{"id":7427,"date":"2014-06-17T08:30:14","date_gmt":"2014-06-17T07:30:14","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=7427"},"modified":"2014-06-17T08:30:14","modified_gmt":"2014-06-17T07:30:14","slug":"worldtempus-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/business-n-de\/worldtempus-3\/worldtempus-18.html","title":{"rendered":"Worldtempus : Die Ruhe vor dem Sturm"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"contenu_article\"><strong>Vielleicht geht nun die \u00c4ra der UFUOs <\/strong>(Unbekannte fliegende Uhren-Objekte) und der imposanten XXL-Uhren zu Ende und wird von einer R\u00fcckkehr zu klassischeren Werten abgel\u00f6st. Fast in Vergessenheit geratene Berufe werden aus der Versenkung geholt und verdanken dem Erfolg der Schweizer Uhrenindustrie wahrscheinlich ihr \u00dcberleben. Neben dem Etrusker-Granulat von Cartier und den handgefertigten Kristallzifferbl\u00e4ttern von Herm\u00e8s (der Marke, die auch das Silber wieder in die Welt der Uhrenfertigung einf\u00fchrte) bestaunten wir am Rheinufer unter anderem auch das Paillonn\u00e9-Email von Jaquet Droz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sesselr\u00fccken<\/strong><\/p>\n<p>Ganz am Ende der Messe ging dann doch noch ein aufgeregtes Raunen durch die Hallen, als das Ger\u00fccht aufkam, einer der grossen Konzerne \u00fcbernehme eine ber\u00fchmte unabh\u00e4ngige Marke. Diese Behauptungen schienen umso plausibler, als man h\u00f6rte, dass die Verantwortlichen dieses Konzerns f\u00fcr ein morgendliches Pow-Wow nach Paris zitiert wurden. Das Ger\u00fccht verschwand anschliessend jedoch wieder so schnell wie es gekommen war. Doch nach der Ruhe an der Baselworld kam pl\u00f6tzlich ein Wirbelsturm aus dem Nichts auf und sch\u00fcttelte die Uhrenwelt durch. Dabei ging es nicht um Fusionen oder \u00dcbernahmen, sondern um Personalfragen: Rolex geriet schnell in Zugzwang, auf die Ger\u00fcchte \u00fcber die Einstellung von Jean-Fr\u00e9d\u00e9ric Dufour als neuem Generaldirektor zu reagieren. Industrieveteran Aldo Magada wurde auserw\u00e4hlt, um den von Jean-Fr\u00e9d\u00e9ric Dufour in Le Locle begonnenen Wiederaufbau fortzusetzen. Die damit bei Breitling vakante Funktion war zum Zeitpunkt des Drucks dieser Ausgabe noch unbesetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Streben nach Wachstum<\/strong><\/p>\n<p>Es ist nur logisch, dass sich die grossen Gruppen um die besten Talente streiten, denn f\u00fcr sie sind die Finanzergebnisse extrem wichtig. Am SIHH und an der Baselworld sah alles rosig aus, und die Zahlen scheinen dies auf den ersten Blick zu best\u00e4tigen. Die Stimmung an der st\u00e4rker auf die Endkunden ausgerichteten New Yorker TimeCrafters-Messe im Mai war noch optimistischer und brachte einigen Ausstellern des obersten Segments gute Gesch\u00e4fte. Doch bei n\u00e4herem Hinsehen stellt man fest, dass die Betriebsmarge schneller steigt als die Ums\u00e4tze. Oder anders ausgedr\u00fcckt: Die Kosten steigen langsamer als die Verk\u00e4ufe (die teilweise gar nicht steigen, sondern sogar r\u00fcckl\u00e4ufig sind). Die Erfahrungen eines talentierten Direktors sind deshalb f\u00fcr die notwendige Rationalisierung unerl\u00e4sslich. Die finanzielle Gesundheit von Rolex ist durch die Stiftungsstruktur gut abgesichert, aber k\u00f6nnte dieser Direktionswechsel nicht eine Reaktion auf diese Ver\u00e4nderungen sein?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nach den Sternen greifen<\/strong><\/p>\n<p>Ob die Wetterlage \u00fcber dem Uhrenhimmel nun bew\u00f6lkt oder sonnig ist: Die Industrie wird auf jeden Fall nicht ins Mittelalter zur\u00fcckkehren, auch wenn sich Urwerk f\u00fcr die j\u00fcngste UR-105M davon inspirieren liess. Das einstimmige Lob f\u00fcr die Midnight Planetarium von Van Cleef &amp; Arpels am SIHH und die Astronomia Tourbillon von Jacob &amp; Co an der Baselworld sind der schlagende Beweis, dass es sich lohnt, nach den Sternen zu greifen.<\/p>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<p><\/br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Vielleicht geht nun die \u00c4ra der UFUOs <\/strong>(Unbekannte fliegende Uhren-Objekte) und der imposanten XXL-Uhren zu Ende und wird von einer R\u00fcckkehr zu klassischeren Werten abgel\u00f6st. Fast in Vergessenheit geratene Berufe werden aus der Versenkung geholt und verdanken dem Erfolg der Schweizer Uhrenindustrie wahrscheinlich ihr \u00dcberleben. Neben dem Etrusker-Granulat von Cartier und den handgefertigten Kristallzifferbl\u00e4ttern von Herm\u00e8s (der Marke, die auch das Silber wieder in die Welt der Uhrenfertigung einf\u00fchrte) bestaunten wir am Rheinufer unter anderem auch das Paillonn\u00e9-Email von Jaquet Droz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sesselr\u00fccken<\/strong><\/p>\n<p>Ganz am Ende der Messe ging dann doch noch ein aufgeregtes Raunen durch die Hallen, als das Ger\u00fccht aufkam, einer der grossen Konzerne \u00fcbernehme eine ber\u00fchmte unabh\u00e4ngige Marke. Diese Behauptungen schienen umso plausibler, als man h\u00f6rte, dass die Verantwortlichen dieses Konzerns f\u00fcr ein morgendliches Pow-Wow nach Paris zitiert wurden. Das Ger\u00fccht verschwand anschliessend jedoch wieder so schnell wie es gekommen war. Doch nach der Ruhe an der Baselworld kam pl\u00f6tzlich ein Wirbelsturm aus dem Nichts auf und sch\u00fcttelte die Uhrenwelt durch. Dabei ging es nicht um Fusionen oder \u00dcbernahmen, sondern um Personalfragen: Rolex geriet schnell in Zugzwang, auf die Ger\u00fcchte \u00fcber die Einstellung von Jean-Fr\u00e9d\u00e9ric Dufour als neuem Generaldirektor zu reagieren. Industrieveteran Aldo Magada wurde auserw\u00e4hlt, um den von Jean-Fr\u00e9d\u00e9ric Dufour in Le Locle begonnenen Wiederaufbau fortzusetzen. Die damit bei Breitling vakante Funktion war zum Zeitpunkt des Drucks dieser Ausgabe noch unbesetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Streben nach Wachstum<\/strong><\/p>\n<p>Es ist nur logisch, dass sich die grossen Gruppen um die besten Talente streiten, denn f\u00fcr sie sind die Finanzergebnisse extrem wichtig. Am SIHH und an der Baselworld sah alles rosig aus, und die Zahlen scheinen dies auf den ersten Blick zu best\u00e4tigen. Die Stimmung an der st\u00e4rker auf die Endkunden ausgerichteten New Yorker TimeCrafters-Messe im Mai war noch optimistischer und brachte einigen Ausstellern des obersten Segments gute Gesch\u00e4fte. Doch bei n\u00e4herem Hinsehen stellt man fest, dass die Betriebsmarge schneller steigt als die Ums\u00e4tze. Oder anders ausgedr\u00fcckt: Die Kosten steigen langsamer als die Verk\u00e4ufe (die teilweise gar nicht steigen, sondern sogar r\u00fcckl\u00e4ufig sind). Die Erfahrungen eines talentierten Direktors sind deshalb f\u00fcr die notwendige Rationalisierung unerl\u00e4sslich. Die finanzielle Gesundheit von Rolex ist durch die Stiftungsstruktur gut abgesichert, aber k\u00f6nnte dieser Direktionswechsel nicht eine Reaktion auf diese Ver\u00e4nderungen sein?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nach den Sternen greifen<\/strong><\/p>\n<p>Ob die Wetterlage \u00fcber dem Uhrenhimmel nun bew\u00f6lkt oder sonnig ist: Die Industrie wird auf jeden Fall nicht ins Mittelalter zur\u00fcckkehren, auch wenn sich Urwerk f\u00fcr die j\u00fcngste UR-105M davon inspirieren liess. 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