{"id":9783,"date":"2015-10-15T09:00:40","date_gmt":"2015-10-15T08:00:40","guid":{"rendered":"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/?p=9783"},"modified":"2015-10-14T14:13:51","modified_gmt":"2015-10-14T13:13:51","slug":"gehausepreise-kurz-erklart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gmtmag.com\/de\/art-n-de\/12e_art-3\/gehausepreise-kurz-erklart.html","title":{"rendered":"Geh\u00e4usepreise kurz erkl\u00e4rt"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"contenu_article\"><strong>Longines Conquest Heritage:<\/strong> Mit einfachen Formen, kleinem Durchmesser (35 mm) und geringem Goldgewicht kann die Marke konkurrenzf\u00e4hige Preise anbieten<\/p>\n<p><strong>Richard Mille RM 58-01:<\/strong> \u00fcber die L\u00fcnette einstellbare Universalzeit sowie ein aus mehreren Werkstoffen und zahlreichen Komponenten bestehendes Geh\u00e4use<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es geht um viel mehr als nur ein bisschen Metall. Nat\u00fcrlich h\u00e4ngt der Preis eines Geh\u00e4uses vom Werkstoff ab, doch auch Form, Bauweise und Glanz spielen eine Rolle. Bei einfachem Werk und Zifferblatt bestimmt sich der Preis in erster Linie durch das f\u00fcr das Geh\u00e4use verwendete Material. Es gibt jedoch Ausnahmen. Longines ist beispielsweise f\u00fcr eher kleine, flache und leichte Geh\u00e4use bekannt, ohne dass dies jedoch der Qualit\u00e4t der Uhr Abbruch tut. Andere, luxuri\u00f6sere Uhrenmarken warten hingegen weiterhin mit besonders schweren und massiven Geh\u00e4usen auf, weil ihre Kunden es so w\u00fcnschen. Einige glauben heute immer noch, dass man den Preis mit geschlossenen Augen am Handgelenk sp\u00fcren k\u00f6nnen muss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Leicht, aber hart<\/strong><\/p>\n<p>Der aktuelle Supertrend sind wenig kostspielige, aber extrem kompliziert zu bearbeitende Leichtmetalle. Titan ist beispielsweise so hart und abriebfest (und somit auch schwer zu polieren), dass seine Bearbeitung bereits eine Kunst f\u00fcr sich ist. Das gilt auch f\u00fcr alle anderen ultraharten Werkstoffe. Keramik zieht sich beim Brennen zusammen. Um nach dem Brennvorgang die gew\u00fcnschte Gr\u00f6sse zu erhalten, muss der Schwund vorab exakt berechnet werden. Keramik zu durchbohren ist nicht minder heikel und eine weitere Schw\u00e4che dieses Werkstoffs. Die Herstellung eines durchsichtigen Saphirgeh\u00e4uses wie bei Richard Mille, Rebellion und Cecil Purnell ist immens teuer, weil sie sprichw\u00f6rtlich Tausende von Arbeitsstunden kostet. Bei Geh\u00e4usen aus Karbonfasern ist nicht nur der Grundwerkstoff kostspielig, sondern auch der Arbeitsaufwand. All diese Techniken setzen spezielle, st\u00e4ndig weiterentwickelte Maschinen und neuartige Kenntnisse f\u00fcr kleine Serien exklusiver Uhren voraus. Skalenertr\u00e4ge durch hohe St\u00fcckzahlen sind somit nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" title=\"\" src=\"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/43_Art1.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"280\" \/><\/p>\n<p><strong>Bvlgari Octo\u2009:<\/strong>\u00a0110 \u00fcber 10 Ebenen verteilte Facetten eines einzigen Blocks \u2013 eines der komplexesten Geh\u00e4use aller Zeiten<\/p>\n<p><strong>Rolex Sky-Dweller:<\/strong> Der Ring-Command-Funktionsw\u00e4hler f\u00fcr das Einstellen der Uhr ist in der L\u00fcnette verborgen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Umwandlungen<\/strong><\/p>\n<p>Der Werkstoff gibt erst den Auftakt f\u00fcr den Fertigungsprozess des Geh\u00e4uses. Mal ist es eine einfache Scheibe, mal eine absolut komplexe, abstrakte Skulptur. Je nach Komplexit\u00e4t der Geometrie m\u00fcssen unterschiedlich viele \u2013 teilweise unendlich viele \u2013 Fertigungsschritte durchlaufen werden. Ein einfaches Geh\u00e4use besteht aus Boden, L\u00fcnette, Mittelteil und Bandanst\u00f6ssen. Jedes dieser Teile kann verschiedene Grundformen mit geraden oder geschwungenen, spiralf\u00f6rmigen, mehr oder weniger gew\u00f6lbten, konkaven oder konvexen sowie ausgeh\u00f6lten oder massiven Abschnitten aufweisen. Je mehr Funktionen oder je komplexer das Design, desto h\u00f6her die Anzahl der Einzelteile. Je weniger gerade Linien oder Kreise, desto l\u00e4nger die Bearbeitungszeit und desto h\u00f6her selbstverst\u00e4ndlich auch der Preis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das gilt auch f\u00fcr Bohrungen s\u00e4mtlicher Art. Zwischen einem einfachen Loch f\u00fcr die Kronenwelle und sieben glatten und mikrongenauen \u00d6ffnungen f\u00fcr einen Chronographen mit ewigem Kalender liegen Welten. Vom Geh\u00e4use einer langwierig entwickelten Minutenrepetition ganz zu schweigen. Ganz allgemein setzen alle Geh\u00e4use, die eine aktive Schnittstelle zwischen innen und aussen darstellen, sehr aufwendige technische Entwicklungen voraus. Die Universalzeit der RM58-01 von Richard Mille wird beispielsweise \u00fcber die L\u00fcnette eingestellt. Das Ring-Command-System, das Rolex mit der Sky-Dweller enth\u00fcllte, ist ein Funktionsw\u00e4hler, der sich in einer unvorstellbar komplizierten L\u00fcnette versteckt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" title=\"\" src=\"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/43_Art2.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"262\" \/><\/p>\n<p><strong>DeBethune Dream Watch 5:<\/strong> uviele Rundungen, von Hand auf Hochglanz poliertes Titan und extrem limitierte Serien = gigantischer Preis<\/p>\n<p><strong>Rebellion 540 Magnum Tourbillon Sapphire:<\/strong> mit modularem Geh\u00e4use aus gew\u00f6lbtem Saphir.<\/p>\n<p><strong>Urwerk UR210:<\/strong> Komplexe Volumen, gew\u00f6lbte Oberfl\u00e4chen, Ecken und Winkel reimen mit Komplexit\u00e4t und hohem Preis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hochglanz<\/strong><\/p>\n<p>Das gefertigte und montierte Geh\u00e4use ist immer noch ein Rohwerk. Jetzt muss es noch poliert oder mattiert werden oder beides abwechselnd. Die Bearbeitung solcher Oberfl\u00e4chen ist aber nicht automatisierbar. Bestimmte Etappen wie das Sandstrahlen und Satinieren k\u00f6nnen zwar maschinell durchgef\u00fchrt werden, doch die unvergleichliche Koordination von Hand und Auge liefert mit Abstand die besten Ergebnisse. Gold, Platin, Stahl und manchmal sogar Titan werden durch die B\u00fcrste des Polierers langsam aber sicher auf Hochglanz getrimmt. Genau wie bei den anderen Bestandteilen einer Uhr gilt deshalb auch beim Geh\u00e4use die Faustregel: \u00abSag mir, wie viele Stunden du gebraucht hast, und ich nenne dir meinen Preis!\u00bb<\/p><\/div>\n<p><\/br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Longines Conquest Heritage:<\/strong> Mit einfachen Formen, kleinem Durchmesser (35 mm) und geringem Goldgewicht kann die Marke konkurrenzf\u00e4hige Preise anbieten<\/p>\n<p><strong>Richard Mille RM 58-01:<\/strong> \u00fcber die L\u00fcnette einstellbare Universalzeit sowie ein aus mehreren Werkstoffen und zahlreichen Komponenten bestehendes Geh\u00e4use<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es geht um viel mehr als nur ein bisschen Metall. Nat\u00fcrlich h\u00e4ngt der Preis eines Geh\u00e4uses vom Werkstoff ab, doch auch Form, Bauweise und Glanz spielen eine Rolle. Bei einfachem Werk und Zifferblatt bestimmt sich der Preis in erster Linie durch das f\u00fcr das Geh\u00e4use verwendete Material. Es gibt jedoch Ausnahmen. Longines ist beispielsweise f\u00fcr eher kleine, flache und leichte Geh\u00e4use bekannt, ohne dass dies jedoch der Qualit\u00e4t der Uhr Abbruch tut. Andere, luxuri\u00f6sere Uhrenmarken warten hingegen weiterhin mit besonders schweren und massiven Geh\u00e4usen auf, weil ihre Kunden es so w\u00fcnschen. Einige glauben heute immer noch, dass man den Preis mit geschlossenen Augen am Handgelenk sp\u00fcren k\u00f6nnen muss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Leicht, aber hart<\/strong><\/p>\n<p>Der aktuelle Supertrend sind wenig kostspielige, aber extrem kompliziert zu bearbeitende Leichtmetalle. Titan ist beispielsweise so hart und abriebfest (und somit auch schwer zu polieren), dass seine Bearbeitung bereits eine Kunst f\u00fcr sich ist. Das gilt auch f\u00fcr alle anderen ultraharten Werkstoffe. Keramik zieht sich beim Brennen zusammen. Um nach dem Brennvorgang die gew\u00fcnschte Gr\u00f6sse zu erhalten, muss der Schwund vorab exakt berechnet werden. Keramik zu durchbohren ist nicht minder heikel und eine weitere Schw\u00e4che dieses Werkstoffs. Die Herstellung eines durchsichtigen Saphirgeh\u00e4uses wie bei Richard Mille, Rebellion und Cecil Purnell ist immens teuer, weil sie sprichw\u00f6rtlich Tausende von Arbeitsstunden kostet. Bei Geh\u00e4usen aus Karbonfasern ist nicht nur der Grundwerkstoff kostspielig, sondern auch der Arbeitsaufwand. All diese Techniken setzen spezielle, st\u00e4ndig weiterentwickelte Maschinen und neuartige Kenntnisse f\u00fcr kleine Serien exklusiver Uhren voraus. Skalenertr\u00e4ge durch hohe St\u00fcckzahlen sind somit nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" title=\"\" src=\"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/43_Art1.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"280\" \/><\/p>\n<p><strong>Bvlgari Octo\u2009:<\/strong>\u00a0110 \u00fcber 10 Ebenen verteilte Facetten eines einzigen Blocks \u2013 eines der komplexesten Geh\u00e4use aller Zeiten<\/p>\n<p><strong>Rolex Sky-Dweller:<\/strong> Der Ring-Command-Funktionsw\u00e4hler f\u00fcr das Einstellen der Uhr ist in der L\u00fcnette verborgen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Umwandlungen<\/strong><\/p>\n<p>Der Werkstoff gibt erst den Auftakt f\u00fcr den Fertigungsprozess des Geh\u00e4uses. Mal ist es eine einfache Scheibe, mal eine absolut komplexe, abstrakte Skulptur. Je nach Komplexit\u00e4t der Geometrie m\u00fcssen unterschiedlich viele \u2013 teilweise unendlich viele \u2013 Fertigungsschritte durchlaufen werden. Ein einfaches Geh\u00e4use besteht aus Boden, L\u00fcnette, Mittelteil und Bandanst\u00f6ssen. Jedes dieser Teile kann verschiedene Grundformen mit geraden oder geschwungenen, spiralf\u00f6rmigen, mehr oder weniger gew\u00f6lbten, konkaven oder konvexen sowie ausgeh\u00f6lten oder massiven Abschnitten aufweisen. Je mehr Funktionen oder je komplexer das Design, desto h\u00f6her die Anzahl der Einzelteile. Je weniger gerade Linien oder Kreise, desto l\u00e4nger die Bearbeitungszeit und desto h\u00f6her selbstverst\u00e4ndlich auch der Preis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das gilt auch f\u00fcr Bohrungen s\u00e4mtlicher Art. Zwischen einem einfachen Loch f\u00fcr die Kronenwelle und sieben glatten und mikrongenauen \u00d6ffnungen f\u00fcr einen Chronographen mit ewigem Kalender liegen Welten. Vom Geh\u00e4use einer langwierig entwickelten Minutenrepetition ganz zu schweigen. Ganz allgemein setzen alle Geh\u00e4use, die eine aktive Schnittstelle zwischen innen und aussen darstellen, sehr aufwendige technische Entwicklungen voraus. Die Universalzeit der RM58-01 von Richard Mille wird beispielsweise \u00fcber die L\u00fcnette eingestellt. Das Ring-Command-System, das Rolex mit der Sky-Dweller enth\u00fcllte, ist ein Funktionsw\u00e4hler, der sich in einer unvorstellbar komplizierten L\u00fcnette versteckt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" title=\"\" src=\"http:\/\/preprod.gmtmag.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/43_Art2.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"262\" \/><\/p>\n<p><strong>DeBethune Dream Watch 5:<\/strong> uviele Rundungen, von Hand auf Hochglanz poliertes Titan und extrem limitierte Serien = gigantischer Preis<\/p>\n<p><strong>Rebellion 540 Magnum Tourbillon Sapphire:<\/strong> mit modularem Geh\u00e4use aus gew\u00f6lbtem Saphir.<\/p>\n<p><strong>Urwerk UR210:<\/strong> Komplexe Volumen, gew\u00f6lbte Oberfl\u00e4chen, Ecken und Winkel reimen mit Komplexit\u00e4t und hohem Preis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hochglanz<\/strong><\/p>\n<p>Das gefertigte und montierte Geh\u00e4use ist immer noch ein Rohwerk. Jetzt muss es noch poliert oder mattiert werden oder beides abwechselnd. 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