{"id":7198,"date":"2014-03-26T14:56:14","date_gmt":"2014-03-26T13:56:14","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=7198"},"modified":"2014-03-28T10:18:32","modified_gmt":"2014-03-28T09:18:32","slug":"h-moser-cie-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/technik-n-de\/banc_essai-3\/h-moser-cie-6.html","title":{"rendered":"H. Moser &#038; Cie : H. Moser &#038; Cie Moser Perpetual Calendar"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"contenu_article\">Die unl\u00e4ngst von uns gepr\u00fcfte Patek Philippe 5227 und die Lange 1 von A. Lange &amp; S\u00f6hne geh\u00f6rten zum absoluten Gipfel h\u00f6chster moderner Uhrmacherkunst. Wir waren deshalb \u00fcberzeugt, nicht so schnell wieder in den Genuss vergleichbarer mechanischer und \u00e4sthetischer Meisterwerke zu kommen. Doch die Perpetual\u00a0Calendar von H. Moser &amp; Cie belehrte uns eines Besseren. Diese von der Technik und Schlichtheit her fast teutonische Uhr (die Manufaktur Moser ist in der N\u00e4he von Schaffhausen angesiedelt) spielt im erlesenen Kreis prestigetr\u00e4chtiger Manufakturen keine Outsiderrolle. Trotz ihrer noch jungen Geschichte weiss die Marke unter der brillanten Leitung von Edouard Meylan, der unl\u00e4ngst das Zepter \u00fcbernommen hat, sich auch f\u00fcr die Zukunft geschickt zu positionieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ausstattung:<\/strong><\/p>\n<p>Wie oben bereits erw\u00e4hnt besticht dieser Zeitmesser durch schlichte Eleganz und klassische Zeitlosigkeit. Die Ausstattung verf\u00fcgt \u00fcber zahlreiche vorteilhafte Details f\u00fcr optimalen Komfort, gute Funktionalit\u00e4t sowie makellose \u00c4sthetik. Diese Uhr ist nichts f\u00fcr nach sozialer Anerkennung lechzende Tr\u00e4ger. Wir sind nicht nur die ersten, die die Perpetual 1 auf den Pr\u00fcfstand nehmen durften, sondern man hat uns sogar ein Exemplar mit Geh\u00e4use in Platin und einem Durchmesser von 40,8 mm anvertraut. Die Linien und Abmessungen des Geh\u00e4uses kommen durch die Farbe und Oberfl\u00e4chenbeschaffenheit des Materials besonders gut zur Geltung. Besonders sch\u00f6ne Details sind die mikrokugelgestrahlten L\u00fcnettenauflagen und Geh\u00e4useseiten bei 3 und 9 Uhr sowie die komplexen und wundersch\u00f6n vollendeten Bandanst\u00f6sse. Solche nicht sofort ins Auge springenden Details machen die \u00fcbergeordnete Sch\u00f6nheit eines Geh\u00e4uses aus. Doch erst wer den Zeitmesser umdreht oder ihn am eigenen Handgelenk festmacht, bemerkt ein weiteres Detail, das die Zugeh\u00f6rigkeit zur hohen Uhrmacherkunst bezeugt: den auf einer Achse zwischen 12 und 6 Uhr konkav gew\u00f6lbten runden Saphirboden f\u00fcr perfektes Anschmiegen an das Handgelenk ohne Kamineffekt zwischen Glas und Werksoberseite. Unser Modell besitzt ein pr\u00e4chtiges anthrazitfarbenes Zifferblatt mit zartem Sonnenschliff. Dieses Motiv ist umso gelungener als die Schimmerwirkung trotz homogener Vollendung und Farbe der Zifferblattoberfl\u00e4che perfekt ist. Das Datum wird bei 3 Uhr per Scheibe in einem Fenster angegeben. Die salbeibl\u00e4tterf\u00f6rmigen Stunden- und Minutenzeiger werden durch einen kurzen, koaxialen und pfeilf\u00f6rmigen Zeiger f\u00fcr die Monate vervollst\u00e4ndigt, der mit genialer Schlichtheit auf einen der zw\u00f6lf Stundenindexe verweist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Werk:<\/strong><\/p>\n<p>Das neue Manufakturkaliber (HMC 341) beeindruckt sofort durch seine Qualit\u00e4tsanmutung, seine Vollendungen und einige sichtbare Innovationen. Das Werk mit einem Durchmesser von 15 Linien und Handaufzug wird durch zwei Federh\u00e4user gespeist. Die noble Frequenz von 18 000 Halbschwingungen pro Stunde (auf die weiter unten noch n\u00e4her eingegangen wird) garantiert eine Gangreserve von sieben Tagen. H. Moser &amp; Cie hatte eine funktional geniale, effiziente und doch einfache Idee f\u00fcr den ewigen Kalender, der allen Entwicklern und Uhrmachern schon immer Kopfzerbrechen bereitete. Das Sternrad des Schaltjahrzyklus und seine Hebelfeder dienen auch direkt als Anzeige und wurden ideal auf der Werksseite mitten zwischen die Br\u00fccken platziert. Einfach und intelligent, denn schliesslich braucht man diese Information nur beim Einstellen des Kalenders. Somit st\u00f6rt sie nicht die Ablesung der Zifferblattinformationen. Der Wirkungsgrad des R\u00e4derwerks ist dank einer speziellen Fr\u00e4sung der Verzahnung und der edel mit verschraubten Goldchatons versehenen Lager beispielhaft. Jedes Organ besticht durch Sch\u00f6nheit und Innovation. Die Hemmung kann mit zwei Schrauben im Nu ausgewechselt werden. Das Hemmungsrad und die Ankergabel sind patentiert und aus Massivgold, w\u00e4hrend die Unruh \u00fcber eine doppelte, intern gefertigte Straumann\u00ae-Spirale mit Breguet-Endkurve reguliert wird. Einfach beeindruckend!!!<\/p>\n<p>Das Kaliber birgt jedoch die beeindruckendste \u00dcberraschung, die zwar mit blossem Auge nicht sichtbar ist, aber von all jenen, die in ihrer Sammlung einen ewigen Kalender besitzen, garantiert hoch gesch\u00e4tzt wird. Die Korrektur von Datum und Monat erfolgt in beide Richtungen. Sogar dann, wenn der Mechanismus des Datummitnehmers sich bereits im Eingriff befindet, und zwar in der mittleren Position von Krone und Aufzugswelle!!!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tests:<\/strong><\/p>\n<p>Die chronometrischen Ergebnisse dieses Kalibers entsprechen exakt den Erwartungen, die angesichts der bis dahin nur positiven \u00dcberraschungen sehr hoch waren. Die sehr traditionelle Frequenz von 18 000 Halbschwingungen pro Stunde h\u00e4tte vielleicht angesichts des aktuellen Hochfrequenzwettlaufs etwas niedrig anmuten k\u00f6nnen, doch der durch den bemerkenswerten Regulator erzielte Isochronismus garantiert h\u00f6chste Pr\u00e4zision und f\u00fchrt zu einer Gangreserve, die die offiziell angegebenen sieben Tage noch \u00fcbersteigt. Wir konnten nur drei Messzyklen durchf\u00fchren: direkt nach Aufzug, nach 48 Stunden und nach 6 Tagen. \u00dcber alle Messungen hinweg ergab sich ein Delta von 50\u00b0 zwischen vertikalen und horizontalen Lagen. Diese Abweichung k\u00f6nnte relativ bedeutsam sein, wenn die Chronometrie nicht stimmen w\u00fcrde. Doch diese ist mit einer maximalen Abweichung von 5 Sekunden pro Tag bei 0 und 48 Stunden (zwischen 0 und 10 Sekunden pro Tag) und von 9 Sekunden pro Tag nach 6 Tagen ebenso atemberaubend wie die unz\u00e4hligen Details des Werks.<\/p>\n<p>Trotz des nicht unerheblichen Gewichts des Platingeh\u00e4uses tr\u00e4gt sich die Uhr sehr angenehm und scheint mit dem Handgelenk zu verschmelzen. Die doppelte Faltschliesse ist vielleicht einen Hauch zu lang.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<p>Die Perpetual\u00a0Calendar von H. Moser &amp; Cie ist elegant, zeitlos, funktional, rassig und hochintelligent. Sie z\u00e4hlt wahrscheinlich zu den bedeutsamsten Armbanduhren der modernen Uhrmacherei<\/p><\/div>\n<p><\/br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die unl\u00e4ngst von uns gepr\u00fcfte Patek Philippe 5227 und die Lange 1 von A. Lange &amp; S\u00f6hne geh\u00f6rten zum absoluten Gipfel h\u00f6chster moderner Uhrmacherkunst. Wir waren deshalb \u00fcberzeugt, nicht so schnell wieder in den Genuss vergleichbarer mechanischer und \u00e4sthetischer Meisterwerke zu kommen. Doch die Perpetual\u00a0Calendar von H. Moser &amp; Cie belehrte uns eines Besseren. Diese von der Technik und Schlichtheit her fast teutonische Uhr (die Manufaktur Moser ist in der N\u00e4he von Schaffhausen angesiedelt) spielt im erlesenen Kreis prestigetr\u00e4chtiger Manufakturen keine Outsiderrolle. Trotz ihrer noch jungen Geschichte weiss die Marke unter der brillanten Leitung von Edouard Meylan, der unl\u00e4ngst das Zepter \u00fcbernommen hat, sich auch f\u00fcr die Zukunft geschickt zu positionieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ausstattung:<\/strong><\/p>\n<p>Wie oben bereits erw\u00e4hnt besticht dieser Zeitmesser durch schlichte Eleganz und klassische Zeitlosigkeit. Die Ausstattung verf\u00fcgt \u00fcber zahlreiche vorteilhafte Details f\u00fcr optimalen Komfort, gute Funktionalit\u00e4t sowie makellose \u00c4sthetik. Diese Uhr ist nichts f\u00fcr nach sozialer Anerkennung lechzende Tr\u00e4ger. Wir sind nicht nur die ersten, die die Perpetual 1 auf den Pr\u00fcfstand nehmen durften, sondern man hat uns sogar ein Exemplar mit Geh\u00e4use in Platin und einem Durchmesser von 40,8 mm anvertraut. Die Linien und Abmessungen des Geh\u00e4uses kommen durch die Farbe und Oberfl\u00e4chenbeschaffenheit des Materials besonders gut zur Geltung. Besonders sch\u00f6ne Details sind die mikrokugelgestrahlten L\u00fcnettenauflagen und Geh\u00e4useseiten bei 3 und 9 Uhr sowie die komplexen und wundersch\u00f6n vollendeten Bandanst\u00f6sse. Solche nicht sofort ins Auge springenden Details machen die \u00fcbergeordnete Sch\u00f6nheit eines Geh\u00e4uses aus. Doch erst wer den Zeitmesser umdreht oder ihn am eigenen Handgelenk festmacht, bemerkt ein weiteres Detail, das die Zugeh\u00f6rigkeit zur hohen Uhrmacherkunst bezeugt: den auf einer Achse zwischen 12 und 6 Uhr konkav gew\u00f6lbten runden Saphirboden f\u00fcr perfektes Anschmiegen an das Handgelenk ohne Kamineffekt zwischen Glas und Werksoberseite. Unser Modell besitzt ein pr\u00e4chtiges anthrazitfarbenes Zifferblatt mit zartem Sonnenschliff. Dieses Motiv ist umso gelungener als die Schimmerwirkung trotz homogener Vollendung und Farbe der Zifferblattoberfl\u00e4che perfekt ist. Das Datum wird bei 3 Uhr per Scheibe in einem Fenster angegeben. Die salbeibl\u00e4tterf\u00f6rmigen Stunden- und Minutenzeiger werden durch einen kurzen, koaxialen und pfeilf\u00f6rmigen Zeiger f\u00fcr die Monate vervollst\u00e4ndigt, der mit genialer Schlichtheit auf einen der zw\u00f6lf Stundenindexe verweist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Werk:<\/strong><\/p>\n<p>Das neue Manufakturkaliber (HMC 341) beeindruckt sofort durch seine Qualit\u00e4tsanmutung, seine Vollendungen und einige sichtbare Innovationen. Das Werk mit einem Durchmesser von 15 Linien und Handaufzug wird durch zwei Federh\u00e4user gespeist. Die noble Frequenz von 18 000 Halbschwingungen pro Stunde (auf die weiter unten noch n\u00e4her eingegangen wird) garantiert eine Gangreserve von sieben Tagen. H. Moser &amp; Cie hatte eine funktional geniale, effiziente und doch einfache Idee f\u00fcr den ewigen Kalender, der allen Entwicklern und Uhrmachern schon immer Kopfzerbrechen bereitete. Das Sternrad des Schaltjahrzyklus und seine Hebelfeder dienen auch direkt als Anzeige und wurden ideal auf der Werksseite mitten zwischen die Br\u00fccken platziert. Einfach und intelligent, denn schliesslich braucht man diese Information nur beim Einstellen des Kalenders. Somit st\u00f6rt sie nicht die Ablesung der Zifferblattinformationen. Der Wirkungsgrad des R\u00e4derwerks ist dank einer speziellen Fr\u00e4sung der Verzahnung und der edel mit verschraubten Goldchatons versehenen Lager beispielhaft. Jedes Organ besticht durch Sch\u00f6nheit und Innovation. Die Hemmung kann mit zwei Schrauben im Nu ausgewechselt werden. Das Hemmungsrad und die Ankergabel sind patentiert und aus Massivgold, w\u00e4hrend die Unruh \u00fcber eine doppelte, intern gefertigte Straumann\u00ae-Spirale mit Breguet-Endkurve reguliert wird. Einfach beeindruckend!!!<\/p>\n<p>Das Kaliber birgt jedoch die beeindruckendste \u00dcberraschung, die zwar mit blossem Auge nicht sichtbar ist, aber von all jenen, die in ihrer Sammlung einen ewigen Kalender besitzen, garantiert hoch gesch\u00e4tzt wird. Die Korrektur von Datum und Monat erfolgt in beide Richtungen. Sogar dann, wenn der Mechanismus des Datummitnehmers sich bereits im Eingriff befindet, und zwar in der mittleren Position von Krone und Aufzugswelle!!!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tests:<\/strong><\/p>\n<p>Die chronometrischen Ergebnisse dieses Kalibers entsprechen exakt den Erwartungen, die angesichts der bis dahin nur positiven \u00dcberraschungen sehr hoch waren. Die sehr traditionelle Frequenz von 18 000 Halbschwingungen pro Stunde h\u00e4tte vielleicht angesichts des aktuellen Hochfrequenzwettlaufs etwas niedrig anmuten k\u00f6nnen, doch der durch den bemerkenswerten Regulator erzielte Isochronismus garantiert h\u00f6chste Pr\u00e4zision und f\u00fchrt zu einer Gangreserve, die die offiziell angegebenen sieben Tage noch \u00fcbersteigt. Wir konnten nur drei Messzyklen durchf\u00fchren: direkt nach Aufzug, nach 48 Stunden und nach 6 Tagen. \u00dcber alle Messungen hinweg ergab sich ein Delta von 50\u00b0 zwischen vertikalen und horizontalen Lagen. Diese Abweichung k\u00f6nnte relativ bedeutsam sein, wenn die Chronometrie nicht stimmen w\u00fcrde. Doch diese ist mit einer maximalen Abweichung von 5 Sekunden pro Tag bei 0 und 48 Stunden (zwischen 0 und 10 Sekunden pro Tag) und von 9 Sekunden pro Tag nach 6 Tagen ebenso atemberaubend wie die unz\u00e4hligen Details des Werks.<\/p>\n<p>Trotz des nicht unerheblichen Gewichts des Platingeh\u00e4uses tr\u00e4gt sich die Uhr sehr angenehm und scheint mit dem Handgelenk zu verschmelzen. Die doppelte Faltschliesse ist vielleicht einen Hauch zu lang.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<p>Die Perpetual\u00a0Calendar von H. Moser &amp; Cie ist elegant, zeitlos, funktional, rassig und hochintelligent. 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