinter der Pont de la Machine gelegenen Rue Rousseau verf\u00fcgen die Hausnummern 7 und 9 sowie die unterhalb des Bahnhofs befindliche Nummer 25 in der Rue Chantepoulet heute noch \u00fcber solch breite Fensterfronten. Die zu Cabinotiers-Zeiten 1755 gegr\u00fcndete Manufaktur Vacheron Constantin renovierte zu ihren Ehren das vom gleichen Architekten wie das Grand Th\u00e9\u00e2tre in Genf entworfene Geb\u00e4ude am Quai de l\u2019Ile, wo sie seit 1875 als \u00e4lteste ununterbrochen t\u00e4tige Uhrenmarke ihren historischen Sitz hat. Dieses wundersch\u00f6ne Bauwerk birgt heute neben einer exklusiven Boutique auch eine den Handwerksk\u00fcnsten gewidmete Werkstatt, eine f\u00fcr massgeschneiderte Bestellungen eingerichtete Cabinotiers-Werkstatt sowie im ersten Stock einen Raum, der ein Vierteljahrtausend Uhrmachergeschichte anhand von Archiven, Maschinen, Originalm\u00f6beln und Uhren nachzeichnet.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Wichtigste Sehensw\u00fcrdigkeiten<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Das gr\u00f6sste Uhrmachermuseum Genfs ist das Patek-Philippe-Museum. Die der \u00d6ffentlichkeit sowie nach Voranmeldung f\u00fcr gef\u00fchrte Besichtigungen zug\u00e4nglichen vier Etagen beherbergen umfassende Uhren- und Emailkollektionen aus Genf, der Schweiz und ganz Europa aus der Zeit zwischen dem 16. und 20. Jahrhundert. Neben der Bibliothek und den \u00fcber 2000 historischen Objekten, die den Reichtum und die Vielfalt der Uhrmacherkunst (Uhren, Musikautomaten und auf Email gemalte Miniaturportr\u00e4ts) nachzeichnen, k\u00f6nnen in diesem gegen\u00fcber dem Museum f\u00fcr moderne und zeitgen\u00f6ssische Kunst angesiedelten und perfekt restaurierten Geb\u00e4ude vom Beginn des 20. Jahrhunderts auch die seit der Gr\u00fcndung der Marke 1839 entwickelten Kreationen bewundert werden. Die lebendigen, aber nicht st\u00e4ndig pr\u00e4sentierten Uhrenkollektionen der Stadt Genf werden im Mus\u00e9e d\u2019art et d\u2019histoire (Kunstgeschichtsmuseum) und im Mus\u00e9e Rath aufbewahrt und regelm\u00e4ssig in thematischen Ausstellungen gezeigt.<\/p>\n<p align=\"left\">Etwas fr\u00fcher auf der Uhren-Route stolpert man f\u00f6rmlich \u00fcber drei wahrlich andersartige, aber nicht minder spektakul\u00e4re Uhren. Das nach dem Jet d\u2019eau meistfotografierte Monument ist die Horloge Fleurie (Blumenuhr) im Jardin Anglais (Englischer Garten), die \u00fcber 6500 auf acht konzentrische Kreise verteilte Blumen umfasst, die je nach Saison wechseln. Ausserdem hat sie den l\u00e4ngsten Sekundenzeiger der Welt: 2,50 Meter. Die vom Genfer Uhrmacher Jean Kazes entwickelte Horloge m\u00e9canique (mechanische Uhr) des H\u00f4tel Cornavin h\u00e4lt auch einen Weltrekord, denn sie ist die h\u00f6chste Uhr der Welt: W\u00e4hrend ihr Pendel die Aussenwand der im Erdgeschoss befindlichen Bar schm\u00fcckt, befindet sich das Werk mit Hemmung ohne R\u00fcckfall 30,02 Meter h\u00f6her an der Fassade im 9. Stock des neben dem SBB-Bahnhof gelegenen Hotels (das den Blick darauf seinen G\u00e4sten vorbeh\u00e4lt).<\/p>\n<p align=\"left\">Die zwischen der Rue du Rh\u00f4ne und der Rue de la Conf\u00e9d\u00e9ration befindliche Horloge du Passage Malbuisson unterh\u00e4lt die Passanten st\u00fcndlich mit einem musikalischen Spektakel: Das vom Uhrmacher Edouard Wirth entwickelte L\u00e4utwerk mit 16 Glocken spielt eine durch ein Lied f\u00fcr das Escalade-Fest (grosses Genfer Volksfest zu Ehren der Verteidigung der Stadt gegen die Savoyer 1602) inspirierte Melodie.<\/p>\n<p align=\"left\">Obwohl dieser Gedenktag eigentlich nie direkt etwas mit der Uhrmacherei zu tun hatte, wird der 300. Geburtstag des Genfer Philosophen Jean-Jacques Rousseau 2012 mit zahlreichen Veranstaltungen w\u00e4hrend des gesamten Sommers gefeiert, insbesondere mit einem auf der Ile Rousseau beschriebenen, der Uhren-Route \u00e4hnlichen Rundgang.<\/p>\n<p>Die Uhren-Route wird unter <a href=\"http:\/\/www.routedelhorlogerie.com\" target=\"_blank\"><strong>www.routedelhorlogerie.com<\/strong><\/a> st\u00e4ndig weiterentwickelt. Es gibt auch eine iPhone-Applikation, die kostenlos heruntergeladen werden kann<\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":706,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1677],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/710"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=710"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/710\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15679,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/710\/revisions\/15679"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/706"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=710"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=710"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=710"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}