{"id":9335,"date":"2015-06-16T08:47:40","date_gmt":"2015-06-16T07:47:40","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=9335"},"modified":"2015-06-16T08:47:40","modified_gmt":"2015-06-16T07:47:40","slug":"cartier-rotonde-gmt-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/technik-n-de\/banc_essai-3\/cartier-rotonde-gmt-3.html","title":{"rendered":"Cartier Rotonde GMT"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"contenu_article\"><strong>Die Uhrensparte von Cartier<\/strong> hat sich mit einer neuen Definition der Kollektionen in den vergangenen Jahren bemerkenswert weiterentwickelt und an Glaubw\u00fcrdigkeit gewonnen. Dieser Quantensprung gelang durch intelligente Entscheidungen und die Nutzung bestehender dynamischer Synergien zwischen den einzelnen Konzerngesellschaften der Gruppe Richemont.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr diesen Pr\u00fcfstand wurde uns eine Rotonde GMT in Ros\u00e9gold mit einem Mechanikwerk mit Automatikaufzug anvertraut. Wahrscheinlich handelt es sich hier um eine f\u00fcr uns besonders interessante Uhr von Cartier, weil sie die Positionierung und uhrmacherische Identit\u00e4t der Marke perfekt symbolisiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ausstattung:<\/strong><\/p>\n<p>\u00c4sthetik ist immer eine Geschmacksfrage, doch diese Rotonde GMT z\u00e4hlt f\u00fcr den Redakteur zu den sch\u00f6nsten Uhren von Cartier. Der auf den ersten Blick grosse Klassiker wirkt dank bestimmter Details dennoch fast k\u00fchn, und genau das ist eine der grossen St\u00e4rken von Cartier in der Uhrmacherei wie auch in der Juwelierkunst. Das 42 mm grosse Geh\u00e4use birgt keine grossen \u00dcberraschungen. Geschwungene Linien, ausgewogene Abmessungen, rundum perfekt. Die mit der Zierleiste und dem Saphir-Cabochon unverkennbare Krone ist aufgrund des Dr\u00fcckers f\u00fcr die Einstellung der zweiten Zeitzone leicht \u00fcberdimensioniert. Das versilberte und guillochierte Zifferblatt allein \u00fcberzeugt durch Eleganz und Originalit\u00e4t. Die Informationen sind angenehm und ausgeglichen verteilt. Mit einer H\u00f6he von weniger als 12 mm ist die Uhr sehr ergonomisch. Das Armband verf\u00fcgt \u00fcber das f\u00fcr Cartier typische Duo aus Leder und Faltschliesse, das eine pr\u00e4zise und ausgewogene Anpassung der Armbandl\u00e4nge garantiert, ohne dass von aussen etwas \u00fcbersteht. Das Design der Faltschliesse k\u00f6nnte jedoch modernisiert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Werk:<\/strong><\/p>\n<p>In den letzten Jahren hat sich Cartier zu einer vollwertigen Manufaktur entwickelt, die f\u00fcr die Entwicklung von Werken gem\u00e4ss den markenspezifischen Bed\u00fcrfnissen \u00fcber ausreichend interne Talente verf\u00fcgt. Das Kaliber 1904-FU MC stammt aus der eigenen Manufaktur und nahm mehrere Jahre Entwicklung in Anspruch. Nun dient es zahlreichen Referenzen als Basiskaliber. Mit seiner Fertigung in hohen St\u00fcckzahlen bei gleichzeitig tiefen Kosten handelt es sich eindeutig eher um ein qualitativ hochstehendes Werk aus industrieller Produktion als um ein Kaliber der hohen Uhrmacherkunst im engeren Sinne. Design und sp\u00e4rliche Dekoration best\u00e4tigen diesen Eindruck genau wie das ausgezeichnete Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis. Das Zusatzmodul umfasst hier ein Grossdatum, einen Stundenzeiger f\u00fcr die retrograde und mit einer Tag\/Nacht-Anzeige gekoppelten zweiten Zeitzone sowie eine kleine Sekunde bei 6 Uhr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tests:<\/strong><\/p>\n<p>Angesichts der intelligenten Positionierung dieser Uhr und ihres relativ attraktiven Preises erweisen sich die Testergebnisse als wichtiger denn je, um sich wirklich eine Meinung bilden zu k\u00f6nnen. Um mit einer verdient positiven Note zu enden, beginnen wir mit den Punkten, bei denen ein Kompromiss eingegangen werden muss. In erster Linie betrifft das die GMT-Anzeige. Die Ausrichtung\u00a0 und Anordnung der Scheiben f\u00fcr das Grossdatum scheinen darauf hinzudeuten, dass die Entscheidung f\u00fcr eine retrograde Anzeige vor allem eine Platzfrage war. Diese Idee ist sehr interessant, zumal die damit gekoppelte Tag\/Nacht-Anzeige jegliche Verwirrung vermeidet. Aufgrund der geringen Gr\u00f6sse und der auf das Minimum beschr\u00e4nkten Graduierung l\u00e4sst die Lesbarkeit jedoch zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Die retrograde Anzeige hatte sicherlich einen Einfluss auf die Einstellung, die nur im Uhrzeigersinn m\u00f6glich ist. Bez\u00fcglich Benutzerfreundlichkeit stellt sich die Frage, ob die retrograde Anzeige wirklich eine weise Entscheidung war. Die Antwort erhalten wir sicherlich am n\u00e4chsten SIHH.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Ganggenauigkeit ist jedoch gut \u2013 sogar \u00fcberraschend gut! Bei einer Frequenz von 4 Hz massen wir in sechs Positionen direkt nach Aufzug eine Abweichung von nur +2 bis +6 Sekunden pro Tag. Ein so gutes Ergebnis hatten wir in dieser Rubrik bei einer durchschnittlichen Amplitude von 295\u00b0 selten. Nach 24 Stunden Gang lag die durchschnittliche Amplitude immer noch bei \u00fcber 280\u00b0, und die Abweichung wies mit +2 bis +7 Sekunden pro Tag ein Delta von 5 Sekunden auf. Die GMT-Funktion ist von der Bedienung her eher \u00abhart\u00bb, l\u00e4sst sich aber dennoch einfach einstellen und beugt so einer \u00fcbereilten oder ungewollten Korrektur vor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<p>Diese Rotonde GMT beweist die intelligente Positionierung dieses Zeitmessers von Cartier, wobei die Marke in ihrer Kategorie Haute Horlogerie in Bezug auf Komplikationen noch anspruchsvollere Modelle bietet. Mit einer solchen Preispositionierung (unter CHF 9000.- in Stahl und CHF 25 000.- in Ros\u00e9gold) erfindet Cartier fast ein neues Segment, eine neue Nische mit einer n\u00fctzlichen und bei Liebhabern sch\u00f6ner Uhrmacherei beliebten Funktion. Eine elegante Uhr zu einem erschwinglichen Preis. Die meisten Marken setzen auf Vollendungen hoher Uhrmacherkunst (mit einer teilweise ungen\u00fcgenden Ganggenauigkeit) und \u00fcberlassen Cartier somit ein breites Spielfeld, auf dem die Marke mit einem intelligenten Ansatz und dieser mit vielen Vorz\u00fcgen ausgestatteten Rotonde GMT, der wir gerne ein paar Zugest\u00e4ndnisse machen, absolut zu \u00fcberzeugen weiss.<\/p><\/div>\n<p><\/br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Die Uhrensparte von Cartier<\/strong> hat sich mit einer neuen Definition der Kollektionen in den vergangenen Jahren bemerkenswert weiterentwickelt und an Glaubw\u00fcrdigkeit gewonnen. 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Das 42 mm grosse Geh\u00e4use birgt keine grossen \u00dcberraschungen. Geschwungene Linien, ausgewogene Abmessungen, rundum perfekt. Die mit der Zierleiste und dem Saphir-Cabochon unverkennbare Krone ist aufgrund des Dr\u00fcckers f\u00fcr die Einstellung der zweiten Zeitzone leicht \u00fcberdimensioniert. Das versilberte und guillochierte Zifferblatt allein \u00fcberzeugt durch Eleganz und Originalit\u00e4t. Die Informationen sind angenehm und ausgeglichen verteilt. Mit einer H\u00f6he von weniger als 12 mm ist die Uhr sehr ergonomisch. Das Armband verf\u00fcgt \u00fcber das f\u00fcr Cartier typische Duo aus Leder und Faltschliesse, das eine pr\u00e4zise und ausgewogene Anpassung der Armbandl\u00e4nge garantiert, ohne dass von aussen etwas \u00fcbersteht. 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Das Zusatzmodul umfasst hier ein Grossdatum, einen Stundenzeiger f\u00fcr die retrograde und mit einer Tag\/Nacht-Anzeige gekoppelten zweiten Zeitzone sowie eine kleine Sekunde bei 6 Uhr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tests:<\/strong><\/p>\n<p>Angesichts der intelligenten Positionierung dieser Uhr und ihres relativ attraktiven Preises erweisen sich die Testergebnisse als wichtiger denn je, um sich wirklich eine Meinung bilden zu k\u00f6nnen. Um mit einer verdient positiven Note zu enden, beginnen wir mit den Punkten, bei denen ein Kompromiss eingegangen werden muss. In erster Linie betrifft das die GMT-Anzeige. Die Ausrichtung\u00a0 und Anordnung der Scheiben f\u00fcr das Grossdatum scheinen darauf hinzudeuten, dass die Entscheidung f\u00fcr eine retrograde Anzeige vor allem eine Platzfrage war. Diese Idee ist sehr interessant, zumal die damit gekoppelte Tag\/Nacht-Anzeige jegliche Verwirrung vermeidet. Aufgrund der geringen Gr\u00f6sse und der auf das Minimum beschr\u00e4nkten Graduierung l\u00e4sst die Lesbarkeit jedoch zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Die retrograde Anzeige hatte sicherlich einen Einfluss auf die Einstellung, die nur im Uhrzeigersinn m\u00f6glich ist. Bez\u00fcglich Benutzerfreundlichkeit stellt sich die Frage, ob die retrograde Anzeige wirklich eine weise Entscheidung war. Die Antwort erhalten wir sicherlich am n\u00e4chsten SIHH.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Ganggenauigkeit ist jedoch gut \u2013 sogar \u00fcberraschend gut! Bei einer Frequenz von 4 Hz massen wir in sechs Positionen direkt nach Aufzug eine Abweichung von nur +2 bis +6 Sekunden pro Tag. Ein so gutes Ergebnis hatten wir in dieser Rubrik bei einer durchschnittlichen Amplitude von 295\u00b0 selten. Nach 24 Stunden Gang lag die durchschnittliche Amplitude immer noch bei \u00fcber 280\u00b0, und die Abweichung wies mit +2 bis +7 Sekunden pro Tag ein Delta von 5 Sekunden auf. 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Die meisten Marken setzen auf Vollendungen hoher Uhrmacherkunst (mit einer teilweise ungen\u00fcgenden Ganggenauigkeit) und \u00fcberlassen Cartier somit ein breites Spielfeld, auf dem die Marke mit einem intelligenten Ansatz und dieser mit vielen Vorz\u00fcgen ausgestatteten Rotonde GMT, der wir gerne ein paar Zugest\u00e4ndnisse machen, absolut zu \u00fcberzeugen weiss.<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":9331,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[56],"tags":[152],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9335"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9335"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9335\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9336,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9335\/revisions\/9336"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9331"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9335"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9335"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9335"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}